EU zeich­net düs­te­res Bild der Tür­kei

Ak­tu­el­ler Be­richt zu Bei­tritts­ver­hand­lun­gen

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik -

Brüs­sel Die EU-Kom­mis­si­on übt in ih­rem neu­en Be­richt zu den Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei scharf wie nie zu­vor Kri­tik an der Po­li­tik des is­la­misch-kon­ser­va­ti­ven Staats­prä­si­den­ten Re­cep Tay­yip Er­do­gan. Doch trotz of­fen­sicht­li­cher Men­schen­rechts­ver­stö­ße und man­geln­der Rechts­staat­lich­keit will die Brüs­se­ler Be­hör­de die Ge­sprä­che aber vor­erst nicht ab­bre­chen.

Der zu­stän­di­ge EU-Kom­mis­sar Jo­han­nes Hahn mach­te zur Vor­stel­lung des Be­richts deut­lich, dass die EU ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund der Flücht­lings­kri­se auf ei­ne en­ge Zu­sam­men­ar­beit mit der Tür­kei an­ge­wie­sen sei. Der EU-Kom­mis­sar for­der­te die Füh­rung des Lan­des al­ler­dings auf, selbst ei­ne Rich­tungs­ent­schei­dung zu tref­fen. Er­do­gan selbst for­der­te von Brüs­sel ei­ne schnel­le Ent­schei­dung über die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen.

Als Bei­spie­le für die be­sorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lung in der Tür­kei nann­te Hahn Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit, die Fest­nah­me von Po­li­ti­kern der Op­po­si­ti­ons­par­tei HDP so­wie die Dis­kus­si­on über ei­ne Wie­der­ein­füh­rung der To­des­stra­fe. Im Be­richt ist so­gar vom Ver­dacht „zahl­rei­cher schwe­rer Ver­let­zun­gen des Ver­bots von Fol­ter und Miss­hand­lung“zu le­sen. Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te for­der­ten die EU-Kom­mis­si­on auf, Kon­se­quen­zen zu zie­hen. Der Par­la­ments-Vi­ze­prä­si­dent Alex­an­der Graf Lambs­dorff (FDP) sag­te: „Das ver­zwei­fel­te Fest­hal­ten der Mit­glied­staa­ten und der Kom­mis­si­on an ei­nem ge­schei­ter­ten Bei­tritts­pro­zess ist zu­tiefst un­ehr­lich und un­pro­duk­tiv.“

Er­do­gan

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