Schott­land lebt in Mit­tel­neuf­nach auf

Kon­zert Die Folk’n’Roll-Band Sco­cha ent­täuscht ih­re Fans auch dies­mal nicht – selbst mit ge­bro­che­ner Schul­ter

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Die Stauden Und Ihre Nachbarn - VON MAR­CUS AN­GE­LE

Mit­tel­neuf­nach „Was für ein Jah­res­ab­schluss“. Das Ur­teil der Be­su­cher zum Sco­cha-Kon­zert bei der Kul­tur­schmie­de Mit­tel­neuf­nach war ein­deu­tig: „Me­ga“, „so geil“. Die schot­ti­sche Folk’n’Roll Band heiz­te dem Pu­bli­kum im aus­ver­kauf­ten Ge­mein­de­zen­trum kräf­tig ein und be­geis­ter­te mit ei­ner Mi­schung aus Bal­la­den, Coun­try und Rock.

Be­reits zum vier­ten Mal gas­tier­te Sco­cha, de­ren Na­me sich aus den Nach­na­men der bei­den Grün­dungs­mit­glie­der Iain Scott und Da­vid Ch­ap­man ab­lei­tet, in Mit­tel­neuf­nach. „It’s gre­at to be back in Mit­tel­neuf­nach“, be­grüß­ten die Front­sän­ger Ch­ap­py und Scot­tie die teil­wei­se weit ge­reis­te Fan­ge­mein­de, die zum Bei­spiel aus Ber­lin, Dort­mund, Sim­bach am Inn und so­gar aus Schott­land an­ge­reist wa­ren, um die fünf sym­pa­thi­schen Mu­si­ker in Mit­tel­neuf­nach zu er­le­ben. Die schot­ti­sche Boy­group rock­te knapp vier St­un­den mit sa­ge und schrei­be 38 Lie­dern auf al­ler­höchs­tem Ni­veau und das so­gar un­ter Schmer­zen: Gi­tar­rist Dou­gie konn­te selbst ein Schul­ter­bruch nicht auf­hal­ten, bei die­sem Kon­zert mit­zu­spie­len. Zum Dank wur­de er von sei­nen Band­kol­le­gen im­mer wie­der ein­mal spa­ßes­hal­ber mit ei­nem lan­gen „Ohhhh“auf­ge­zo­gen.

Ein Gast brach­te es ei­gent­lich auf den Punkt: „Wenn du sie ein­mal live ge­se­hen hast, bist und bleibst du ein Fan.“Und es stimmt: Wenn man sich im Pu­bli­kum um­sah, war hier ei­ne gro­ße Sco­cha-Fa­mi­lie zu se­hen, die zu­sam­men mit ih­rer Band sang, tanz­te und fei­er­te.

Die Grup­pe spricht mit ih­rer Mu­sik al­le Ge­ne­ra­tio­nen an, ob die jun­gen Mä­dels in der ers­ten Rei­he oder die 69-jäh­ri­ge Oma et­was da­hin­ter – al­le ha­ben die­sen be­geis­ter­ten und glück­li­chen Glanz im Ge­sicht. Es wer­den Fah­nen ge­schwenkt (East Ba­va­ri­an High­lan­der), und die schot­ti­sche De­le­ga­ti­on ließ beim Song „Kin­ley Stick – Ring the Bells“so­gar ex­tra mit­ge­brach­te Glo­cken er­klin­gen. Ab­ge­run­det wird das mit ei­ner Pri­se ty­pisch schot­ti­schen Hu­mors, der im­mer wie­der zwi­schen den Lie­dern auf­blitzt.

Es gab auch sehr be­we­gen­de Mo­men­te. So ge­dach­te man an Sil­ke aus Dort­mund, ei­nem Fan der ers­ten St­un­de, die lei­der im ver­gan­ge­nen Jahr starb. Sie bau­te die Face­boo­kSei­te der Band auf. Mit ei­nem Blick gen Him­mel war sich Karl Scheid si­cher, „dass sie heu­te be­stimmt im Him­mel mitrockt“.

Das Lied Ca­le­do­nia, das von Flucht, Neu­an­fang und Un­ge­wiss­heit han­delt, wur­de drei an­we­sen­den Flücht­lin­gen aus Sy­ri­en ge­wid­met, die sich auch von der tol­len Stim­mung an­ste­cken lie­ßen und un­be­schwert in­mit­ten der Fans mit­tanz­ten.

Gän­se­h­aut­fee­ling gab es schließ­lich noch ein­mal, als die in­of­fi­zi­el­le Na­tio­nal­hym­ne „Flo­wer of Scot­land“und zum Ab­schluss der KlasGan­ze si­ker „Auld Lang Sy­ne“re­gel­recht von al­len An­we­sen­den durch das Ge­mein­de­zen­trum ge­schmet­tert wur­de.

Es ist das letz­te Lied auf der brand­neu­en CD „Moon­light again“. Na­tür­lich durf­te auch die schon tra­di­tio­nel­le Af­ter-Show-Par­ty in der Cock­tail­bar M 86 nicht feh­len, bei der sich die Stars und Fans zu­sam­men bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den fei­er­ten.

Fo­to: Mar­cus An­ge­le

Durf­te na­tür­lich nicht feh­len: Keel und Scot­tie mit Du­del­sack bei „Flo­wer of Scot­land“.

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