Er­in­ne­rung an die Ge­fal­le­nen und ein Licht für den Frie­den

Ge­denk­fei­ern In Schwab­stadl be­rich­tet ein jun­ger Sol­dat. Auch bei der Neu­säs­ser Fei­er spie­len Ju­gend­li­che ei­ne Rol­le

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land -

Schwab­mün­chen/Neu­säß Bei der zen­tra­len Ge­denk­fei­er zum Volks­trau­er­tag am Sol­da­ten­fried­hof Schwab­stadl ge­dach­ten Ver­tre­ter aus po­li­ti­schem und mi­li­tä­ri­schem Le­ben im Augs­bur­ger Land und im Raum Lands­berg der Op­fer von Krieg, Ge­walt­herr­schaft und Ter­ror.

Vor über 20 Fah­nen­ab­ord­nun­gen und zahl­rei­chen Be­su­chern lenk­te Augs­burgs Land­rat Mar­tin Sai­ler den Blick auch auf ak­tu­el­le The­men. „Die To­ten­ge­denk­ta­ge im No­vem­ber sind zen­tra­le Ta­ge un­se­rer Er­in­ne­rungs­kul­tur. Die Er­in­ne­rung wie­der­um stellt uns vor Her­aus­for­de­run­gen für die Zu­kunft“, sag­te er und un­ter­strich die Not­wen­dig­keit der Flücht­lings­hil­fe so­wie de­ren bis­he­ri­ge Er­fol­ge. „Krieg löst kei­ne Pro­ble­me, son­dern ver­la­gert sie nur“, gab er zu be­den­ken.

Ober­stabs­ge­frei­ter Frank Küg­ler, ein jun­ger Sol­dat vom Lech­feld, gab sei­ne per­sön­li­chen Ein­drü­cke zu Tod und Ter­ror wie­der. „Er­schallt ei­ne Si­re­ne, wis­sen wir, das ist ein Si­gnal für die Feu­er­wehr, die Flücht­lin­ge sind zu­sam­men­ge­zuckt und dach­ten, ein An­griff ste­he be­vor“, er­in­nert sich Küg­ler. Die To­ten al­ler Krie­ge war­nen vor Gleich­gül­tig­keit, fass­te er zu­sam­men.

Für die Geist­lich­keit sag­te Pas­to­ral­re­fe­rent Hu­bert Hus­ter von der ka­tho­li­schen Mi­li­tär­seel­sor­ge: „Der Volks­trau­er­tag ist sehr ak­tu­ell, sind doch Krieg und Ver­trei­bung ganz nah bei uns.“

„Las­sen wir Re­spekt wal­ten im Um­gang mit­ein­an­der. Re­spek­tie­ren wir die Frei­heit des An­ders­den­ken­den und las­sen wir es nicht zu, dass in un­se­rer Ge­sell­schaft das Ni­veau un­ter das Nor­mal­maß an To­le­ranz und Re­spekt sinkt.“Das war die zen­tra­le Bot­schaft des Neu­säs­ser Bür­ger­meis­ters Richard Gr­ei­ner an­läss­lich der ach­ten Neu­säs­ser Frie­dens­nacht auf. Seit fast ei­nem Jahr­zehnt fin­det dort am Vor­abend des Volks­trau­er­tags ei­ne zen­tra­le Ver­an­stal­tung, die Frie­dens­nacht, statt, ver­an­stal­tet von den ka­tho­li­schen und evan­ge­li­schen Ge­mein­den, Ver­ei­nen und Ver­bän­den und der Ge­mein­de. Auf die zen­tra­le Ver­an­stal­tung fol­gen klei­ne­re Ge­denk­fei­ern in den ein­zel­nen Orts­tei­len. Ähn­li­che Fei­ern gab es am Sams­tag und Sonn­tag in vie­len Ge­mein­den im Land­kreis Augs­burg.

Die re­ge Teil­nah­me der Neu­säs­ser Bür­ger zeig­te deut­lich die Ver­bun­den­heit der Le­ben­den mit ih­ren ge­fal­le­nen und ge­tö­te­ten An­ge­hö­ri­gen. Den öku­me­ni­schen Got­tes­dienst in der St. Ägi­di­us­kir­che fei­er­ten Pfar­rer Dr. Mar­kus Schrom und Pfar­re­rin Bet­ti­na Böh­mer-La­mey. Im Rah­men des Got­tes­diens­tes wur­de je­weils ein Licht für je­den Stadt­teil ent­zün­det, das als Frie­dens­licht in ei­ner La­ter­ne mit den je­wei­li­gen Trau­er­krän­zen zu den Krie­ger­denk­mä­lern ge­bracht wur­de, wo kur­ze Ge­denk­fei­ern statt­fan­den. Zu­dem konn­ten in der evan­ge­li­schen Emm­aus­kir­che und der ka­tho­li­schen St. Ste­phan­kir­che be­son­de­re Ver­an­stal­tun­gen im Rah­men der Frie­dens­nacht be­sucht wer­den. Die Stadt­tei­le Ham­mel und Tä­fer­tin­gen ver­an­stal­te­ten an­schlie­ßend an die Ge­denk­fei­er in St. Ägi­di­us Fa­ckel­zü­ge zu ih­ren Krie­ger­denk­mä­lern.

Ei­nen be­son­de­ren Bei­trag leis­te­te das Ju­gend­kul­tur­haus Ste­reo­ton. Zu­sam­men mit den an­we­sen­den Ju­gend­li­chen ent­zün­de­te der Lei­ter des Hau­ses, Mar­kus Bz­duch, ein Feu­er für den Frie­den und hielt ei­ne Ge­denk­mi­nu­te ab.

Fo­to: Uwe Bol­ten

So wie in fast al­len Ge­mein­den, wur­de ges­tern auch am Sol­da­ten­fried­hof in Schwab­stadl der Op­fer von Krieg, Ge­walt­herr­schaft und Ter­ror ge­dacht.

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