Wie­der­ho­lung nach Eis­wür­fel­wurf

Ab­ge­bro­che­ne Par­tie Lau­in­gen-Hol­len­bach wird neu an­ge­setzt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport Im Augsburger Land -

Lau­in­gen/Hol­len­bach

Auch Tho­mas Holz­ap­fel hat­te schon Schlim­mes be­fürch­tet, als die Par­tie der Be­zirks­li­ga Nord zwi­schen sei­nem FC Lau­in­gen und dem TSV Hol­len­bach in der 92. Mi­nu­te ab­ge­bro­chen wur­de, weil sich der Schieds­rich­ter nach ei­nem flie­gen­den Eis­wür­fel­ge­schoss ei­nes Lau­in­ger Be­treu­ers be­droht fühl­te. Der FCL-Trai­ner rech­ne­te mit ei­ner Nie­der­la­ge plus – im schlimms­ten Fall – ei­nem Punkt­ab­zug durch das Sport­ge­richt. Doch nach der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem schwä­bi­schen Be­zirks-Sport­ge­richt kam es nun ganz an­ders.

Der FC Lau­in­gen wur­de kom­plett frei­ge­spro­chen und kommt zu ei­nem Wie­der­ho­lungs­spiel. Ei­ne Tät­lich­keit ge­gen­über dem Schieds­rich­ter konn­te nicht aus­rei­chend nach­ge­wie­sen wer­den. So­mit al­so we­der ei­ne Wer­tung der Par­tie für den TSV Hol­len­bach, noch ei­ne Be­stra­fung ge­gen den FC Lau­in­gen – das über­rascht im La­ger des TSV Hol­len­bach schon sehr. „Wir wer­den das gan­ze jetzt erst ein­mal sa­cken las­sen und dann in al­ler Ru­he über ei­ne Be­ru­fung ge­gen das Ur­teil nach­den­ken“, so TSV-Fuß­ball­ab­tei­lungs­lei­ter Bern­hard Fi­scher in ei­ner ers­ten Stel­lung­nah­me zu die­ser selt­sa­men Ur­teils­fin­dung, die sich ge­schla­ge­ne zwei Mo­na­te hin­aus­zö­ger­te.

Die ent­schei­den­de Fra­ge da­bei: War der Wurf des Lau­in­ger Be­treu­ers ge­zielt auf den Re­fe­ree ge­rich­tet? Die­se An­sicht ver­tra­ten die Un­par­tei­ischen und bra­chen die Par­tie ab. Doch die di­ver­sen Zeu­gen­aus­sa­gen konn­ten die­ses Bild nicht be­stä­ti­gen. Dass der Eis­beu­tel ge­wor­fen wur­de, steht au­ßer Zwei­fel. Doch es ka­men er­heb­li­che Zwei­fel auf, dass es tat­säch­lich ei­ne „ziel­ge­rich­te­te“Ak­ti­on war. Ein Zeu­ge er­klär­te, dass der Eis­beu­tel auf dem Bo­den lan­de­te, auf­platz­te und dann Eis­wür­fel her­aus­spran­gen. Nach wei­te­ren An­ga­ben wur­de der Schieds­rich­ter auch durch ein­zel­ne Wür­fel ge­trof­fen.

„Bei Be­wer­tung der ver­schie­de­nen Aus­sa­gen in der münd­li­chen Ver­hand­lung kommt das Be­zirksS­port­ge­richt Schwa­ben hin­ge­gen zur Über­zeu­gung, dass der Be­trof­fe­ne nicht die Ab­sicht hat­te, den Schieds­rich­ter mit dem Eis­beu­tel kör­per­lich zu at­ta­ckie­ren“, lau­tet es im Ur­teils­text. Des­halb sei­en die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Spiel­ab­bruch letzt­lich nicht ge­ge­ben.

Ganz un­ge­scho­ren kommt der Lau­in­ger Be­treu­er aber nicht da­von. Für sein Fehl­ver­hal­ten ver­ur­teil­te ihn das Sport­ge­richt zu ei­ner Geld­stra­fe von 300 Eu­ro un­ter Ver­eins­haf­tung.

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