Rechts­po­pu­list Ho­fer hofft auf Rü­cken­wind

Bun­des­prä­si­den­ten­wahl FPÖ-Kan­di­dat Ho­fer sieht sich nach Trump-Sieg ge­stärkt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik - VON MARIELE SCHUL­ZE BERNDT

Wi­en

Do­nald Trumps Sieg im fer­nen Ame­ri­ka löst im ös­ter­rei­chi­schen Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf ge­misch­te Ge­füh­le aus. Für den Rechts­po­pu­lis­ten Nor­bert Ho­fer, FPÖ, könn­te Trumps Sieg ei­nen Schub be­deu­ten, dar­über sind sich so­wohl das FPÖ-La­ger als auch die An­hän­ger Alex­an­der Van der Bel­lens ei­nig. Ho­fer sieht Par­al­le­len zu sei­nem ei­ge­nen Wahl­kampf: Trump ha­be ge­siegt, weil er „au­then­tisch ge­blie­ben sei“, sag­te er.

Die Kon­tak­te sind längst ge­knüpft: FPÖ-Chef Heinz-Chris­ti­an Stra­che ver­brach­te den Wahl­abend bei Re­pu­bli­ka­nern in Washington. Die Trump-kri­ti­schen Äu­ße­run­gen sei­nes Kon­kur­ren­ten Alex­an­der van der Bel­len kri­ti­siert er als „nicht klug“: „Das kann ich als Staats­mann nicht tun“, sag­te er. „Wenn man ei­nen Prä­si­den­ten der USA be­lei­digt, scha­det das un­se­rer Wirt­schaft.“

Van der Bel­len rief hin­ge­gen da­zu auf, das US-Wah­l­er­geb­nis als Weck­ruf zu be­trach­ten. „Ich möch­te nicht, dass Ös­ter­reich das ers­te west­eu­ro­päi­sche Land ist, in dem Rechts­dem­ago­gen die Macht über­neh­men“, warn­te er und mein­te da­mit, dass dies in Un­garn und Po­len be­reits ge­sche­hen ist. Die Stoß­rich­tung ist klar: Der Grü­ne Van der Bel­len hofft, mit sol­chen Sze­na­ri­en Wäh­ler zu ge­win­nen, die ihm eher skep­tisch ge­gen­über­ste­hen.

Doch noch hat der End­spurt zur Bun­des­prä­si­den­ten­wahl nicht be­gon­nen. Im­mer­hin ha­ben sich vie­le pro­mi­nen­te Po­li­ti­ker be­reits fest­ge­legt. Nicht nur füh­ren­de So­zi­al­de­mo­kra­ten, son­dern auch der ÖVPVor­sit­zen­de Rein­hold Mit­ter­leh­ner hat sich für Van der Bel­len aus­ge­spro­chen. „Er ist für den Wirt­schafts­stand­ort Ös­ter­reich die bes­se­re Wahl“, be­ton­te Mit­ter­leh­ner ges­tern noch ein­mal.

De­mo­sko­pen hal­ten Pro­gno­sen zur­zeit für un­mög­lich. Ei­ne Um­fra­ge aus dem Ok­to­ber ha­be leich­te Vor­tei­le für Ho­fer er­ge­ben, heißt es beim In­sti­tut So­ra. Dar­aus las­se sich aber nicht ab­lei­ten, dass er am 4. De­zem­ber die Wahl ge­win­nen wer­de. Dar­über dürf­ten die kom­men­den Wo­chen ent­schei­den. Nach der Um­fra­ge ha­ben sich et­wa sechs Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten noch nicht ent­schie­den.

Der Alt-Bun­des­prä­si­dent Heinz Fi­scher glaubt nicht dar­an, dass der Trump-Sieg die ös­ter­rei­chi­sche Wahl ent­schei­det: „Das ist kei­ne Ein­bahn­stra­ße“, sag­te er ges­tern am Ran­de ei­nes Vor­tra­ges. „Man­che wer­den sich be­stärkt füh­len, den ei­nen Kan­di­da­ten zu wäh­len, an­de­re aber wer­den ge­nau dar­um den an­de­ren wäh­len. Der Sal­do die­ser bei­den Rich­tun­gen wird sehr ge­ring sein. Des­we­gen glau­be ich nicht, dass das sich als ein gro­ßer Vor­teil für ei­nen der bei­den Kan­di­da­ten er­weist.“

Fo­to: dpa

Wer gra­tu­liert am En­de? Alex­an­der Van der Bel­len oder Nor­bert Ho­fer?

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