Bun­des­tags­kan­di­dat will die Uhr zu­rück­dre­hen

Po­li­tik Die Grü­nen im Kreis set­zen auf Franz Bos­sek. Und der über­rascht sie mit ei­ner For­de­rung

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON MICHA­EL RAITH

Augs­burg

Die Grü­nen wähl­ten im Augs­bur­ger Zeug­haus ih­ren Kan­di­da­ten für die Bun­des­tags­wahl 2017. Im Wahl­kreis Augs­burg Land, der gro­ße Tei­le der Land­krei­se Augs­burg und Aichach-Fried­berg um­fasst, schickt die Par­tei den Kut­zen­hau­se­ner Franz Bos­sek ins Ren­nen.

Über­ra­schend war Bos­sek der ein­zi­ge Be­wer­ber, nach­dem Man­fred Brill sei­ne Kan­di­da­tur zu­rück­ge­zo­gen hat­te. Bos­sek ist Leh­rer an der Mit­tel­schu­le Fi­schach und au­ßer­dem als Per­so­nal-Trai­ner tä­tig. Er ist ver­hei­ra­tet und hat zwei Kin­dern. Über sei­ne po­li­tisch An­fän­ge er­zählt er, „dass be­son­ders die Teil­nah­me an An­ti-Strauß-De­mos und mein ver­wei­ger­ter Wehr­dienst in den 80er-Jah­ren mich po­li­tisch ge­prägt und zu den Grü­nen ge­bracht ha­ben“. Seit 2011 ist der in Augs­burg ge­bo­re­ne 51-Jäh­ri­ge Mit­glied und wohnt ak­tu­ell in Kut­zen­hau­sen, wo er auch Ge­mein­de­rat ist.

Sein Pro­gramm stell­te Franz Bos­sek da­bei vor sei­ner Wahl zum Kan­di­da­ten aus­führ­li­cher vor. Ein Kern­punkt ist für Bos­sek un­ter an­de­rem der Um­welt­schutz. So will er ei­ne schnel­le Ener­gie­wen­de weg von Koh­le hin zu er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en wie Wind­kraft und auch ei­nen dar­aus fol­gen­den so­for­ti­gen Atom­aus­stieg. Er sagt da­zu: „Es ist mir auch sehr wich­tig, die Na­tur zu schüt­zen und da­für zu sor­gen, dass nicht zu vie­le Flä­chen vom Men­schen weg­ge­nom­men wer­den et­wa für un­nö­ti­gen Stra­ßen­bau“.

Des­halb tritt Bos­sek auch für den Aus­bau des öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs ein und will für mehr und bes­se­re Fahr­rad­we­ge sor­gen. Die gro­ßen Men­gen Müll sind ihm eben­falls ein Dorn im Au­ge. Sein Re­zept: „Durch hö­he­re Ab­ga­ben die Her­stel­ler zu zwin­gen, we­ni­ger Ver­pa­ckun­gen zu ge­brau­chen“.

Auch über das all­ge­gen­wär­ti­ge The­ma Flücht­lin­ge hat sich Bos­sek Ge­dan­ken ge­macht und be­grüßt et­wa das von der SPD vor­ge­schla­ge­ne Ein­wan­de­rungs­ge­setz als „ei­nen Vor­schlag, den die Grü­nen schon lan­ge hat­ten und nun end­lich von der SPD auf­ge­grif­fen wur­de“. Den Ver­zicht auf ei­ne Ober­gren­ze und ei­nen eu­ro­päi­schen Flücht­lings­fond, bei dem nach sei­ner Idee je­der Staat für je­den sei­ner Bür­ger ei­nen Fest­be­trag ein­zah­len soll, schlägt er vor.

Dis­kus­sio­nen gab es beim letz­ten Punkt von Bos­seks Vor­schlä­gen. Er will näm­lich die Zeit­um­stel­lung ab­schaf­fen, für die im Früh­jahr und Som­mer die Uhr um ei­ne St­un­de vor­ge­stellt wird. „Das ist schlecht für den Bio-Rhyth­mus“, sagt der Kan­di­dat und will nun die Zeit zu­rück­dre­hen.

Ei­ni­ge der An­we­sen­den be­zeich­ne­ten die­sen Vor­schlag als „nicht grün“oder hin­ter­frag­ten den Sinn. Die meis­ten konn­te Franz Bos­sek aber mit sei­ner Ar­gu­men­ta­ti­on über­zeu­gen, dass die Zeit­um­stel­lung kei­nen Vor­teil brin­ge und für Men­schen un­ge­sund sei.

So war dann auch das Wah­l­er­geb­nis ein­deu­tig mit 19 von 21 Stim­men für ihn. Ein sicht­lich er­freu­ter Bos­sek nahm die Wahl an und sag­te, er freue sich jetzt in den kom­men­den Mo­na­ten für sich und sei­ne Par­tei mit Sicht auf die Bun­des­tags­wahl 2017 Wer­bung zu ma­chen und zu ver­su­chen, die Wäh­ler von sei­nen Ide­en und der grü­nen Par­tei zu be­geis­tern.

Fo­to: Micha­el Raith

Ein er­freu­ter Franz Bos­sek nach der er­folg­rei­chen Wahl zum Grü­nen-Bun­des­tags­kan­di­da­ten im Wahl­kreis Augs­bur­gLand.

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