War­um Berlin für Her­bert Wo­er­lein weit weg­bleibt

Bun­des­tags­wahl Der Stadt­ber­ger ver­passt den von ihm an­ge­streb­ten Lis­ten­platz. Woran der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te jetzt schon denkt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON JA­NA TALLEVI

Stadtbergen Für Her­bert Wo­er­lein, SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Stadtbergen, wird es vor­aus­sicht­lich schwer, ein Man­dat für den Bun­des­tag zu er­lan­gen. Auf der Be­zirks­ver­samm­lung sei­ner Par­tei am Wo­che­n­en­de in Neu-Ulm er­reich­te er nicht wie an­ge­strebt den zwei­ten Platz in der Auf­stel­lung der männ­li­chen Be­wer­ber aus Schwa­ben, son­dern nur den drit­ten. „Mir geht es jetzt in ers­ter Li­nie dar­um, vie­le Stim­men für mei­ne Par­tei zu ho­len, und ich freue mich ehr­lich auf den Wahl­kampf im kom­men­den Som­mer“, gibt sich Wo­er­lein den­noch sport­lich. Und er macht klar: „Ernst wird es für mich dann erst im Wahl­kampf ein Jahr spä­ter, 2018.“Das be­deu­tet: Wo­er­lein will für ei­ne zwei­te Le­gis­la­tur­pe­ri­ode in den Land­tag nach Mün­chen.

Im Mo­ment ist die baye­ri­sche SPD da­bei, die Lis­te ih­rer Kan­di­da­ten für die Bun­des­tags­wahl im Som­mer 2017 zu­sam­men­zu­stel­len. Vor we­ni­gen Wo­chen war Wo­er­lein im Un­ter­be­zirk Augs­burg-Land mit über 90 Pro­zent der De­le­gier­ten­stim­men für die­ses Amt no­mi­niert wor­den. Vier Jah­re zu­vor war der Fried­ber­ger Bernd Ban­te der ge­mein­sa­me Kan­di­dat der bei­den Un­ter­be­zir­ke ge­we­sen.

Mit der Lis­te der SPD-Kan­di­da­ten fährt der schwä­bi­sche Be­zirks­vor­sit­zen­de Hein­rich Förs­ter nun zum Par­tei­tag nach Nürnberg, wo die end­gül­ti­ge Rei­hung der Bun­des­tags­kan­di­da­ten fest­ge­legt wird. „Da kommt es nun auf des­sen Ver­hand­lungs­ge­schick an, auf wel­chem Lis­ten­platz ich tat­säch­lich lan­de“, so Her­bert Wo­er­lein.

Über­ra­schun­gen kann es bei Wah­len den­noch im­mer wie­der ge­ben. So war auch Wo­er­leins Ein­zug in den Land­tag im Jahr 2013 nicht un­be­dingt ab­seh­bar ge­we­sen. Den­noch schaff­te er es schließ­lich als drit­ter SPD-Kan­di­dat aus dem Land­kreis Augs­burg nach Ha­rald Gül­ler und Si­mo­ne Stroh­mayr ins baye­ri­sche Par­la­ment. Zu­erst war er noch mit ei­ner Kan­di­da­tur an der ei­ge­nen Par­tei ge­schei­tert, kam dann als Er­satz für den Bo­bin­ger Hel­mut Jess­ke doch noch zum Zug. Jess­ke hat­te sei­ne Kan­di­da­tur auf­grund der da­ma­li­gen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten beim Augs­bur­ger Stadt­ju­gend­ring zu­rück­ge­zo­gen.

Seit­dem, so Wo­er­lein, ha­be er als Mit­glied im Aus­schuss für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten so­wie im Aus­schuss für Um­welt und Ver­brau­cher­schutz gu­te Er­fol­ge vor­zu­wei­sen. Den­noch ging der von dem 58-Jäh­ri­gen an­ge­streb­te zwei­te Män­ner-Lis­ten­platz der Schwa­benSPD nach Karl-Heinz Brun­ner (Neu-Ulm, Günz­burg und Un­ter­all­gäu) an den 40-jäh­ri­gen Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Aler­heim Chris­toph Schmid (Do­nau-Ries). Er ist da­mit rein re­gio­nal ge­se­hen Nach­fol­ger der lang­jäh­ri­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ga­b­rie­le Fo­gra­scher, die 2017 nicht mehr an­tritt. „Ich schät­ze ihn sehr“, so Wo­er­lein über Schmid. Die De­le­gier­ten sei­en der Mei­nung ge­we­sen, dass sie nicht zu vie­le Kan­di­da­ten aus dem Groß­raum Augs­burg auf den vor­de­ren Plät­zen ha­ben woll­ten. „Wo­bei der Wohn­ort ei­gent­lich in Zei­ten di­gi­ta­ler Ver­net­zung kei­ne Rol­le mehr spie­len muss“, fin­det Wo­er­lein. Auf Platz eins der Frau­en­rei­hung steht die Augs­bur­ger SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulrike Bahr.

Aus dem Land­kreis Augs­burg könn­te nun in den nächs­ten vier Jah­ren ab 2017 wei­ter­hin der Neu­säs­ser Hans­jörg Durz der ein­zi­ge Ab­ge­ord­ne­te im Bun­des­tag aus dem Land­kreis Augs­burg blei­ben. Er soll für die CSU wie­der als Bun­des­tags­kan­di­dat an­tre­ten. Bei der Wahl 2013 hat­te er das Di­rekt­man­dat für Berlin ge­holt – wie sei­ne Par­tei im Land­kreis be­reits seit 1949. Üb­ri­gens sind al­le baye­ri­schen SPDBun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten über die Lis­te ins Par­la­ment ein­ge­zo­gen. »Kom­men­tar, Bay­ern-Teil

Her­bert Wo­er­lein

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