Das Werk muss sich wan­deln

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Wenn et­was im Fu­jit­su-Werk in Augs­burg be­stän­dig ist, dann ist es der Wan­del. Die Pro­dukt­zy­klen in der Com­pu­ter­bran­che sind kurz. Der Stand­ort hat sich im­mer wie­der neu er­fin­den müs­sen. Fu­jit­su bie­tet ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit Le­no­vo nun Chan­cen, Ge­rä­te ge­mein­sam zu ent­wi­ckeln und die Pro­duk­ti­on aus­zu­las­ten. Doch dies al­lein wird nicht rei­chen.

Der In­for­ma­ti­ons­be­reich wan­delt sich der­zeit ra­sant. Im­mer mehr Da­ten wer­den nicht lo­kal ab­ge­spei­chert, son­dern in gro­ßen Re­chen­zen­tren – in der Cloud, der Da­ten­wol­ke. Fir­men könn­ten des­halb bald we­ni­ger Geld in neue Fu­jit­s­uSer­ver aus Augs­burg in­ves­tie­ren. Um­so wich­ti­ger ist es, dass am Stand­ort neue Ge­schäfts­fel­der er­schlos­sen wer­den: von der IT-Si­cher­heit hin zur Di­gi­ta­li­sie­rung der In­dus­trie. Fu­jit­su in Augs­burg treibt be­reits For­schung und Ent­wick­lung vor­an und hat sich vom „Werk“zum „Cam­pus“ent­wi­ckelt. Schwa­ben und Augs­burg könn­ten mit ih­ren Uni­ver­si­tä­ten und dem In­no­va­ti­ons­park ein idea­les Um­feld für wei­te­re In­ves­ti­tio­nen bie­ten. Fu­jit­su gab ges­tern be­kannt, ein neu­es For­schungs­zen­trum für die Di­gi­ta­li­sie­rung ein­rich­ten zu wol­len. Auch Augs­burg wä­re si­cher ein gu­ter Stand­ort da­für. Ver­gan­ge­nes Jahr ha­be man 75 Ar­beits­plät­ze ab­bau­en müs­sen. Be­reits heu­te be­mü­he sich Fu­jit­su, Auf­trä­ge von ex­ter­nen Part­nern zu er­hal­ten – dar­un­ter Ku­ka oder Kon­tron. „Die mög­li­che Ko­ope­ra­ti­on mit Le­no­vo bie­tet mehr Chan­cen als Ri­si­ken“, meint Schnee­voigt des­halb. „Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass das Desk­topGe­schäft am Stand­ort bleibt.“Bran­chen­fach­leu­te ver­mu­ten, dass es Le­no­vo mit der Ko­ope­ra­ti­on auch dar­um geht, stär­ke­ren Zu­gang zum Markt in Deutsch­land und Ja­pan zu be­kom­men.

Ähn­lich sieht es Michael Lep­pek, Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall Augs­burg: „Wir er­hof­fen uns von der Ko­ope­ra­ti­on mit Le­no­vo ei­ne grö­ße­re Aus­las­tung“, sagt er. Über­le­gun­gen, die Fer­ti­gung von Fu­jit­su aus­zu­glie­dern, ha­be es zwar im­mer wie­der ge­ge­ben. „Ich hof­fe aber nicht, dass das pas­siert.“Lep­pek sieht den Stand­ort in Deutsch­land, das La­bel „Ma­de in Ger­ma­ny“und das Ver­trau­en re­gie­rungs­na­her Kun­den als gro­ße Vor­tei­le. „Wir er­war­ten aber auch Zu­sa­gen zu den Stand­or­ten und zur Be­schäf­ti­gung – die­se wer­den wir ein­for­dern“, be­tont er, fügt aber an: „Wir ha­ben kei­ne Angst vor Le­no­vo, ganz im Ge­gen­teil. Es kann für Fu­jit­su nur bes­ser wer­den.“

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