Zu al­len ver­füg­ba­ren Ter­mi­nen wird ge­spielt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton Regional -

ge­bucht ist, müs­sen al­le Auf­bau­ten des Thea­ters – die Büh­ne, die Be­leuch­tung, die Tech­nik, die Tri­bü­nen – ab­ge­baut und wie­der auf­ge­baut wer­den. Das dau­ert ins­ge­samt gut drei Ta­ge. Weil es im No­vem­ber nicht mög­lich ist, Mo­zarts „Ido­me­neo“in der Schwa­ben­hal­le zu in­sze­nie­ren, es gab kei­ne Ter­mi­ne, muss­te als Al­ter­na­ti­ve jetzt der Kon­zert­saal an der Uni­ver­si­tät ge­bucht wer­den. Denn die Ver­gibt trä­ge mit den Gäs­ten wa­ren schon un­ter­schrie­ben, die Pre­mie­re konn­te al­so nicht ver­scho­ben wer­den.

Was Aus­weich­spiel­stät­te heißt, hat auch das Pu­bli­kum im Mar­ti­niPark er­fah­ren. So­bald die Tem­pe­ra­tu­ren drau­ßen kalt wa­ren, wur­de es in der Hal­le mit fort­schrei­ten­der Spiel­dau­er un­ge­müt­li­cher. Die Heiz­ge­blä­se konn­ten we­gen ih­rer Laut­stär­ke nur vor der Vor­stel­lung und in der Pau­se lau­fen. Auch die Schau­spie­ler ha­ben am ei­ge­nen Leib er­fah­ren, wie for­dernd die Pro­ben­zeit im Mar­ti­ni-Park war. „Vie­le ha­ben sich er­käl­tet“, er­zählt der Schau­spie­ler Se­bas­ti­an Baum­gart. Aus der Not ha­be das En­sem­ble aber ei­ne Tu­gend ge­macht. „Al­le ha­ben an ei­nem Strang ge­zo­gen“, sagt er.

Was der In­ten­dan­tin Ju­lia­ne Vot­te­ler in ih­rer letz­ten Spiel­zeit eben­falls zu­setzt, ist das ab­seh­ba­re De­fi­zit. Das Ein­rich­ten der Aus­weich­spiel­stät­ten ist nicht nur mit ei­nem gro­ßen ar­beits­tech­ni­schen, son­dern auch mit ei­nem gro­ßen fi­nan­zi­el­len Auf­wand für das Thea­ter ver­bun­den. Gleich­zei­tig kann die Ein­nah­men­sei­te nicht ge­hal­ten wer­den, weil es ins­ge­samt we­ni­ger Vor­stel­lun­gen gibt. Aber es gibt auch Licht­bli­cke. „Wir sind froh, dass wir so treue Abon­nen­ten ha­ben, die mit uns in die Aus­weich­spiel­stät­ten ge­hen“, sagt Vot­te­ler.

Es ist nicht so, dass die Mo­ti­va­ti­on am Haus fehlt, mit der schwie­ri­gen Si­tua­ti­on um­zu­ge­hen. Die In­ten­dan­tin stellt sich nur ge­ra­de die Fra­ge, ob das Haus in die­ser Spiel­zeit nicht schlicht­weg über­for­dert ist. „Der Ein­satz der Mit­ar­bei­ter ist enorm. Mei­ne Hoch­ach­tung gilt dem gan­zen Haus, wie die Si­tua­ti­on ge­meis­tert wird“, sagt Vot­te­ler. „Trotz der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen dür­fen wir die Freu­de am Thea­ter­ma­chen auf kei­nen Fall ver­lie­ren.“

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