Test Schein­hardt ACS En­co­re & Jump‘n‘Run Die sit­zen: zwei In-Ears mit an­ge­pass­ten Ohr­stü­cken

Audio - - INHALT - Von Andre­as Gün­ther

Schein­hardt fer­tigt seit Jah­ren Oto­plas­ti­ken für Hör­ge­rä­teakus­ti­ker so­wie Ge­hör­schutz für kri­ti­sche Be­rufs­grup­pen. Jetzt hat die Fir­ma wei­te­re Ziel­grup­pen ent­deckt: mu­si­kaf­fi­ne Sport­ler und Büh­nen­mu­si­ker. Für bei­de baut der Her­stel­ler am­bi­tio­nier­te Klang­wand­ler nach dem Ide­al des In- Ear- Mo­ni­to­rings. Hier ent­ste­hen Kopf­hö­rer, die auf den in­di­vi­du­el­len Ge­hör­gang maß­ge­schnei­dert wer­den. Das Pro­ce­de­re ha­ben wir aus­führ­lich in un­se­rer AU­DIO 3/18 be­schrie­ben. Im ers­ten Schritt muss der In­ter­es­sent ei­nen Hör­ge­rä­teakus­ti­ker auf­su­chen. Der nimmt ei­nen Ab­druck des Ge­hör­gangs, was nicht lan­ge dau­ert und auch nicht weh­tut. Dar­aus wie­der­um formt Schein­hardt Ge­häu­se für win­zi­ge Klang­wand­ler. Beim Mo­dell „Jump‘n’Run“ist es ein Hy­brid-Trei­ber, beim Edel-Wand­ler „ACS En­co­re Stu­dio“nutzt Schein­hardt – sen­sa­tio­nell – fünf Trei­ber. Was sich auch an den schnö­den PreisZif­fern ab­le­sen lässt: Das für Sport­ler ge­dach­te und per Blue­tooth an­steu­er­ba­re Jump‘n’Run kos­tet 250 Eu­ro, die Va­ri­an­te ACS En­co­re Stu­dio liegt bei 1020 Eu­ro. Das ist stolz – aber eben auch par­al­lel zum Auf­wand, denn au­ßer den fünf Trei­bern wal­tet hier auch ei­ne kom­ple­xe Dreiwe­ge-Wei­che. Wir ha­ben lan­ge ge­lauscht und sa­gen: Die­ser Kopf­hö­rer holt die höchs­ten Fein­hei­ten aus ei­ner Auf­nah­me her­aus. Was an­ge­nehm auf­fällt: Er ist kom­plett auf Li­nie ab­ge­stimmt. Hier gibt es kei­ne mo­di­schen An­he­bun­gen des Bas­ses oder ei­ne Über­prä­senz der Mit­ten – es herr­schen bes­te Li­nea­ri­tät und Ehr­lich­keit. Als ers­ten au­dio­phi­len Prüf­stein ha­ben wir Orffs „Car­mi­na Bura­na“auf­ge­legt, in der Ein­spie­lung un­ter Kurt Eich­horn, mit Lu­cia Popp und Her­mann Prey. Die Dy­na­mik ist mäch­tig, die Klang­prä­senz ver­füh­re­risch. An schlech­ten Kopf­hö­rern be­ginnt schon der Ein­gang­s­chor zu dröh­nen. Der ACS En­co­re Stu­dio zeig­te die Fül­le, ver­schluck­te sich aber nie an der Macht von Chor und Orches­ter. Im Ge­gen­teil: Hier wur­de bes­te Ana­ly­se ge­bo­ten, die Staf­fe­lung war punkt­ge­nau, zugleich stimm­ten die fein­dy­na­mi­schen Wer­te. Mit die­sem Kopf­hö­rer könn­te man ei­ne Auf­nah­me mas­tern, die Ton­meis­ter der Welt wä­ren be­glückt. Wenn man denn mit dem Tra­ge­ge­fühl klar­kommt. Hier Vor­sicht: Die In- Ears sit­zen mit deut­li­chem Kon­takt zur Haut des Oh­res. Das mag nicht je­der, das kann ei­ne Form von Platz­angst schü­ren. Des­halb: Wohl über­le­gen und schon bei der For­m­ab­nah­me durch den Hör­ge­rä­teakus­ti­ker re­flek­tie­ren, ob man mit dem Hör­ge­fühl le­ben kann. In ei­ner an­de­ren Li­ga spielt der Jump‘n’Run, der die Sport­ler an­spre­chen soll. Er braucht kein Ka­bel, die Si­gna­le wer­den via Blue­tooth über­mit­telt. Un­se­re Mes­sun­gen zei­gen: Auch der Jump‘n’Run wur­de auf Li­nea­ri­tät ge­trimmt. Die Hö-

Klang­ge­winn und bes­ter Halt: Wer aus sei­nem In-Ear al­les her­aus­ho­len will, soll­te über maß­ge­schnei­der­te Oto­plas­ti­ken nach­den­ken. Kos­ten und Auf­wand hal­ten sich in Gren­zen.

hen sind de­zent, die Bäs­se und Mit­ten da­für prä­sent. Nir­gends ein Hauch von Show. Genau­so hört er sich auch an. Für über­schau­ba­res Geld gibt es hier ei­nen maß­ge­nau­en In­nen­ohr- Hö­rer. Spor­ti­ve Zeit­ge­nos­sen soll­ten sich freu­en: die­ser Kopf­hö­rer sitzt per­fekt. Selbst auf den holp­rigs­ten Jog­ging- Stre­cken wird er nicht aus dem Ohr fal­len. Klang­lich wur­de grund­ehr­li­che Har­mo­nie an die Trom­mel­fel­le ge­flu­tet. Die Auf­lö­sung er­reich­te zwar nicht die Lu­xus­klas­se des ACS En­co­re Stu­dio, trotz­dem: Er ist fast so et­was wie ein Schnäpp­chen.

BES­TE VER­PA­CKUNG: Schein­hardt lie­fert sei­ne In-Ears in der prak­ti­schen Scha­tul­le. Fehl­käu­fe sind hier so gut wie aus­ge­schlos­sen – ge­fällt ihm das End­pro­dukt nicht, hat der Kun­de Schein­hardts Geld-zu­rück-Ga­ran­tie.

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