Trump und Trumpp

In­ter­view Der Krum­ba­cher Un­ter­neh­mer Wil­fried Trumpp über die Bei­na­he-Na­mens­gleich­heit mit dem künf­ti­gen ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Nachbarschaft - VON PE­TRA NELHÜBEL

Krum­bach Er heißt Trumpp. Mit dop­pel­tem „p“. Und er ist Chef der UTT Tech­ni­sche Tex­ti­li­en Gm­bH & Co. KG in Krum­bach, die tech­ni­sche Ge­we­be, vor al­lem für Air­bags von Fahr­zeu­gen, her­stellt. Zu­min­dest das Un­ter­neh­me­ri­sche hat Wil­fried Trumpp al­so mit sei­nem Na­mens­vet­ter, dem ge­wähl­ten USPrä­si­den­ten Do­nald Trump, ge­mein. Und auf die Bei­na­he-Na­mens­gleich­heit wird er der­zeit häu­fig an­ge­spro­chen, wie er im In­ter­view mit un­se­rer Zei­tung be­rich­tet.

Wie oft sind Sie in den ver­gan­ge­nen Ta­gen oder Wo­chen auf die Na­mens­gleich­heit mit dem in­zwi­schen neu ge­wähl­ten US-Prä­si­den­ten an­ge­spro­chen wor­den? Wil­fried Trumpp: Ei­gent­lich über­all, wo ich was zei­gen muss­te, al­so mei­ne Kre­dit­kar­te oder so, da kam das schon vor. Ist ja na­he­lie­gend. Da ka-

men dann Fra­gen nach den Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis­sen.

Ha­ben Sie denn selbst Stamm­baum­for­schung be­trie­ben? Gibt es vi­el­leicht ge­mein­sa­me Wur­zeln? Sie schrei­ben sich ja mit dop­pel­tem p …

Trumpp: Das mit den zwei p hängt wahr­schein­lich da­mit zu­sam­men, dass die Ame­ri­ka­ner da, wie auch bei an­de­ren Na­men, den Dop­pel­kon­so­nan­ten weg­fal­len las­sen. So zum Bei­spiel bei Hoff­mann, das dann ein­fach zu Hof­man wird. Ir­gend­wo so um das 17. Jahr­hun­dert her­um füh­ren die Wur­zeln zu­min­dest in die sel­be Re­gi­on. Ei­ne Ah­nen­for­schung in dem Sin­ne ha­be ich aber nicht be­trie­ben.

Ihr Un­ter­neh­men UTT hat auch in Me­xi­ko ein klei­nes Werk mit et­wa 40 Mit­ar­bei­tern. Wie man aus zahl­rei­chen Wahl­kampf­re­den weiß, ist ihr Bei­na­he-Na­mens­vet­ter Do­nald Trump auf die Me­xi­ka­ner nicht so gut zu spre­chen. Wie sieht es da bei Ih­nen aus?

Trumpp:

Ich bin gut zu spre­chen auf die Me­xi­ka­ner, weil die da ei­ne recht or­dent­li­che Ar­beit ma­chen. Wie man auch, nicht nur aus den USA oder von Do­nald Trump, weiß, hat das, was vor der Wahl ge­sagt wird, meist nicht viel zu tun mit dem, was nach der Wahl ge­macht wird. Da gibt es ja Bei­spie­le in an­de­ren Län­dern auch. Herr Kret­sch­mann von den Grü­nen fällt heu­te nicht son­der­lich ne­ga­tiv durch ir­gend­wel­che aus­ge­präg­ten grü­nen Mei­nun­gen auf. Herr Ra­me­low ist ein Lin­ker und fällt auch nicht auf durch ex­tre­me, lin­ke Äu­ße­run­gen. Vor der Wahl und nach der Wahl ist meis­tens ein klei­ner Un­ter­schied. Sie se­hen das ja auch an den welt­wei­ten Bör­sen- und Han­dels­re­ak­tio­nen. Un­mit­tel­bar nach der Wahl in den USA gab es ei­nen kur­zen Sturz nach un­ten. In­zwi­schen ha­ben sich die Bör­sen welt­weit auf ein bes­se­res Ni­veau er­holt, als es vor­her war. Es wird nichts so heiß ge­ges­sen, wie’s ge­kocht wird.

Sie sind wie Do­nald Trump auch Un­ter­neh­mer. In­wie­weit kön­nen Sie sich mit den An­sich­ten Ih­res ame­ri­ka­ni­schen Na­mens­vet­ters iden­ti­fi­zie­ren?

Trumpp: Al­so es gibt si­cher ei­ni­ge Po­si­tio­nen, wo man sa­gen muss, da hat er nicht ganz un­recht. Manch­mal muss man auch über­zie­hen, da­mit über­haupt ir­gend­was pas­siert. Er hat si­cher in dem Punkt recht, was das ame­ri­ka­ni­sche Esta­blish­ment an­geht. Es wä­re si­cher sinn­voll, wenn da et­was auf­ge­bro­chen wür­de. Man hat da ja ei­ne ähn­li­che Si­tua­ti­on in an­de­ren Län­dern auch. Es ist auch die Fra­ge, ob Kor­rup­ti­on im ei­gent­li­chen Sin­ne da­hin­ter­steckt oder ob es ein­fach ei­ne blo­ße Vet­tern­wirt­schaft ist. Man muss ganz klar se­hen, Do­nald Trump hat ei­nen Vor­teil: Er ist ab­so­lut un­ab­hän­gig. Er konn­te sa­gen, was er woll­te. Das hat er ge­tan. Es war nicht in al­len Fäl­len völ­lig in Ord­nung, teil­wei­se auch un­ter der Gür­tel­li­nie, das ist kei­ne Fra­ge. Aber er brauch­te auf nie­man­den Rück­sicht neh­men. Er brauch­te kei­nen, der ihn spon­sert. Die Haupt­fra­ge ist ja ei­gent­lich: War­um ge­lingt es ei­nem Land wie den USA nicht, Kan­di­da­ten auf die Bei­ne zu stel­len, die sich nor­mal ver­hal­ten? So et­was, wie da ge­lau­fen ist, kann man sich in Deutsch­land, zu­min­dest der­zeit, noch nicht vor­stel­len.

Ob da ein neu­er Trend zu uns her­über­schwappt?

Trumpp: Das wür­de ich mal un­ter­stel­len… Schau­en Sie mal nach En­g­land. Im Prin­zip ist dort ge­nau das Glei­che ge­lau­fen. Mit Ex­tre­m­aus­fäl­len von bei­den Sei­ten. Erst pre­digt man, man will den Br­ex­it ha­ben, und dann be­geht man Fah­nen­flucht. Die­se po­pu­lis­ti­schen Ten­den­zen gibt es in­zwi­schen über­all. Das ist ein Aus­druck von ex­tre­mer Un­zu­frie­den­heit sei­tens der Be­völ­ke­rung mit den vor­han­de­nen gro­ßen Par­tei­en. Das ha­ben wir doch hier in Deutsch­land auch.

Jetzt hat Ihr Na­mens­vet­ter in den USA so ei­ne sa­gen­haf­te Quer­ein­stei­ger­kar­rie­re als Po­li­ti­ker hin­ge­legt. Könn­ten Sie sich et­was Ähn­li­ches für sich auch vor­stel­len?

Trumpp: Im Prin­zip nein. Und zwar, weil ich über den Orts­ver­band, egal wel­cher Par­tei, nicht hin­aus­kä­me. Wahr­schein­lich wä­re ich in zwei Wo­chen mit al­len zer­strit­ten, weil mich Vet­tern­wirt­schaft so ab­stößt.

Do­nald Trump

Wil­fried Trumpp

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