Kaum ei­ner will Bau­plät­ze ver­kau­fen

Bür­ger­ver­samm­lung Woh­nen, Stra­ßen, Bahn­hof: Wel­che The­men die Din­kel­scher­ber be­son­ders be­we­gen

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Holzwinkel, Roth- Und Zusamtal - VON MANUELA BAU­ER

Din­kel­scher­ben

Das hat al­le über­rascht: Die 24 Bau­plät­ze des neu­en Wohn­ge­biets „Baum­gärt­le Ost“wa­ren ruck­zuck ver­kauft – und das trotz ei­nes Prei­ses von 195 bis 225 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter. Was für Din­kel­scher­ber Ver­hält­nis­se viel sei, sagt Bür­ger­meis­ter Ed­gar Kalb – für Augs­bur­ger oder Münch­ner frei­lich ein Schnäpp­chen. Die ers­ten Häu­ser ste­hen schon. Ins­ge­samt 20 An­trä­gen für Wohn­häu­ser hat der Din­kel­scher­ber Bau­aus­schuss in die­sem Jahr schon zu­ge­stimmt. Und die Nach­fra­ge nach Grund­stü­cken hält wei­ter an. Klar: Durch die nied­ri­gen Zin­sen wol­len vie­le in ein Haus in­ves­tie­ren. Doch wo in Din­kel­scher­ben wei­te­re Wohn­ge­bie­te ent­ste­hen kön­nen, das sei noch un­klar, sag­te Kalb auf der Bür­ger­ver­samm­lung am Mon­tag­abend. Das Pro­blem: Die Ge­mein­de brau­che da­für Grund­stü­cke, und die sei­en der­zeit schwer zu be­kom­men, be­rich­te­te Kalb: „Wenn wir die Ei­gen­tü­mer an­schrei­ben, be­kom­men wir fast im­mer die glei­che Ant­wort: Was sol­len wir denn mit dem Geld ma­chen, wir be­kom­men doch so­wie­so kei­ne Zin­sen da­für.“Die Grund­stü­cke da­ge­gen sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer wert­vol­ler ge­wor­den. Der Ge­mein­de­rat hat­te im Ok­to­ber ei­gent­lich be­schlos­sen, dass er das nächs­te Wohn­ge­biet am Schloss­berg aus­wei­sen wol­le. Doch es se­he schlecht aus, sag­te Kalb jetzt: Die Ei­gen­tü­mer woll­ten nicht ver­kau­fen. Des­halb soll nun das zwei­te Are­al in der Prio­ri­tä­ten­lis­te des Rats an­ge­gan­gen wer­den: das Söld­ner­feld. Dort wür­de der Ei­gen­tü­mer zwar ver­kau­fen, da­für ist das Ge­biet in Sa­chen Lärm­schutz schwie­rig. „Aber bes­ser dort ein Wohn­ge­biet als gar keins“, sag­te Kalb. In den Orts­tei­len sieht es hin­ge­gen et­was bes­ser aus: In Et­tel­ried ha­be die Diö­ze­se der Ge­mein­de Flä­chen an­ge­bo­ten, be­rich­te­te Kalb. „Wir müs­sen aber rea­lis­tisch sein: Da wird die Nach­fra­ge nicht so groß sein wie in Din­kel­scher­ben.“In Brei­ten­bronn hat der Markt fünf Grund­stü­cke ge­kauft, aus de­nen Bau­land wer­den soll. An ei­nes in der Mit­te kommt er aber nicht ran – was die Zu­fahrt er­schwert und die Kos­ten er­höht. Nach dem Vor­trag des Bür­ger­meis­ters dis­ku­tier­ten die et­wa 50 An­we­sen­den an­ge­regt und kon­tro­vers über die The­men im Ort. Das be­wegt die Din­kel­scher­ber be­son­ders: ● Ver­kehr Der Ge­mein­de­rat hat ent­schie­den, dass Din­kel­scher­ben ei­ne Um­ge­hungs­stra­ße be­kom­men soll. Im Früh­jahr wer­de der Markt den An­trag da­für an Land­kreis und Frei­staat stel­len, kün­dig­te Kalb an. Doch bis die Stra­ße kommt, wer­de es noch Jahr­zehn­te dau­ern – wenn sie über­haupt kommt. An­woh­ner im Wes­ten des Orts ha­ben trotz­dem jetzt schon Angst, dass ih­re Häu­ser zu nah an der neu­en Stra­ße ste­hen wer­den. Im Land­rats­amt ha­be man ihm da­mals ge­sagt, die Um­fah­rung kom­me so­wie­so nie, mein­te ei­ner. Doch der Bür­ger­meis­ter kon­ter­te: Der Frei­staat ha­be sich die Grund­stü­cke schon vor Jah­ren ge­si­chert, die Tras­se steht im Flä­chen­nut­zungs­plan. Und wie sol­le der Ort ent­las­tet wer­den, so­lan­ge es noch kei­ne Um­ge­hung gibt?, frag­te ei­ner. Für die Haupt­ach­sen (Markt-, Augs­bur­ger und Bahn­hof­stra­ße) sei­en Kreis und Staat zu­stän­dig, er­klär­te Kalb – und bei de­nen sei er selbst mit sei­nem An­trag für ei­nen Ze­bra­strei­fen in der Orts­mit­te ge­schei­tert. „Da bin ich mo­men­tan ein biss­chen frus­triert.“In den Wohn­ge­bie­ten will die Ge­mein­de künf­tig meh­re­re Tem­po-30-Zo­nen ein­rich­ten, um den Ver­kehr zu len­ken und zu be­ru­hi­gen – was man­che Zu­hö­rer gut fan­den, man­che aber auch gar nicht. Schlecht ge­räum­te We­ge und nicht ge­schnit­te­ne Sträu­cher, vor al­lem an un­ge­nutz­ten Grund­stü­cken, wur­den bei der Bür­ger­ver­samm­lung eben­falls kri­ti­siert. Kalb be­teu­er­te, das sol­le künf­tig bes­ser kon­trol­liert wer­den. Im nächs­ten Jahr will er dem Ge­mein­de­rat ei­nen Vor­schlag ma­chen, wie das Ord­nungs­amt ge­stärkt wer­den könn­te. ● Bahn­hof Auch die Fra­ge, was mit dem Bahn­hofs­are­al pas­sie­ren soll, wur­de dis­ku­tiert. Dass in dem Haupt­ge­bäu­de Woh­nun­gen für an­er­kann­te Flücht­lin­ge ein­ge­rich­tet wer­den sol­len, sa­hen ei­ni­ge kri­tisch. Ei­ner mein­te: „Ich wür­de nicht an den Glei­sen woh­nen wol­len. Das ist doch viel zu laut und zit­tert, wenn ein Zug vor­bei­fährt.“

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