Der „Span­ner-Pa­ra­graf“

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern -

● Die Vor­schrift 201a des Straf­ge­setz­bu­ches wird auch „Span­ner-Pa­ra­graf“ge­nannt. Das Ge­setz droht bis zu zwei Jah­ren Haft an, wenn je­mand von ei­nem Men­schen in ei­nem ge­schütz­ten Raum wie ei­ner Woh­nung oh­ne Er­laub­nis Auf­nah­men macht und so den „höchst­per­sön­li­chen Le­bens­be­reich“der Per­son ver­letzt. Dies be­trifft zum Bei­spiel Voy­eu­re, die in ei­ne Um­klei­de­ka­bi­ne fil­men. ● Doch selbst wenn ei­ne Frau für ih­ren Freund für Ero­tik­fo­tos po­siert, kann das spä­ter ein Fall für den Staats­an­walt wer­den. Näm­lich dann, wenn der Mann nach der Tren­nung solch ein Bild un­er­laubt wei­ter­gibt. ● Nach der Af­fä­re um den ehe­ma­li­gen SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Se­bas­ti­an Eda­thy war der Pa­ra­graf ver­schärft wor­den. Seit­dem sind Nackt­bil­der von Kin­dern und Ju­gend­li­chen auch dann straf­recht­lich re­le­vant, wenn es nicht um Por­no­gra­fie geht. Die Pla­nun­gen für das vor zwei Jah­ren über­ar­bei­te­te Ge­setz wa­ren zu­nächst um­strit­ten, der Ent­wurf wur­de dann ge­än­dert. Denn El­tern soll­ten sich nicht straf­bar ma­chen, wenn sie ih­re nack­ten Kin­der am Strand ab­lich­ten und die Bil­der im Freun­des­kreis zei­gen. Wei­te­re Aus­nah­men gibt es für Bil­der aus den Be­rei­chen Kunst, Wis­sen­schaft und Ge­schich­te.

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