So schaf­fen wir das nicht

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Meinung & Dialog -

Zu „Teu­re Asyl-Un­ter­kunft“(Bay­ern) vom 15. No­vem­ber: Ei­gent­lich soll­ten wir al­le glück­lich sein, wenn ein Asyl­be­wer­ber mit ei­nem an­stän­dig be­zahl­ten Job für sich und sei­ne Fa­mi­lie selbst sorgt und mit Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen sei­nen Bei­trag zum Ge­mein­we­sen leis­tet. Aber weit ge­fehlt: Der Staat bringt es fer­tig, sol­chen Men­schen für ei­nen Raum von 20 Qua­drat­me­tern für vier Per­so­nen in ei­ner Ge­mein­schafts­un­ter­kunft an­stel­le von bis­her 387,67 Eu­ro von ei­nem Mo­nat zum an­de­ren 642 Eu­ro in Rech­nung zu stel­len.

Ein Skan­dal aus drei Grün­den: 1. Wis­sen die Initia­to­ren der zu­grun­de lie­gen­den „Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Asyl­ge­set­zes“mit Be­grif­fen wie „Wu­cher“oder „sit­ten­wid­rig“nichts an­zu­fan­gen? 2. Was soll die Wort­klau­be­rei ei­nes Re­gie­rungs­spre­chers von Un­ter­fran­ken, dass es sich um kei­ne Mie­te, son­dern um per­so­nen­be­zo­ge­ne Ge­büh­ren han­delt? Fakt ist doch, dass die be­trof­fe­ne Fa­mi­lie ei­nen Qua­drat­me­ter­preis von 32 Eu­ro zu be­zah­len hat. 3. Es wird noch emp­foh­len, die Be­trof­fe­nen „könn­ten ei­nen Aus­zugs­an­trag stel­len“. Und da­bei läuft das Asyl­ver­fah­ren für die­se Fa­mi­lie seit drei Jah­ren und ist im­mer noch nicht ab­ge­schlos­sen … So schaf­fen wir das nicht!

Rolf Au­er­bach, Mem­min­gen

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