Un­fall nach Über­hol­ma­nö­ver

Mann fährt mit Tem­po 200 auf der B17

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Nachbarschaft -

Gr­a­ben/Augs­burg Au­ßer­orts rechts über­ho­len – dar­auf fol­gen nor­ma­ler­wei­se ein Buß­geld in Hö­he von 100 Eu­ro und ein Punkt in Flensburg. Für ei­nen Mann aus dem nörd­li­chen Land­kreis Augs­burg wird es er­heb­lich teu­rer. Er hat­te im März die­ses Jah­res auf der B17 ei­nen an­de­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer mit ho­her Ge­schwin­dig­keit rechts über­holt und ei­nen Un­fall ver­ur­sacht. Im März fuhr der 41-jäh­ri­ge An­ge­klag­te mit sei­nem Sohn in ei­nem Sport­wa­gen auf der B17 in Rich­tung Sü­den. So­bald kei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung galt, drück­te er aufs Gas. Mit an­nä­hernd 200 St­un­den­ki­lo­me­tern fuhr er, als auf Hö­he Gr­a­ben vor ihm ein Klein­wa­gen mit ge­rin­ge­rer Ge­schwin­dig­keit auf der lin­ken Spur fuhr. Da­her wech­sel­te er auf die rech­te Spur und ließ sein Au­to aus­rol­len, wo­bei ihn sei­ne Ge­schwin­dig­keit am an­de­ren Fahr­zeug vor­bei­fah­ren ließ – das be­haup­te­te zu­nächst der An­ge­klag­te. Erst nach­dem sein Wa­gen min­des­tens 500 Me­ter auf der rech­ten Spur ge­fah­ren und er am an­de­ren Au­to vor­bei­ge­rollt war, sei er wie­der auf die lin­ke Fahr­bahn ge­wech­selt. Der Ge­schä­dig­te er­zählt es so: „Der Sport­wa­gen ist hin­ter mir her­an­ge­schos­sen, hat im­mer wie­der die Licht­hu­pe be­tä­tigt. Dann ist er auf der rech­ten Spur an mir vor­bei­ge­schos­sen.“Kurz dar­auf sei der Sport­wa­gen wie­der auf die lin­ke Spur ein­ge­schert – und ha­be ei­ne Voll­brem­sung hin­ge­legt.

„Wahr­schein­lich woll­te er nicht in die Au­tos vor ihm ra­sen. Aber so stark hät­te er nicht brem­sen müs­sen“, sagt der 29-jäh­ri­ge Fah­rer des Klein­wa­gens. Da­mals ge­lang es ihm nicht mehr, sein Fahr­zeug an­zu­hal­ten – es kam zum Zu­sam­men­prall. Ver­letzt wur­de nie­mand, der Klein­wa­gen des Ge­schä­dig­ten war da­nach je­doch ein To­tal­scha­den.

Rich­te­rin Mar­ti­na Trie­bel sieht kei­nen Grund, an der Ver­si­on des Ge­schä­dig­ten zu zwei­feln. Der An­ge­klag­te wird zu ei­ner Geld­stra­fe in Hö­he von 4500 Eu­ro (90 Ta­ges­sät­ze zu je 50 Eu­ro) ver­ur­teilt. Au­ßer­dem er­hält er ein neun­mo­na­ti­ges Fahr­ver­bot und muss die Ver­fah­rens­kos­ten tra­gen. Sein Ver­tei­di­ger kün­digt am En­de der Ver­hand­lung an, dass er in Be­ru­fung ge­hen will.

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