Die Gro­Ko kann kom­men

Augsburger Allgemeine (Land Nord) - - Erste Seite - VON MAR­TIN FERBER fer@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Druck hat ge­wirkt: Recht­zei­tig vor der Bun­des­tags­sit­zung am mor­gi­gen Don­ners­tag, in der es um die Re­ge­lung des Fa­mi­li­en­nach­zugs bei Flücht­lin­gen mit ein­ge­schränk­tem Schutz geht, fan­den CDU, CSU und SPD ei­ne Lö­sung, um auch als Re­gie­rung im War­te­stand mit ei­ner Stim­me spre­chen zu kön­nen. Mit die­sem Kom­pro­miss ste­hen die Si­gna­le bei den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen auf Grün, das größ­te Hindernis wur­de schon vor­ab aus dem Weg ge­räumt.

In der Sa­che selbst ist die Ei­ni­gung ein klas­si­scher Kom­pro­miss, mit dem Uni­on wie SPD gut le­ben kön­nen. Ei­ner­seits kön­nen ab dem 1. Au­gust Ehe­frau­en und Kin­der wie­der nach Deutsch­land kom­men, was für ei­ne In­te­gra­ti­on der Be­trof­fe­nen über­aus wich­tig ist. Das kann die SPD für sich ver­bu­chen. An­de­rer­seits wird der Nach­zug auf ma­xi­mal 1000 Per­so­nen pro Mo­nat be­grenzt, wo­mit sich die Uni­on durch­ge­setzt hat. In Aus­nah­me­fäl­len greift ei­ne Här­te­fall­re­ge­lung, wor­auf die SPD be­stan­den hat.

Ins­ge­samt be­wegt sich der Kom­pro­miss ex­akt im Rah­men des be­reits er­ziel­ten Son­die­rungs­er­geb­nis­ses – auch das ist ein deut­li­cher Fin­ger­zeig mit Blick auf die Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen. Der Spiel­raum für Nach- und Neu­ver­hand­lun­gen ist ex­trem be­grenzt.

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