Mehr Re­spekt vor der Orches­ter­ar­beit

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton Regional -

Zum Ar­ti­kel „Ihr Part­ner, das Cel­lo“vom 10. No­vem­ber: Zu­erst mei­nen Glück­wunsch an Frau Ros­sel zu ih­rer So­lo-CD. So et­was ist nicht leicht zu er­rei­chen. Nun be­zeich­net sie be­wusst pro­vo­kant die Ar­beit in ei­nem Be­rufs­or­ches­ter als „Mu­sik nach Plan, da kann ich auch ins Bü­ro ge­hen“. Bei ei­ner sol­chen Cha­rak­te­ri­sie­rung fra­ge ich mich, wie viel Er­fah­rung mit pro­fes­sio­nel­ler Orches­ter­ar­beit sie wohl hat. Na­tür­lich kann man das so se­hen, aber be­vor man in die­ses „Bü­ro“ge­hen kann, muss man zu­erst ein Pro­be­spiel ge­win­nen. Das ist ei­ne äu­ßerst ho­he Hür­de, an der al­lein schon des­we­gen vie­le schei­tern müs­sen, weil es in die­sem Markt ge­wöhn­lich sehr viel mehr gut­aus­ge­bil­de­te Be­wer­ber als of­fe­ne Stel­len gibt. Je­der, der die­se Hür­de ge­nom­men hat, soll­te sich ein­ge­ste­hen, dass ne­ben viel har­ter Ar­beit und der ei­ge­nen Leis­tung auch das Glück zum Er­folg bei­ge­tra­gen hat. Es gibt des­halb kei­nen Grund, von ei­ner Orches­ter­po­si­ti­on auf frei­be­ruf­lich tä­ti­ge Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen her­ab­zu­se­hen. Um­ge­kehrt soll­te es aber auch nicht an Re­spekt ge­gen­über de­nen feh­len, die die­ser wirk­lich an­spruchs­vol­len Ar­beit un­ter oft wid­ri­gen Be­din­gun­gen nach­ge­hen.

Augs­burg

Ger­hard Veith,

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