Wie hieß der Ale­man­ne wirk­lich?

Orts­na­men Bo­bin­gen gibt ein paar Rät­sel auf, denn die Her­kunft ist un­klar

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON JÜR­GEN DILL­MANN

Land­kreis Augs­burg Wir sind im Sü­den Augs­burgs, am Rand der West­li­chen Wäl­der. Und da liegt an Wertach und Sin­gold Bo­bin­gen, seit 1969 ei­ne Stadt. Mit den fünf in den 1970er-Jah­ren ein­ge­mein­de­ten Orts­tei­len le­ben heu­te mehr als 17 000 Men­schen hier.

Zwar ist die Her­kunft des Orts­na­mens klar, es war ein wohl im sechs­ten Jahr­hun­dert le­ben­der Ale­man­ne, der sich hier ver­ewig­te. Bo­bin­gen be­deu­tet al­so bei den Leu­ten des … ja, wie hieß er nun? Tat­säch­lich ist der Na­me des Grün­ders nicht ein­deu­tig klar, oder bes­ser ge­sagt, wie er ge­schrie­ben wur­de.

Für Pro­fes­sor Wal­ter Pötzl war es ein ge­wis­ser „Bo­bo“, im In­ter­net­auf­tritt der Stadt hat­te der ale­man­ni­sche Sied­ler den Na­men „Bo­po“, und Frei­herr von Reit­zen­stein tauscht die B, und so wird es ein Mann mit dem ei­ni­ger­ma­ßen pein­li­chen Na­men „Pop­po“– al­ler­dings mit zwei p, vi­el­leicht, um är­ger­li­chen Kom­men­ta­ren ein we­nig ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Und auch wenn B und P pho­ne­tisch nah bei­sam­men­lie­gen: Für manch ei­nen Bo­bin­ger wä­re es wohl ein durch­aus ver­ständ­li­cher­wei­se) Alb­traum, wenn sei­ne Hei­mat­stadt „Po­pin­gen“oder gar „Pop­pin­gen“hie­ße …

Im 10. Jahr­hun­dert fin­det sich in den An­na­len der Na­me „Po­bin­ga“, ein Jahr­hun­dert spä­ter heißt der Ort „Po­pin­ga“. 1549 kommt der ur­kund­li­che Orts­na­me „Bo­bin­genn“un­se­rer heu­ti­gen Schreib­wei­se schon sehr na­he. Im Jahr 1670 fin­det sich in den Ur­kun­den auch ei­ne la­ti­ni­sier­te Fas­sung: „Bo­bin­gen­sis Sue­vus“. Cle­mens Wen­zes­laus, Fürst­bi­schof von Augs­burg (ab 1768), ha­be einst an­ge­ord­net, dass „je­de Ge­mein­de in un­se­rem Lan­de sich ei­nes Ab­zei­chens be­die­nen soll“, so Bo­bin­gen im In­ter­net. Und so wird seit 1837 ein of­fi­zi­el­les Wap­pen ge­führt. Auf blau­em Un­ter­grund ei­ne sil­ber­ne (wei­ße) Spit­ze, in der ein nach un­ten of­fe­nes, schwar­zes Huf­ei­sen ab­ge­bil­det ist. Die Far­ben Weiß und Blau be­zie­hen sich auf die Zu­ge­hö­rig­keit zu Bay­ern.

Rät­sel gibt das Huf­ei­sen auf. Die Deu­tung, es be­zie­he sich auf die Pfer­de in der Hun­nen­schlacht auf dem Lech­feld, ist wohl falsch. Tat­säch­lich wa­ren die un­ga­ri­schen Pfer­de nicht be­schla­gen. Oben­drein war die be­rühm­te Schlacht wohl nicht im Bo­bin­ger Ge­biet. Und so nimmt man an, das Huf­ei­sen er­in­ne­re an die länd­li­che Pfer­de­zucht in die­sem Raum.

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