„Ach, lie­ber Herr­gott, die Ehe ist nicht et­was Na­tür­li­ches oder Na­tur­be­ding­tes, son­dern sie ist ein Ge­schenk Got­tes.“

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton - HEU­TE: HEI­NER KOCH, ERZBISCHOF VON BER­LIN

Das Schö­ne an die­sem Spruch ist, dass wir den glei­chen Adres­sa­ten ha­ben, den lie­ben Herr­gott. Dann wer­den aber auch schon die Dif­fe­ren­zen deut­lich. Die Ehe ist et­was Na­tür­li­ches, sie ist ja et­was Na­tur­be­ding­tes. Mann und Frau, das Le­ben zu tei­len, ist et­was in der Na­tur Ge­ge­be­nes. Aber sie ist auch ein Ge­schenk Got­tes, das wür­de ein Ka­tho­lik si­cher nie als Ge­gen­satz se­hen. Al­les was uns na­tür­lich ge­ge­ben ist, ist gött­lich, und in der Na­tur und in den Ge­ge­ben­hei­ten kommt Gott uns ent­ge­gen. Des­halb kom­men wir als Ka­tho­li­ken so­gar zu dem Satz, dass für uns die Ehe ein Sa­kra­ment ist, ein hei­li­ger Ort, in dem Gott da ist. Da ist nicht nur ein Zwei­er­bund, son­dern ein Drei­er­bund. Und die Men­schen, die sa­gen, wir hei­ra­ten, sa­gen, wir neh­men Gott in un­se­re Mit­te und le­ben mit ihm und er­zeu­gen für ihn. Ich wür­de al­so den Spruch wei­ter­füh­ren: Die Ehe ist et­was Na­tür­li­ches und Na­tur­be­ding­tes. Sie ist Ge­schenk Got­tes und sie ist sei­ne Ge­gen­wart.

Mar­tin Lu­ther war Pries­ter, Ehe­mann, Den­ker, Kämp­fer, Zweif­ler – und ein ex­pres­si­ver Red­ner. Deutsch­land­ra­dio Kul­tur hat Pro­mi­nen­te ge­fragt, was ih­nen an­läss­lich des Lu­therJah­res 2016/2017 die vie­len von Lu­ther über­lie­fer­ten Sprü­che heu­te noch sa­gen – und was nicht. Die bes­ten Kom­men­ta­re sind täg­lich im bun­des­wei­ten Ra­dio­pro­gramm zu hö­ren.

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