Tie­ri­scher Är­ger

Jus­tiz Wie Hun­de und Kat­zen zum Ge­gen­stand ei­nes Nach­bar­schafts­streits wur­den

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg -

Strei­tig­kei­ten un­ter Nach­barn wer­den oft ver­bis­sen ge­führt. Nicht im­mer nimmt man es da­bei mit der Wahr­heit so ge­nau, setzt Be­haup­tun­gen in die Welt, die nicht be­leg­bar sind. Und dann lan­det so ein Zwist vor Ge­richt.

Ge­ra­de­zu auf Zoff pro­gram­miert wa­ren die Um­stän­de, un­ter de­nen zwei Mie­te­rin­nen in ei­nem Wohn­haus le­ben. Die ei­ne ist von Be­ruf Pia­nis­tin und muss viel üben, was wohl bei der Nach­ba­rin nicht ge­ra­de auf Wohl­wol­len stößt. Die wie­der­um hat ei­ne gro­ße Vor­lie­be für Vier­bei­ner. Sie um­gibt sich mit meh­re­ren Kat­zen und ei­nem Hund. Die Mit­be­woh­ner auf vier Pfo­ten lös­ten nun – wohl vor­der­grün­dig – ei­nen Clinch zwi­schen bei­den aus. Die Pia­nis­tin, 54, schwärz­te die Kat­zen­freun­din, 32, beim Tier­schutz­ver­ein an: Die­se kön­ne ih­re Vier­bei­ner nicht or­dent­lich ver­sor­gen, die Tie­re sei­en sich selbst über­las­sen. Zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen des Tier­hei­mes mach­ten sich vor Ort ein Bild von der an­geb­lich schlim­men Si­tua­ti­on.

Sie ka­men zu der Über­zeu­gung, dass al­les in bes­ter Ord­nung sei. Die be­schul­dig­te 32-Jäh­ri­ge zeig­te ih­re Nach­ba­rin dar­auf­hin we­gen üb­ler Nach­re­de an. Ge­gen ei­nen Straf­be­fehl über 1600 Eu­ro (40 Ta­ges­sät­ze zu je 40 Eu­ro) leg­te die­se Ein­spruch bei Ge­richt ein. Rich­te­rin Susanne Hil­le­brand hör­te sich bei­de an und fand am En­de ei­ne sa­lo­mo­ni­sche Lö­sung.

Sie stell­te mit Ein­ver­ständ­nis der Staats­an­walt­schaft das Ver­fah­ren ge­gen ei­ne Geld­auf­la­ge von 800 Eu­ro ein. Zahl­bar an den Tier­schutz­ver­ein.

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