Mak­ler will nach Be­trugs­ur­teil wei­ter­ma­chen

Jus­tiz Ein Im­mo­bi­li­en­händ­ler aus Augs­burg wird zu ei­ner mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fe ver­ur­teilt. Die Stadt will, dass er des­halb künf­tig nicht mehr als Mak­ler ar­bei­ten kann. Doch das durch­zu­set­zen ist gar nicht so ein­fach

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg - VON JÖRG HEINZLE

Es geht in al­ler Re­gel um viel Geld, wenn Im­mo­bi­li­en­mak­ler ih­re Ge­schäf­te ab­wi­ckeln. Wer da­bei als Kun­de an ei­nen un­se­riö­sen An­bie­ter ge­rät, dem droht im schlimms­ten Fall so­gar der fi­nan­zi­el­le Ru­in. Um das mög­lichst zu ver­hin­dern, be­nö­ti­gen Im­mo­bi­len- und Fi­nanz­mak­ler ei­ne Ge­neh­mi­gung. In Augs­burg muss­te schließ­lich ein Ge­richt dar­über ent­schei­den, ob ein we­gen Be­trugs vor­be­straf­ter Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­mer noch in der Bran­che tä­tig sein darf.

Der Mann ist vor ei­ni­gen Jah­ren zu ei­ner mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fe ver­ur­teilt wor­den, er hat laut Ur­teil des Augs­bur­ger Land­ge­richts meh­re­re 100000 Eu­ro Scha­den an­ge­rich­tet. Der 47-jäh­ri­ge Ge­schäfts­mann stammt aus Augs­burg. Er hat, so steht es im Ur­teil des Land­ge­richts, Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten stu­diert und war schon bei ei­ner re­nom­mier­ten Un­ter­neh­mens­be­ra­tung tä­tig. Doch er soll, so sa­hen es Staats­an­walt­schaft und Ge­richt, bei sei­nen Im­mo­bi­li­en­ge­schäf­ten be­trü­ge­risch vor­ge­gan­gen sein.

Im Ur­teil heißt es un­ter an­de­rem, dass er Grund­stü­cke be­reits ge­gen ei­ne An­zah­lung im fünf­stel­li­gen Be­reich wei­ter­ver­kauf­te, ob­wohl er selbst noch gar nicht der Be­sit­zer war – und den Kauf­preis nicht auf­brin­gen konn­te. Auch Ar­chi­tek­ten­und Pla­nungs­bü­ros, die für ge­plan­te Bau­pro­jek­te Leis­tun­gen er­brach­ten, soll er dem­nach ge­prellt ha­ben. Auf­fäl­lig ist, dass Sitz und Na­men sei­ner Fir­men of­fen­sicht­lich im­mer wie­der wech­sel­ten. Zu­dem lis­tet das Ur­teil ei­ne gan­ze Rei­he von Vor­stra­fen auf. Der 47-Jäh­ri­ge war des­halb zu vier Jah­ren und drei Mo­na­ten Ge­fäng­nis ver­ur­teilt wor­den. Er wehr­te sich län­ge­re Zeit ge­gen die Ver­ur­tei­lung. Am En­de wur­de die Stra­fe aber doch rechts­kräf­tig.

Sei­ne Er­laub­nis, als Mak­ler tä­tig zu sein, die er seit den Jahr 1992 be­saß, woll­te er aber nicht auf­ge­ben. Für die Stadt war es nicht ein­fach, den Ent­zug der Er­laub­nis durch­zu­set­zen. Vor al­lem dau­er­te es ei­ni­ge Zeit. Denn der 47-Jäh­ri­ge war zu­nächst gar nicht er­reich­bar. Die Stadt wuss­te nicht, wo er wohnt. Schließ­lich wur­de die Nach­richt ein­fach öf­fent­lich aus­ge­hängt. Spä­ter gab er an, er sei zu der Zeit in Un­ter­su­chungs­haft ge­ses­sen. Als der Im­mo­bi­li­en­händ­ler vom Ent­zug der Er­laub­nis dann doch er­fuhr, reich­te er ge­gen die Stadt ei­ne Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt ein. Zur Ver­hand­lung er­schien der Mann jetzt aber nicht. Er mel­de­te sich kurz zu­vor krank.

Die Ver­wal­tungs­rich­ter lie­ßen das aber nicht gel­ten. Sie ver­han­del­ten den Fall oh­ne ihn, das ver­hin­der­te auch ei­ne wei­te­re Ver­zö­ge­rung. Die Sa­che war für die Kam­mer un­ter Vor­sitz von Rich­te­rin In­grid Lin­der oh­ne­hin ein­deu­tig. Die Ge­wer­be­ord­nung ge­be aus ih­rer Sicht vor, dass ein Mak­ler nicht we­gen Be­trugs ver­ur­teilt sein dür­fe. Zu­dem schul­de er der Stadt Ger­we­be­steu­er in Hö­he von über 10000 Eu­ro. Das spre­che nicht für die vom Ge­setz ge­for­der­ten so­li­den Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se ei­nes Mak­lers. Der Mak­ler selbst hat­te das ganz an­ders ge­se­hen.

Er hat­te in der Kla­ge be­strit­ten, dass er der Stadt noch Steu­ern nach­zah­len müs­se. Er mach­te ei­ne er­staun­li­che Ge­gen­rech­nung auf: Das Lan­des­amt für Fi­nanz, gab er an, schul­de ihm noch 400 Mil­lio­nen Eu­ro.

Zur Ver­hand­lung er­schien er nicht

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