Was pas­siert mit der Au­to­bahn?

Wie weit die Pri­va­ti­sie­rungs­plä­ne der Po­li­tik sind

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Berlin Bis zu ei­ner mög­li­chen Be­tei­li­gung pri­va­ter In­ves­to­ren am Bau und Be­trieb von Au­to­bah­nen ist es of­fen­bar noch ein lan­ger Weg. Wan­ne in ent­spre­chen­der Ka­bi­netts­be­schluss fal­len kön­ne, sei of­fen, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Bun­des fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums am Mon­tag in Berlin. Über die De­tails der ge­plan­ten In­fra­struk­tur ge­sell­schaft lie­fen Ge­sprä­che in­ner­halb der Re­gie­rung. Das Bun­des wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um be­ton­te, we­der Stra­ßen noch die Ver­kehrs ge­sell­schaft soll­ten pri­va­ti­siert wer­den.

Nach der Ver­ein­ba­rung von Bund und Län­dern von Mit­te Ok­to­ber sol­le ei­ne pri­vat recht­li­che Ver­kehrs in­fra­struk­tur ge­sell­schaft ein­ge­rich­tet wer­den, die mehr Ef­fi­zi­enz bei Pla­nung und Bau brin­gen sol­le. Wie die­se Ge­sell­schaft or­ga­ni­siert wer­de, sei of­fen, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums von Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) am Mon­tag. Der­zeit fän­den Ge­sprä­che statt. Au­to­bah­nen und Bun­des­stra­ßen blie­ben je­den­falls Ei­gen­tum des Bun­des. Ziel der Ver­wal­tungs­re­form sei mehr Ef­fi­zi­enz bei Pla­nung und Bau. Die­ses Ziel kön­ne bei der Zu­sam­men­ar­beit mit pri­va­ten Ak­teu­ren er­reicht wer­den, sag­te die Spre­che­rin. Zu­nächst aber sol­le ei­ne sol­che pri­vat­recht­li­che Ge­sell­schaft ein­ge­rich­tet wer­den, dann erst kön­ne man mit­tel­fris­tig über die Be­tei­li­gung pri­va­ten Ka­pi­tals re­den. Der Staat wer­de auf je­den Fall die maß­geb­li­che Kon­trol­le ha­ben.

Am Wo­che­n­en­de hat­te der Spie­gel von Über­le­gun­gen be­rich­tet, bis zu 49,9 Pro­zent der In­fra­struk­tur ge­sell­schaft an pri­va­te In­ves­to­ren, et­wa Ban­ken und Ver­si­che­run­gen, zu ver­äu­ßern. Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le­ha bes ich im Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges für ei­ne pri­va­te Be­tei­li­gung aus­ge­spro­chen.

Ei­ne Spre­che­rin des Wirt schafts­mi­nis­te­ri­ums un­ter­strich, nach den Vor­stel­lun­gen von Res­sort­chef Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) soll­ten we­der Ge­sell­schaft noch Stra­ßen pri­va­ti­siert wer­den. Die Un­ver­äu­ßer­lich­keit von Au­to­bah­nen und Stra­ßen soll­ten im Grund­ge­setz fest­ge­schrie­ben wer­den. Ein Spre­cher des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums be­ton­te, die In­fra­struk­tur blei­be „Ei­gen­tum des Bun­des“. Ei­ne Pri­va­ti­sie­rung der Bun­des­fern­stra­ßen sei nicht vor­ge­se­hen.

Der Ge­samt­ver­band der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft un­ter­stützt da­ge­gen die Über­le­gun­gen in der Gro­ßen Ko­ali­ti­on, pri­va­te In­ves­to­ren am Bau und Be­trieb von Au­to­bah­nen zu be­tei­li­gen. Für die Ver­si­che­rungs­bran­che könn­te ei­ne sol­che Be­tei­li­gung in­ter­es­sant sein: „Wir ha­ben gera­de im Le­bens­ver­si­che­rungs­be­reich ein Port­fo­lio mit sehr lan­gen Lauf­zei­ten. Da­für brau­chen wir plan­ba­re und sta­bi­le Er­trä­ge“, sag­te Ver­bands-Chef­volks­wirt Klaus Wie­ner dem Han­dels­blatt. In­wie­fern ein Ein­stieg in den Ver­kehrs­sek­tor für Ver­si­che­rer in­fra­ge kom­me, hän­ge sehr von der Aus­ge­stal­tung ab. „Die Fra­ge ist, wel­che Ri­si­ken wir über­neh­men und wel­che Ren­di­te der Staat in An­leh­nung an die Markt­be­din­gun­gen da­für zu zah­len be­reit ist.“

Die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft ist in­ter­es­siert

Fo­to: Andre­as Lo­de

Deutsch­lands Au­to­bah­nen will der Bund künf­tig in ei­ner pri­vat­recht­li­chen Ge­sell­schaft ver­wal­ten.

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