IS-Ter­ror trifft Pa­kis­tan

Mehr als 50 To­te nach An­schlag auf Schrein

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik -

Is­la­ma­bad Ein ver­hee­ren­der Bom­ben­an­schlag auf ei­nen Su­fi-Schrein in Pa­kis­tan hat mehr als 50 Men­schen das Le­ben ge­kos­tet. Die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) ha­be sich zu der Blut­tat be­kannt, sag­te der In­nen­mi­nis­ter der süd­li­chen Pro­vinz Ba­lu­chis­tan, Sarf­raz Bug­ti. Die Zahl der To­ten gab er mit 52 an, Ra­dio Pa­kis­tan mel­de­te 54. Mehr als 110 Men­schen wur­den bei der Atta­cke auf den rund 100 Ki­lo­me­ter nörd­lich von Ka­rat­schi ge­le­ge­nen Shah-No­ora­ni-Schrein ver­letzt.

„Es war ein Selbst­mord­an­schlag“, sag­te Po­li­zei­of­fi­zier Man­zoor Awa­ner. Der Tä­ter sei ein jun­ger Mann im Te­enager-Al­ter ge­we­sen. Es ist der drit­te An­schlag in Pa­kis­tan in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten, zu dem sich der IS be­kann­te.

Der Hü­ter des Schreins, Na­waz Ali, sag­te, dass mehr als 1000 Män­ner, Frau­en und Kin­der dort an ei­ner Ze­re­mo­nie teil­ge­nom­men hät­ten. Nach An­ga­ben des Re­gie­rungs­chefs von Ba­lu­chis­tan, Sindh Mu­rad Alia Shah, stam­men die meis­ten der To­ten aus der 13-Mil­lio­nen-Ein­woh­ner-Me­tro­po­le.

Su­fis fol­gen ei­ner mys­ti­schen Form des Is­lams. Ih­re Schrei­ne wer­den im­mer wie­der von ra­di­kal­is­la­mi­schen Ta­li­ban an­ge­grif­fen, die mei­nen, dass Mu­sik und Tanz beim Ge­bet un­is­la­misch sei­en. Ba­lu­chis­tan ist die größ­te pa­kis­ta­ni­sche Pro­vinz. Sie reicht von der af­gha­ni­schen Gren­ze bis zum Ara­bi­schen Meer und gilt als Un­ru­he­herd des Lan­des. Se­pa­ra­tis­ten, sun­ni­ti­sche Ex­tre­mis­ten, pa­kis­ta­ni­sche und af­gha­ni­sche Ta­li­ban trei­ben dort ihr Un­we­sen.

In jüngs­ter Zeit hat auch der IS ver­sucht, in Pa­kis­tan Fuß zu fas­sen. Bei ei­nem An­griff auf ei­ne Po­li­zei­aka­de­mie in der Pro­vinz­haupt­stadt Qu­et­ta ka­men im Ok­to­ber 61 Men­schen ums Le­ben, mehr als 100 wur­den ver­letzt. Im Au­gust wur­den vor ei­ner Kli­nik in Qu­et­ta weit mehr als 80 Men­schen ge­tö­tet.

Fo­to: Ak­ber, dpa

Be­reits am Sonn­tag wur­den die Op­fer des An­schlags be­er­digt.

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