Wie ge­fähr­lich ist die Vo­gel­grip­pe?

H5N8 Das hoch­an­ste­cken­de Vi­rus brei­tet sich aus. Tau­sen­de Hüh­ner müs­sen ge­tö­tet wer­den. Was Ver­brau­cher nun be­ach­ten soll­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Panorama -

Berlin

Die Vo­gel­grip­pe mit dem Er­re­ger H5N8 ist in Deutsch­land in ei­ner ge­schlos­se­nen Mas­sen­tier­hal­tung aus­ge­bro­chen. 30000 Hüh­ner in ei­nem Be­trieb im schles­wig-hol­stei­ni­schen Grum­by wer­den ge­tö­tet.

Wie kam der Er­re­ger in den Stall?

Das ist bis­lang un­klar. Ein Ex­per­ten­team des Fried­rich-Lo­eff­ler-In­sti­tuts (FLI) wird das un­ter­su­chen.

Über wel­che We­ge kann er in ei­nen ge­schlos­se­nen Be­trieb ge­lan­gen?

In­fi­zier­te Wild­vö­gel schei­den den Er­re­ger zu­meist mit dem Kot aus. Die In­fek­ti­on kann durch di­rek­ten Kon­takt von Wild­vö­geln und Nutz­ge­flü­gel über­tra­gen wer­den. Dies soll mit ei­ner Stall­pflicht un­ter­bun­den wer­den. Auch über ver­seuch­tes Trink­was­ser oder Ein­streu kann sie in ei­nen Stall ge­lan­gen – oder über kon­ta­mi­nier­te Schuh­soh­len.

Gibt es Fäl­le in Bay­ern?

Bis­her wur­de bei acht Tie­ren die Vo­gel­grip­pe fest­ge­stellt, bei zwei Vö­geln im Kreis Lin­dau die Va­ri­an­te vom Typ H5N8. Die Er­geb­nis­se für die wei­te­ren Ver­dachts­fäl­le in den Krei­sen Lin­dau und Starn­berg wer­den in ein paar Ta­gen er­war­tet.

Woran er­ken­nen Ge­flü­gel­hal­ter ei­ne In­fek­ti­on?

Haupt­sym­ptom ist ein dras­ti­scher Rück­gang des Fut­ter­ver­brauchs. Es fol­gen grip­pe­ty­pi­sche Sym­pto­me wie Durch­fall oder ein Ein­bruch der Eier­pro­duk­ti­on. Meist ster­ben zeit­gleich vie­le Tie­re. Ist die Vo­gel­grip­pe in ei­nem Be­stand aus­ge­bro­chen, wird als Vor­sichts­maß­nah­me der ge­sam­te Be­stand ge­tö­tet.

Kann H5N8 auf den Men­schen über­tra­gen wer­den?

Bis­lang sind laut FLI welt­weit kei­ne Über­tra­gun­gen nach­ge­wie­sen, im Ge­gen­satz zu den Vo­gel­grip­pe-Er­re­gern H5N1 und H7N9. Ei­ne Über­tra­gung von H5N8 über in­fi­zier­te Le­bens­mit­tel ist laut Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung (BfR) „denk­bar, aber un­wahr­schein­lich“.

Sind Fleisch und Eier si­cher?

Laut BfR gibt es für die Mög­lich­keit ei­ner In­fek­ti­on des Men­schen durch ro­he Eier oder Roh­wurs­ter­zeug­nis­se mit Ge­flü­gel­fleisch von in­fi­zier­ten Tie­ren bis­her kei­ne Be­le­ge. Bei der Ver­ar­bei­tung soll­te be­ach­tet wer­den: Hän­de­wa­schen, ro­he Ge­flü­gel­pro­duk­te ge­trennt von an­de­ren Le­bens­mit­teln auf­be­wah­ren, gründ­li­ches Durch­ga­ren von Ge­flü­gel.

Was ist mit der Weih­nachts­gans?

Um gar zu wer­den, be­nö­tigt sie ei­ne Kern­tem­pe­ra­tur von 90 Grad. Wird sie ro­sa ge­bra­ten, braucht es ei­ne Kern­tem­pe­ra­tur von 75 bis 80 Grad. Bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren wä­re der Er­re­ger ab­ge­stor­ben.

In die­sem Be­trieb in Schles­wig Hol­stein ist die Vo­gel­grip­pe aus­ge­bro­chen.

Fo­tos: dpa

Vie­le fra­gen sich jetzt: Kann man die Weih­nachts­gans noch essen?

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