Was tun bei Streik?

Ver­brau­cher Die Pi­lo­ten der Luft­han­sa dro­hen mit Ar­beits­kampf. Die­se Rech­te ha­ben Kun­den

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Berlin Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa müs­sen sich auf Streiks der Pi­lo­ten ge­fasst ma­chen. Nach ge­schei­ter­ten Ta­rif­ge­sprä­chen kün­dig­te die Ver­ei­ni­gung Cock­pit Ar­beits­nie­der­le­gun­gen an. Zu­nächst war un­klar, wann und wo die Aus­stän­de statt­fin­den. Wir fas­sen zu­sam­men, wel­che Rech­te die Kun­den ha­ben.

● In­for­ma­tio­nen Ers­ter An­sprech­part­ner für Flug­rei­sen­de ist im­mer die Flug­ge­sell­schaft, bei Pau­schal­rei­sen der Rei­se­ver­an­stal­ter. Auch der je­wei­li­ge Flug­ha­fen bie­tet auf sei­ner In­ter­net­sei­te aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen über die ak­tu­el­len Ab­flugund An­kunfts­zei­ten. Bei In­for­ma­tio­nen aus dem In­ter­net ist es sinn­voll, sich die­se aus­zu­dru­cken, um spä­ter ei­nen Be­leg zu ha­ben.

● Stor­nie­rung Ei­nen streik­be­dingt ge­stri­che­nen Flug kann der Kun­de stor­nie­ren, er be­kommt dann sein Geld zu­rück. Wer trotz­dem flie­gen will, hat An­spruch auf ei­nen spä­te­ren Flug. Das kann aber dau­ern, bis der Streik vor­bei ist – und auch län­ger, da ein Rück­stau ent­ste­hen kann. Bei lan­gen Aus­stän­den muss die Flug­ge­sell­schaft ei­ne Er­satz­be­för­de­rung or­ga­ni­sie­ren, zum Bei­spiel mit der Bahn oder mit Bus­sen. ● Ver­spä­tung Ver­spä­tet sich der Flug we­gen des Streiks, ste­hen Be­trof­fe­nen be­stimm­te Leis­tun­gen zu. Bei ei­ner kür­ze­ren Flug­stre­cke von ma­xi­mal 1500 Ki­lo­me­tern ha­ben die Pas­sa­gie­re ab ei­ner Ver­spä­tung von zwei St­un­den An­spruch auf Be­treu­ungs­leis­tun­gen, al­so Te­le­fo­na­te, Ge­trän­ke und Mahl­zei­ten. Ist der Flug zwi­schen 1500 und 3500 Ki­lo­me­ter lang, greift die Vor­schrift ab ei­ner Ver­spä­tung von drei St­un­den, bei Langstre­cken­flü­gen ab 3500 Ki­lo­me­tern liegt die Gren­ze bei vier St­un­den. Ge­ge­be­nen­falls muss auch ei­ne Über­nach­tung im Ho­tel be­zahlt wer­den. Auch bei ei­ner gro­ßen ab­seh­ba­ren Ver­spä­tung soll­ten Pas­sa­gie­re im­mer zur ur­sprüng­li­chen Ab­flug­zeit am Flug­ha­fen sein. Es be­steht sonst die Ge­fahr, dass der Rei­sen­de ei­nen Er­satz­flug ver­passt.

● Ent­schä­di­gung Bei An­nul­lie­rung, Über­bu­chung oder Ver­spä­tung ab drei St­un­den ha­ben Pas­sa­gie­re zwar An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung von bis zu 600 Eu­ro – aber nur, wenn kein „au­ßer­ge­wöhn­li­cher“Um­stand dar­an schuld ist. Die Flug­ge­sell­schaf­ten wer­ten Streiks als au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­stand. Ent­schä­di­gung gibt es nicht.

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