Ho­den­krebs be­siegt: Marco Russ will zu­rück

Fuß­ball Der Pro­fi von Ein­tracht Frank­furt gilt als ge­heilt. Jetzt ackert er für sei­ne Rück­kehr

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport -

Frank­furt/Main

Ei­ne Do­ping­pro­be än­der­te al­les: Als Fuß­ball-Pro­fi Marco Russ vom Bun­des­li­gis­ten Ein­tracht Frank­furt am 30. April beim Spiel ge­gen Darm­stadt ei­ne Pro­be ab­gab, ahn­te er nicht, dass er schwer er­krankt ist. In Russ’ Kör­per wur­de ein er­höh­ter Wert ei­nes Wachs­tums­hor­mons nach­ge­wie­sen. Wäh­rend die Staats­an­walt­schaft an­fing, we­gen Do­ping­ver­dachts zu er­mit­teln, ka­men die Ärz­te schnell auf die rich­ti­ge Fähr­te: Ho­den­krebs.

Doch der heu­te 31-jäh­ri­ge De­fen­siv­spie­ler biss auf die Zäh­ne und zeig­te, dass er kämp­fen kann. Zu­erst im ers­ten Spiel nach der schlim­men Dia­gno­se, der Re­le­ga­ti­ons­par­tie ge­gen den 1.FC Nürn­berg, in dem es für die Ein­tracht ge­gen den Ab­stieg ging (1:1 – Russ schoss ein Ei­gen­tor), dann in der Be­hand­lung. Frank­furt hielt die Klas­se im Rück­spiel.

Nach ei­ner Ope­ra­ti­on und zwei Che­mo-The­ra­pi­en ist Russ, der aus dem Frank­fur­ter Nach­wuchs stammt und – ab­ge­se­hen von ei­nem kur­zen Gast­spiel beim VfL Wolfs­burg – seit 1996 un­un­ter­bro­chen für die Ein­tracht spielt, jetzt wie­der ge­sund.

Das er­ga­ben Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se. Er wird auch wie­der Fuß­ball spie­len kön­nen. „Marco Russ ist ge­sund. Er hat die Er­laub­nis der Ärz­te, wie­der sei­nem Be­ruf nach­zu­ge­hen und wird mit der Re­ha be­gin­nen“, sag­te Ein­tracht-Trai­ner Ni­co Ko­vac im Ok­to­ber. „Wir freu­en uns al­le sehr über die Nach­richt.“Nur knapp sechs Mo­na­te nach­dem die Krank­heit er­kannt wor­den war, ackert er für sei­ne Rück­kehr. „Ich ha­be ein Ziel: Ich will im Ja­nu­ar mit ins Trai­nings­la­ger nach Abu Dha­bi. Egal, ob es dann schon fürs Mann­schafts­trai­ning reicht oder ob ich dort wei­ter das Re­ha-Pro­gramm ma­che. Wenn mein Kör­per wei­ter­hin so mit­macht, bin ich zu­ver­sicht­lich“, sag­te Russ der Bild.

Ins­ge­samt stand Russ schon in 276 Bun­des­li­ga­spie­len auf dem Platz. An ei­ne über­has­te­te Rück­kehr in die Li­ga denkt der Ver­tei­di­ger in­des noch nicht: „Es be­steht die Ge­fahr auf Ent­zün­dun­gen im Kör­per.“Er ha­be fast ein hal­bes Jahr „nichts ge­macht. Ich fan­ge kom­plett bei Null an.“Sein Team schla­ge sich aber auch oh­ne ihn sehr gut: „Man hat nicht das Ge­fühl, dass ich an al­len Ecken und En­den feh­le – des­halb ha­be ich auch kei­ne Ei­le.“Frank­furt steht der­zeit über­ra­schend auf Rang acht der Bun­des­li­ga-Ta­bel­le.

Russ, der vor der Er­kran­kung Ka­pi­tän in Frank­furt war, kann sich Zeit las­sen: Noch wäh­rend sei­ner Be­hand­lung ver­län­ger­te sein Klub den Ver­trag mit ihm bis 2019.

Fo­to: dpa

Marco Russ

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