Le­bens­raum für die Fi­sche

Kom­men­tar

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON DOROTHEA SCHUSTER Re­na­tu­rie­rung » do@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Un­ter dem Bau von Was­ser­kraft­wer­ken an den gro­ßen Flüs­sen wie Lech, Il­ler, Wertach und Do­nau, aber auch klei­ne­ren wie der Günz hat die Fi­schwelt in den letz­ten Jahr­zehn­ten stark ge­lit­ten. Hei­mi­sche Ar­ten konn­ten nicht mehr zu ih­ren Laich­plät­zen wan­dern, was sich stark auf die Ver­meh­rung aus­wirk­te. Der Be­stand der strö­mungs­lie­ben­den Ar­ten ist ein­ge­bro­chen. Man­che über­le­ben nur, weil Fi­scher mit Be­satz nach­hel­fen.

Die Eu­ro­päi­sche Was­ser­rah­men­richt­li­nie hat ei­ne Trend­wen­de ein­ge­lei­tet. Sie schreibt vor, dass die Fließ­ge­wäs­ser für Was­ser­le­be­we­sen durch­gän­gig ge­macht wer­den müs­sen. In der Re­gi­on gibt es ei­ni­ge Vor­zei­ge­stre­cken, un­ter an­de­rem an der Il­ler. Da­mit die Fi­sche wan­dern kön­nen, ent­stan­den mil­lio­nen­teu­re Fisch­trep­pen aus Be­ton.

Die Baye­ri­schen Elek­tri­zi­täts­wer­ke (BEW), die schon dort sehr in­no­va­tiv wa­ren, tes­ten am Un­te­ren Lech na­tur­na­he Al­ter­na­ti­ven. Ein Bach wur­de struk­tur­reich aus­ge­baut. Er soll zu ei­nem Le­bens­raum wer­den. Das Pro­jekt hat ei­ne Chan­ce ver­dient. Den Men­schen soll die Angst ge­nom­men wer­den, dass ih­re Kel­ler nass wer­den. Des­halb setzt BEW auf ei­nen in­ten­si­ven Dia­log. Das ist der rich­ti­ge Weg und ist wich­tig für die Ak­zep­tanz.

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