Raum in Raum

Als Fan au­dio­phi­ler Wie­der­ga­be schreckt man oft skep­tisch zu­rück, wenn ir­gend­wo das La­bel „vir­tu­al“auf­taucht, oder der Pro­dukt­fo­kus in Rich­tung Film und Fern­se­hen geht. Die So­ny HTZF9 be­weist, dass die­se Zu­rück­hal­tung nicht ge­recht­fer­tigt ist.

Audio Test - - Test - Jo­han­nes Strom

Sound­bars ge­nie­ßen ei­ne im­mer grö­ßer wer­den­de Be­liebt­heit. Kein Wun­der, die in­tern ver­bau­ten Laut­spre­cher von Flach­bild­schir­men sind meist aus der Ka­te­go­rie „pro for­ma“, kön­nen aber sel­ten ei­nen halb­wegs an­spruchs­vol­len Hö­rer über­zeu­gen. Da­bei reicht es je­doch oft kaum mehr aus, ein­fach nur ei­ne schi­cke Bar auf das Si­de­board zu stel­len, die deut­lich grö­ße­re Trei­ber hat und vi­el­leicht so­gar ei­nen Sub­woo­fer be­sitzt. Im­mer mehr Her­stel­ler wer­ten ih­re Sound­bars mit tech­ni­scher Raf­fi­nes­se auf, so auch So­ny beim Mo­dell HT-ZF9. Die ei­nen Me­ter lan­ge Bar mit ih­ren drei Trei­bern und dem ex­ter­nen Funk-sub­woo­fer hat es Faust­dick hin­ter den Oh­ren. Und hin­ter, re­spek­ti­ve über, ist da­bei ein sehr gu­tes Stich­wort, denn nicht nur Hi­res-audio kann das gu­te Stück, son­dern auch Vir­tu­al At­mos, DTS:X und vie­les mehr. Mit ei­nem plat­ten Ste­reo­si­gnal ge­füt­tert und oh­ne wei­te­re Kon­fi­gu­ra­ti­on, er­klingt sie noch recht un­schein­bar, eben wie ei­ne Sound­bar. Fängt man aber an mit den Pre­sets für Film, Voice, Ga­ming oder Mu­sik zu spie­len oder gar Mehr­ka­nal-for­ma­te ein­zu­spei­sen, dann über­rascht die HTZF9 auf gan­zer Li­nie. Ja, na­tür­lich wird hier mit psy­cho­akus­ti­schen Tricks und Knif­fen und Lauf­zeit­ver­zö­ge­run­gen ge­ar­bei­tet, aber das Er­geb­nis hat uns ver­blüfft und Mi­nu­ten lang mit ei­nem of­fe­nen Mund stau­nen las­sen. Hub­schrau­ber kreis­ten über un­se­rem Kopf, da er­tö­nen Ge­räu­sche und Stim­men links und rechts ne­ben uns aus dem Nichts, die auf den ers­ten Blick gar nicht von der Sound­bar kom­men kön­nen. Und doch, So­ny hat an die­ser Stel­le wirk­lich al­les rich­tig ge­macht. So ist es mit­hil­fe der op­tio­nal er­hält­li­chen Sa­tel­li­ten-spea­ker tat­säch­lich mög­lich ein voll­stän­di­ges 5.1 Set­up zu er­set­zen. Und das ganz oh­ne läs­ti­ges Strip­pen zie­hen. Aber auch als 3.1-Set­up oh­ne Sa­tel­li­ten be­kommt man viel Raum-ac­tion für ei­nen klei­nen Ta­ler. Es ist für uns kei­ne Lie­be auf den ers­ten Blick, aber auf je­den Fall auf den Zwei­ten. Wir wur­den ei­nes Bes­se­ren be­lehrt und wer­den in Zu­kunft nicht mehr so vor­ur­teils­be­haf­tet auf Vir­tual­au­dio-for­ma­te schie­len. Dan­ke für die­se Er­kennt­nis, So­ny.

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