High-end Fun­da­ment

Au­dio Re­se­arch DAC 9 Wenn et­was die Auf­schrift Au­dio Re­se­arch trägt, weiß man, dass es sich voll und ganz um ein High-end Pro­dukt han­delt. Und mit dem D/a-wand­ler DAC 9 aus der neu­en Foun­da­ti­on Se­rie des ame­ri­ka­ni­schen Her­stel­lers kom­men wir in den Ge­nus

Audio Test - - Test -

Die Fir­ma Au­dio Re­se­arch aus Ply­mouth im Bun­des­staat Min­ne­so­ta wur­de schon im Jah­re 1970 ge­grün­det. Da­mit ist die Fir­ma nach ei­ge­ner Aus­sa­ge ei­ne der äl­tes­ten kon­ti­nu­ier­lich ak­ti­ven High-end Au­dio Her­stel­ler Ame­ri­kas. Schon in den 1950er Jah­ren be­gann der Grün­der Wil­li­am Z. John­son mit der Kon­struk­ti­on von Spe­zi­al­an­fer­ti­gun­gen von Au­dio-elek­tro­nik. Das al­lein ist schon be­ein­dru­ckend ge­nug. Aber dar­über hin­aus trug die Fir­ma maß­geb­lich zur Wie­der­be­le­bung der Röh­ren­tech­no­lo­gie in der Hi­fi-tech­nik bei und wird von man­chen so­gar als ei­ner der prä­gen­den Ein­flüs­se für das ge­ne­rel­le Kon­zept von „High-end“-au­dio­pro­duk­ten ge­se­hen. Aber ab­seits von sol­chen Über­le­gun­gen kann man oh­ne Zwei­fel sa­gen, dass die kom­plett in den USA ge­fer­tig­ten Ge­rät­schaf­ten von Au­dio Re­se­arch in der ab­so­lu­ten Ober­li­ga spie­len. Nicht um­sonst lös­ten die Pro­duk­te der Re­fe­rence-se­rie bei Er­schei­nung vie­ler­orts pu­re Stür­me der Be­geis­te­rung aus. Foun­da­ti­on klingt da vom Na­men her na­tür­lich um ei­ni­ges ge­er­de­ter als Re­fe­rence. Und tat­säch­lich ist die Foun­da­ti­on-se­rie preis­lich nied­ri­ger an­ge­setzt, ob­wohl das glei­che Ent­wick­ler­team da­hin­ter­steckt. Jörg Schu­ma­cher, Ste­fan Go­e­de­cke

Zur Lu­xus­klas­se ge­hört sie al­le­mal im­mer noch. Wir sind mehr als ge­spannt und neh­men den DAC 9 ge­nau­er un­ter die Lu­pe.

Ko­los­sa­le Er­schei­nung

An­de­re Her­stel­ler ver­pa­cken de­zi­dier­te DACS oft­mals in recht schlan­ke Ge­häu­se. Da­mit fängt man bei Au­dio Re­se­arch gar nicht erst an. Mit ei­ner Gr­und­flä­che von 48 auf 35 Zen­ti­me­tern (cm) und ei­ner Hö­he von knapp un­ter 14 cm ist der DAC 9 in sei­ner Er­schei­nung min­des­tens so im­po­sant wie man­cher Voll­ver­stär­ker. Da­für mit nur 6,3 Ki­lo­gramm je­doch er­staun­lich leicht. Das liegt wohl

nicht zu­letzt an dem groß­zü­gig per­fo­rier­ten Ge­häu­se. Das wirkt mi­ni­mal we­ni­ger sta­bil als ein so­li­des Chas­sis. Aber da­bei geht es ganz be­stimmt nicht um schnö­de Spar­maß­nah­men, son­dern dar­um ei­nen op­ti­ma­len Luft­fluss zu ge­währ­leis­ten. Denn wie für Au­dio Re­se­arch ty­pisch, ar­bei­ten auch hier zwei Röh­ren vom Typ 6H30 in der Aus­gangs­stu­fe des ed­len DACS und die wer­den na­tür­lich heiß. Die Front­blen­de ist den­noch mas­siv und gibt mit dem grü­nen Dis­play und den mar­kan­ten Druck­tas­tern oh­ne je­de Fra­ge die Iden­ti­tät des Her­stel­lers Preis, selbst wenn man das Lo­go igno­riert. Die Ver­ar­bei­tung ist schlicht­weg hoch­wer­tig und im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ma­kel­los. Punkt. Apro­pos, auch in Sa­chen Kon­nek­ti­vi­tät lässt un­ser Test­pro­band kei­ne Wün­sche of­fen. Ne­ben ei­nem ei­nem ko­axia­len Ein­gang im Cinch-for­mat und ei­nem op­ti­schen In­put fin­den sich auch ein pro­fes­sio­nel­ler AES/EBU-EIN­GANG via Xlr-steck­ver­bin­dung und ein wei­te­rer ko­axia­ler Ein­gang über ei­ne Bnc-buch­se. Das soll­te ei­gent­lich al­le Be­dürf­nis­se an Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten be­frie­di­gen. Wo­bei Mo­ment… USB? Ist na­tür­lich auch mit an Bo­ard. Be­sit­zer ei­nes Macs kön­nen letz­te­res di­rekt zur Wie­der­ga­be nut­zen, Win­dows User müs­sen noch wie aus­führ­lich im Ma­nu­al be­schrie­ben die ent­spre­chen­den Trei­ber von der Web­sei­te des Her­stel­lers her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren. Aus­gangs­sei­tig ste­hen so­wohl Xlr-ver­bin­dun­gen, wie auch Cinch-buch­sen be­reit, um den Bo­li­den an Fol­ge­ge­rä­te an­zu­schlie­ßen.

In­ne­re Wer­te

Auch in Sa­chen Spe­zi­fi­ka­tio­nen ist beim DAC 9 al­les, wie man auf Eng­lisch sagt, „top notch“. Der Lu­xus­wand­ler ar­bei­tet mit Auf­lö­sun­gen bis 24 Bit und Sam­plin­g­ra­ten bis zu 348 Ki­lo­hertz (khz). Da­bei wer­den für 44,1 khz und 48 khz und de­ren je­wei­li­ge Viel­fa­che zwei se­pa­ra­te Os­zil­la­to­ren zur Takt­ge­ne­rie­rung ge­nutzt. Die Jit­ter­wer­te lie­gen da­bei bei we­ni­ger als 10 Pi­ko­se­kun­den (ps). Der Fre­quenz­gang ist von 20 Hertz (Hz) bis 20 khz mit ei­nem To­le­ranz­be­reich von un­glaub­li­chen ± 0,15 De­zi­bel an­ge­ge­ben. Das liegt weit un­ter den ge­wöhn­li­chen An­ga­ben von To­le­ranz­be­rei­chen und auch un­ter dem durch­schnitt­li­chen Auf­lö­sungs­ver­mö­gen des mensch­li­chen Ge­hörs von et­wa ei­nem De­zi­bel (db). Für den Hör­be­reich kann man al­so ein­mal wirk­lich von ei­ner li­nea­ren Wie­der­ga­be spre­chen. Und mit ei­nem Ge­räusch-span­nungs-ab­stand von über 114 db muss sich auch der ab­bild­ba­re Dy­na­mik­um­fang nicht vor den an­de­ren Wer­ten ver­ste­cken. Dar­über hin­aus bie­tet der DAC 9 auch noch ei­ni­ge pfif­fi­ge Funk­tio­nen. So kann kann man zwi­schen den bei­den Fil­ter­al­go­rith­men Slow und Fast wech­seln die ei­nem so zwei un­ter­schied­li­che Klang­far­ben be­reit­stel­len sol­len. Die Um­kehr der Po­la­ri­tät des ge­sam­ten Si­gnals ist über die In­vert-funk­ti­on mög­lich. Das än­dert so di­rekt erst mal nichts am Sound kann aber in grö­ße­ren Se­tups mit mehr Ka­nä­len sehr prak­tisch sein. Und zu gu­ter Letzt ist un­ser dis­tin­gu­ier­ter Di­gi­tal/ana­log-über­setz­ter auch noch in der La­ge die Sam­plin­g­ra­te von ein­gangs­sei­ti­gen Si­gna­len durch hier so­ge­nann­tes Up­s­am­pling, al­so die In­ter­po­la­ti­on von Zwi­schen­wer­ten, zu er­hö­hen. Lau­schen wir doch wie sich das al­les in der Pra­xis schlägt.

Feins­te Auf­lö­sung

Hin und wie­der stol­pert man über ein Test­ge­rät das den per­sön­li­chen Maß­stab nach oben ver­schiebt. Der DAC 9 ist ei­ne sol­che Of­fen­ba­rung. Man meint auch die letz­ten De­tails

der Tie­fen­staf­fe­lung und Rä­um­lich­keit ge­nau wahr­zu­neh­men. Auch sol­che, die man in wohl­be­kann­ten Auf­nah­men vor­her gar nicht ge­hört hat. Die Im­pul­streue ist über je­den Zwei­fel er­ha­ben und trägt zu dem sa­gen­haft na­tür­li­chen Wie­der­ga­be­ver­hal­ten des Lu­xus­wand­lers bei. Als ob der sprich­wört­li­che Schlei­er ge­lüf­tet wor­den wä­re. Ab­so­lut klar aber nicht cha­rak­ter­los könn­te man das Klang­bild wohl be­schrei­ben. Als Hör­bei­spiel kommt „Tran­quil Fjørd“vom gleich­na­mi­gen Al­bum des nor­we­gi­schen Gi­tar­ris­ten Gis­le Tor­vik zum Ein­satz. Der Kon­tra­bass schnurrt so­gleich wun­der­voll warm, mit dem so ty­pi­schen An­schlagsklick, aus un­se­ren Re­fe­renz­laut­spre­chern. Da­bei weiß vor al­lem die prä­zi­se er­klin­gen­de Ar­ti­ku­la­ti­on zu ge­fal­len. Ge­nau­so wie die un­fass­bar le­bens­echt er­klin­gen­den Be­sen­stri­che und -schlä­ge auf der Sna­re. Als ob man vor den Dr­um­kit ste­hen wür­de. Und der wun­der­bar jaz­zi­ge Gi­tar­ren­sound muss na­tür­lich auch er­wähnt wer­den. Ob­wohl hier der DAC 9 knall­hart die ei­ne oder an­de­re leicht dröh­nen­de No­te im Spiel of­fen­bart. Der Wech­sel zwi­schen den bei­den Fil­ter­mo­di bringt sub­ti­le Un­ter­schie­de mit sich. Im der Fast-ein­stel­lung sind ein Quänt­chen mehr und auch fei­ne­re Hö­hen zu ver­neh­men, wäh­rend der Slow-mo­dus mit so­no­ren Tief­mit­ten zu über­zeu­gen weiß. Was da jetzt bes­ser ist, bleibt letzt­lich auch Ge­schmacks­sa­che und hängt stark vom Ma­te­ri­al ab. Letz­te­res gilt auch für das Up­s­am­pling. Hier lässt sich aber­mals ein „Mü“mehr Klar­heit, Plas­ti­zi­tät und wenn man so will auch Här­te her­aus­kit­zeln. Den dra­ma­tischs­ten Ef­fekt er­hält man hier na­tür­lich bei Da­tei­en mit 44,1 oder 48 khz Sam­plin­g­ra­te, aber auch ab­seits da­von va­ri­iert der Ef­fekt stark in Ab­hän­gig­keit da­von, was die Auf­nah­me zu bie­ten hat. Die­se Op­tio­nen sind de­fi­ni­tiv mehr als Spie­le­rei und lie­fern auch ge­ra­de in ver­schie­de­nen Kom­bi­na­tio­nen un­ter­ein­an­der sehr in­ter­es­san­te Re­sul­ta­te und la­den zum ex­pe­ri­men­tie­ren ein.

Die bei­den Röh­ren vom Typ 6H30 müs­sen vor der ers­ten In­be­trieb­nah­me noch in­stal­liert wer­den

Au­dio Re­se­arch setzt hier an di­ver­sen Stel­len auf bul­li­ge Elek­tro­lyt­kon­den­sa­to­ren

Al­le In­puts sind gal­va­nisch von ei­nen­der ge­trennt um Ein­streu­un­gen zu ver­mei­den

Die im Lie­fer­um­fang ent­hal­te­ne Fern­be­die­nung ist kom­plett aus Me­tall ge­fer­tigt und bie­tet schnel­len Zu­griff auf al­le wich­ti­gen Fun­tio­nen

Die Rück­sei­te des DAC 9 ist mit al­len An­schlüs­sen be­stückt, die man brau­chen kann. Und noch mit ein, zwei mehr...

Die Front des Lu­xus­wand­lers kann voll und ganz mit dem ty­pi­schen Au­dio Re­se­arch Look ir­gend­wo zwi­schen edel und wis­sen­schaft­lich über­zeu­gen

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