Am En­de des Rau­sches aber ist der Künst­ler durch Un­lust in sei­nem krea­ti­ven Schaf­fen ge­lähmt

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton -

Künst­ler wür­den ei­nen Feh­ler be­ge­hen, wenn sie wäh­rend des Schaf­fens­pro­zes­ses Dro­gen näh­men. Denn Krea­ti­vi­tät ha­be viel mit Be­ga­bung, Wis­sen, Kön­nen und Wi­der­stands­fä­hig­keit zu tun. Das Ge­hirn und die Psy­che bräuch­ten ru­hi­ge Frei­räu­me – beim Spa­zier­gang oder Sport zum Bei­spiel –, da­mit das Er­leb­te und Ge­lern­te neu kom­bi­niert und et­was Ori­gi­nel­les kre­iert wer­den kön­ne.

„Die­se Frei­räu­me ge­hen aber oft mit Un­lust­ge­fühl ein­her“, sagt Holm-Ha­dul­la. Künst­ler wür­den in die­ser Zeit manch­mal zu Dro­gen grei­fen, um die­se quä­len­de Si­tua­ti­on zu un­ter­bre­chen. Das Ein­zi­ge aber, was sie da­mit un­ter­brä­chen, sei der künst­le­ri­sche Pro­zess. „Auf Dau­er wird so die künst­le­ri­sche Ga­be aus­ge­brannt.“Was die Öf­fent­lich­keit auch in jün­ge­rer Zeit an Künst­lern wie den Mu­si­kern Kurt Co­bain oder Amy Wi­ne­hou­se be­ob­ach­ten konn­te.

Zu die­ser Er­kennt­nis kam auch Charles Bau­de­lai­re in sei­ner Schrift über „Die künst­li­chen Pa­ra­die­se“. Er schrieb: „Was nützt die künst­lich ma­xi­mier­te künst­le­ri­sche Ein­bil­dungs­kraft, wenn die Dro­ge zugleich die Fä­hig­keit schwächt, die Ga­be zu nut­zen?“

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