Ein of­fe­nes Ohr für Krebs­pa­ti­en­ten

Hil­fe Krebs­be­ra­tungs­stel­le soll durch die neue Stif­tung „Augs­burg ge­gen Krebs“un­ter­stützt wer­den. War­um das so wich­tig ist

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Region Augsburg - VON HE­LE­NA SCHACHTSCHABEL

Re­gi­on

Wer Krebs hat, braucht als Ers­tes Ärz­te. Aber im­mer wich­ti­ger wer­den die Hil­fen für das Le­ben mit oder nach der Dia­gno­se. Die Augs­bur­ger Krebs­be­ra­tungs­stel­le aber ist per­so­nell am Li­mit und fi­nan­zi­ell nicht auf Dau­er ge­si­chert. Das soll jetzt an­ders wer­den – mit der neu­en Stif­tung „Augs­burg ge­gen Krebs“. Sie wur­de als ers­te The­men­stif­tung im Ge­sund­heits­be­reich un­ter dem Dach des Hau­ses der Stifter der Stadt­spar­kas­se ge­grün­det. Ihr Ziel ist es, das An­ge­bot der Krebs­be­ra­tungs­stel­le zu si­chern und lang­fris­tig plan­bar zu ma­chen. Das sei bis­her nicht mög­lich ge­we­sen, wie Ga­b­rie­le Brück­ner, Ge­schäfts­füh­re­rin der Baye­ri­schen Krebs­ge­sell­schaft, er­klärt: „Die Be­ra­tungs­stel­le ist zu ei­nem Groß­teil auf Spen­den an­ge­wie­sen, aber Spen­den sind ein­fach un­si­cher. Wir ha­ben mit un­se­ren zwei Fach­kräf­ten un­ser Li­mit an Be­ra­tungs­ge­sprä­chen er­reicht. Doch um zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter ein­zu­stel­len, fehlt die fi­nan­zi­el­le Pl­an­bar­keit.“

Da­bei wä­ren zu­sätz­li­che Fach­kräf­te und ein er­wei­ter­tes Hilfs­an­ge­bot nö­tig für die Re­gi­on Augs­burg: „Die psy­cho­so­zia­le Krebs­be­ra­tungs­stel­le ist ein enorm wich­ti­ges Stand­bein in der Ver­sor­gung von Tu­mor­pa­ti­en­ten“, sagt der Prä­si­dent der Baye­ri­schen Krebs­ge­sell­schaft und ehe­ma­li­ge Chef­arzt am Kli­ni­kum Augs­burg, Prof. Gün­ter Sch­li­mok. Er weiß, wie al­lein die Pa­ti­en­ten oft mit ih­rer Krank­heit sind: „Die sta­tio­nä­ren Be­hand­lun­gen wer­den aus öko­no­mi­schen Grün­den im­mer kür­zer und dann steht der Pa­ti­ent mit all sei­nen Fra­gen al­lein da: Wird er wie­der ge­sund? Kann er wei­ter ar­bei­ten? Was pas­siert mit der Fa­mi­lie?“

Die Be­ra­tungs­stel­le greift ge­nau an die­sem Punkt ein. Pa­ti­en­ten und de­ren An­ge­hö­ri­ge fin­den in den kos­ten­lo­sen Ge­sprä­chen ein of­fe­nes Ohr und Raum für ih­re Sor­gen. 523 Men­schen konn­te so im Vor­jahr ge­hol­fen wer­den. Ins­ge­samt wur­den von den bei­den Fach­kräf­ten 2000 Be­ra­tungs­ge­sprä­che ge­führt. Doch da­mit sei der Be­darf lang­fris­tig nicht ge­deckt, so Sch­li­mok. „Wir wer­den im­mer äl­ter und so­mit wer­den auch Tu­mor­er­kran­kun­gen häu­fi­ger“, gibt er zu be­den­ken.

Die neu ge­grün­de­te Stif­tung soll nun vor al­lem hel­fen, dass lo­kal ge­spen­de­tes Geld in der Re­gi­on bleibt. „Die Augs­bur­ger kön­nen jetzt in Augs­burg et­was Gu­tes tun“, sagt Ga­b­rie­le Brück­ner. Dass die Spen­den auch wirk­lich di­rekt in die Augs­bur­ger Be­ra­tungs­stel­le flie­ßen, da­für sorgt das Haus der Stifter, ei­ne Stif­ter­ge­mein­schaft der Stadt­spar­kas­se Augs­burg. „Wir küm­mern uns um al­les rund um die Ver­wal­tung“, er­klärt die Ku­ra­to­ri­ums­vor­sit­zen­de Cor­ne­lia Koll­mer. Seit dem Jahr 2012 ver­eint das Haus der Stifter vie­le Stifter und Spen­der, die un­ter­schied­lichs­te Pro­jek­te vom Sport bis zum Na­tur­schutz un­ter­stüt­zen. Ins­ge­samt sei­en es 34 Stif­tun­gen – und die Ten­denz sei wei­ter stei­gend: „Es gibt im­mer mehr Men­schen, die ger­ne Pro­jek­te un­ter­stüt­zen wol­len, mit de­nen sie selbst po­si­ti­ve Er­fah­run­gen ge­macht ha­ben“, so Koll­mer. O

Spen­den Haus der Stifter – Stif­ter­ge­mein­schaft der Stadt­spar­kas­se Augs­burg, IBAN: DE03 7205 0000 0000 0781 21, Ver­wen­dungs­zweck: Stif­tung Augs­burg ge­gen Krebs

„Wir wer­den im­mer äl­ter und so­mit wer­den auch Tu­mor­er­kran­kun­gen häu­fi­ger.“Prof. Gün­ter Sch­li­mok

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