FRISCH GE­PRESST

Audio - - REPORT › BESUCH BEI NUBERT - Vi­nyl mit Lothar Brandt

Co­lum­bia/ Speakers Cor­ner

Es muss für die Schneid-In­ge­nieu­re ein Alp­traum ge­we­sen sein, über 31 (Sin­fo­nie Nr. 4) re­spek­ti­ve 32 Mi­nu­ten (Sin­fo­nie Nr. 5) Beet­ho­ven auf ei­ne Plat­ten­sei­te zu brin­gen. Auch beim rand­vol­len Reis­sue von Speakers Cor­ner schaff­ten sie es mit re­spek­ta­blem Er­geb­nis, Pal­las in Die­p­holz press­te zu­dem auf sehr lauf­ru­hi­gem Vi­nyl. Da­bei brems­te der bei der Auf­nah­me 1958 schon 81-jäh­ri­ge Di­ri­gent Bru­no Wal­ter sein Orches­ter aus ame­ri­ka­ni­schen Eli­temu­si­kern über­haupt nicht ein – im Ge­gen­teil, zum Teil lässt er sehr flott mu­si­zie­ren. Doch De­tails und Nuan­cen blei­ben in die­ser frü­hen, sehr breit an­ge­leg­ten Ste­reo­pho­nie gut hör­bar. Ei­ne von Men­sch­lich­keit und Schön­heit durch­drun­ge­ne Darstel­lung.

Cle­ar­au­dio/ In-Akus­tik (Dop­pel- LP, Ga­te­fold)

Zum 40. Ge­burts­tag hat Cle­ar­au­dio ge­mein­sam mit In-Akus­tik die­sen ge­lun­ge­nen Sam­pler quer durch die Gen­res zu­sam­men­ge­stellt, mit dem sich die Fä­hig­kei­ten ei­ner HiFi-An­la­ge tes­ten las­sen. Die 16 Ti­tel tei­len sich vier ab­so­lut sau­ber ge­fer­tig­te Plat­ten­sei­ten (es gibt auch ei­ne CD), was der Dy­na­mik dient. Das spielt schon zum Auf­takt Drum­mer Char­ly An­to­li­ni in die Hän­de. Ba­ro­cke Or­gel­pracht, küh­le Jazz­bal­la­den, hei­ße La­tin-Rhyth­men, zar­tes Sin­ger-Song­wri­ter­tum, at­mo­sphä­ri­scher Blues, sprit­zi­ges Jazz-Klas­sik-Cross­over und sanf­te Welt­mu­sik fol­gen. Hans-Jörg Maucksch sorg­te für den so druck­vol­len wie dif­fe­ren­zier­ten Ge­samt­s­ound, Hen­drik Pau­ler für den per­fek­ten Vi­nyl­schnitt in DMM.

MPS/ Edel (Dop­pel- LP, Ga­te­fold, un­ge­füt­ter­te In­nen­hül­len)

Der ita­lie­ni­sche Gi­tar­rist Ni­co­la Con­te kommt mit dem schwe­di­schen Sa­xo­fo­nist Magnus Lind­gren, dem US-ame­ri­ka­ni­schen Trom­pe­ter Theo Cro­ker und dem fin­ni­schen Drum­mer Tep­po Mä­ki­nen zu­sam­men, um kos­mi­sche Mu­sik zu ma­chen. Die wahr­lich mul­ti­kul­tu­rell be­setz­te Spi­ri­tu­al Ga­la­xy lässt ihr bro­deln­des, von Afri­ka be­seel­tes Ge­bräu mit dem Ge­sang von Bridget­te Amo­fah, Ca­ro­li­na Bub­bi­co, Za­ra Macfar­la­ne so­wie Zoe Mo­di­ca adeln. Dass Con­te bei der wie­der­be­leb­ten MPS an­ge­dockt hat, bringt den Sound nach vor­ne, die Press­tech­nik hält glück­li­cher­wei­se mit. „West­li­che“Mu­si­ker wah­ren bei der Ein­ver­nah­me afri­ka­ni­scher Kul­tur nicht im­mer de­ren Wür­de und Kraft. Hier ge­lingt das gran­di­os.

At­lan­tic/ Speakers Cor­ner

HiFi, das hieß an­no 1956 im Jazz nach links und rechts ver­teil­te In­stru­men­te. Auf Sei­te A spielt Lee Ko­nitz sein Alt­sa­xo­fon von links, wäh­rend Drum­mer Dick Scott, Bas­sist Ar­nold Fish­kind und Gi­tar­rist Bil­ly Bau­er von rechts er­klin­gen. Auf Sei­te B wech­selt Ko­nitz zum Te­nor, sein Quar­tett – jetzt mit Scott, Bas­sist Pe­ter Ind und Pia­nist Sal Mo­s­ca – und hupt jetzt von rechts. Den­noch ge­lang es In­ge­nieur Ru­dy van Gel­der sei­ner­zeit schon, ei­ne ge­wis­se Tie­fe in den Klang zu brin­gen. Ko­nitz und sei­ne zwei Trup­pen swin­gen cool durch das New Yor­ker Stu­dio, wo At­lan­tic-Boss Nes­uhi Er­te­gun die Auf­sicht führ­te und mit Pe­ter Inds „Nes­uhi‘s In­stant“ge­wür­digt wur­de. Ray Staff re­mas­ter­te hoch­ach­tungs­voll.

Neu­klang/ In-Akus­tik

Auch das is­rae­li­sche Trio Sha­losh (he­brä­isch für drei) spiel­te oh­ne nach­träg­li­che Kor­rek­tu­ren über das ana­lo­ge Ne­ve-VXSMisch­pult di­rekt auf die zwei Spu­ren der Band­ma­schi­ne Stu­der A 80 im Ton­stu­dio Bau­er. Und was für ei­ne gran­dio­se Mu­sik Ga­di Stern (p), Da­vid Michae­li (b) und Ma­tan As­sa­yag (dr) ma­chen! Jazz­pu­ris­ten wer­den sich hier mög­li­cher­wei­se ab­wen­den, so wird da teil­wei­se ge­rockt. Stern fin­det da­zu auch in den irr­wit­zigs­ten Im­pro­vi­sa­tio­nen im­mer wie­der zu grif­fi­gen Me­lo­di­en zu­rück. Doch al­le drei Mu­si­ker sind Vir­tuo­sen mit Freu­de am in­ten­sivs­ten Aus­tausch, auch in sub­ti­le­ren Pas­sa­gen. Ei­ni­ge Klicks in „Vi­deo Ga­mes“, wa­ren zu be­mer­ken, sonst geht hier die au­dio­phi­le Post stö­rungs­frei ab.

Her­bie Mar­tin Mu­sic (mit Down­load-Vou­cher)

Auf ih­rem zwei­ten Al­bum mischt Rieke Katz ganz ent­spannt Jazz, Pop, Sin­gerSong­wri­ter, Soul. Da­bei mei­det die di­plo­mier­te Pop- und Jazz­sän­ge­rin Ex­tre­me. Sie zeigt Ge­fühl, oh­ne das mit Krei­schen, Brül­len oder Jam­mern zu un­ter­strei­chen. Die Karls­ru­he­rin singt vier der zehn Songs auf Deutsch, was nicht pein­lich, son­dern be­rei­chernd wirkt. Den­noch sind die stärks­ten Num­mern ein Co­ver von Gershwins „Won­der­ful“mit ei­nem tol­len Flü­gel­horn­so­lo von Joo Kraus und das selbst­ge­schrie­be­ne „But­ter­fly“, das fe­der­leicht ab­hebt. Ob­wohl die In­stru­men­te in Stock­holm auf­ge­nom­men wur­den, der Ge­sang aber in den Lud­wigs­bur­ger Bau­er Stu­di­os, er­gibt sich ein höchst an­ge­neh­mer Ge­samt­klang.

Di­ver­se Va­rious Ar­tists Cle­ar­au­dio 40 Ye­ars Ex­cel­lence Edi­ti­on

Sin­ger-Song­wri­ter Rieke Katz That‘s Me

Sin­fo­nik Lud­wig van Beet­ho­ven Sin­fo­ni­en Nr. 4+5; Co­lum­bia SO, Bru­no Wal­ter

Afro-Soul- Jazz Ni­co­la Con­te & Spi­ri­tu­al Ga­la­xy Let Your Light Shi­ne On

Jazz Sha­losh Stu­dio Kon­zert

Jazz Lee Ko­nitz In­si­de HiFi

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