Wie Bat­te­ri­en den Strom­preis sen­ken

Ener­gie Haus­be­sit­zer kön­nen mit ei­nem Spei­cher Pho­to­vol­ta­ik-Strom auch nachts nut­zen. Die Fir­ma „Son­nen“aus dem All­gäu will die Ener­gie­kos­ten aber noch wei­ter re­du­zie­ren

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft - VON MICHA­EL KERLER

Wild­polds­ried

Son­nen­strom, gut und schön. Was aber, wenn es Nacht wird? Die Schwan­kung in der Ökostrom-Pro­duk­ti­on ist ei­ne der Schwach­stel­len der Ener­gie­wen­de. Für Be­sit­zer von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen gibt es aber in­zwi­schen prak­ti­ka­ble Lö­sun­gen. Ein Kon­zept bie­tet das Un­ter­neh­men „Son­nen“mit Sitz in Wild­polds­ried im All­gäu an. In dem hel­len Fir­men­ge­bäu­de mon­tie­ren Mit­ar­bei­ter Kas­ten um Kas­ten – im Aus­se­hen ähn­lich klas­si­schen Si­che­rungs­käs­ten. Das De­sign der ge­schlos­se­nen Ge­rä­te – schlicht, ein­fach, in den Tö­nen Weiß, Grau oder Schwarz ge­hal­ten – könn­te von App­le stam­men. Es sind Bat­te­rie­spei­cher. Ei­gen­heim­be­sit­zer kön­nen da­mit den Strom ih­rer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge zum Bei­spiel für die Nacht spei­chern. Das scheint sich im­mer stär­ker zu ren­tie­ren.

Die Ver­kaufs­zah­len wei­sen der­zeit nach oben, be­rich­tet Phil­ipp oder in der Schu­le und brau­chen kaum Strom. Der Bat­te­rie­spei­cher dient als Brü­cke: Der Strom kann dann am Abend ab­ge­ru­fen wer­den, wenn die Fa­mi­lie da­heim ist, der Herd läuft und die Lich­ter bren­nen.

Seit Bat­te­rie­spei­cher für das Ei­gen­heim auf dem Markt sind, sin­ken die Prei­se. „Son­nen“-Ge­schäfts­füh­rer Schrö­der be­zif­fert die Kos­ten pro Ki­lo­watt­stun­de ge­spei­cher­ten Stroms in­zwi­schen auf 14 Cent. Haus­halts­strom vom Ver­sor­ger schlägt im Ver­gleich da­zu mit rund 30 Cent zu Bu­che. „Die meis­ten un­se­rer Strom­spei­cher ste­hen in Ein­fa­mi­li­en­häu­sern mit drei bis fünf Per­so­nen, die dar­in le­ben“, sagt Schrö­der. „Fa­mi­li­en ha­ben ei­nen ho­hen Strom­ver­brauch.“Nun will die Fir­ma be­wei­sen, dass es mög­lich ist, die Kos­ten wei­ter zu sen­ken. Denn ei­nen Rest­be­darf an Strom braucht man im Nor­mal­fall trotz Spei­chers wei­ter­hin aus dem Netz. „Die Son­nen-Flat schafft die Strom­prei­se ab“, wirbt die Fir­ma der­zeit. Was steckt da­hin­ter?

Rund 15 000 Spei­cher hat das Un­ter­neh­men mitt­ler­wei­le auf den Markt ge­bracht. Die­se Bat­te­ri­en las­sen sich ver­net­zen. So ent­steht ein Pool an Bat­te­ri­en, der wie ein ein­zi­ger, gro­ßer Strom­spei­cher funk­tio­nie­ren kann. „Die­ser vir­tu­el­le Spei­cher ist so groß, dass er Auf­ga­ben über­neh­men kann, die bis­her nur Kraft­wer­ke aus­füh­ren konn­ten“, be­rich­tet das Un­ter­neh­men. Strom- spei­cher kön­nen ein­sprin­gen, wenn es im Strom­netz eng wird: Bläst der Wind kräf­tig und drückt viel Wind­strom ins Netz, kön­nen Spei­cher über­schüs­si­ge Ener­gie auf­neh­men und das deut­sche Strom­netz ent­las­ten. Spä­ter ge­ben sie die Ener­gie wie­der ab. Für die­se Teil­nah­me am so­ge­nann­ten Re­gel­ener­gie­markt zah­len die gro­ßen Netz­be­trei­ber in Deutsch­land ei­ne Ver­gü­tung. An die­ser will das Wild­polds­rie­der Un­ter­neh­men nun die Bat­te­rie­be­sit­zer teil­neh­men las­sen. Als ei­nes der ers­ten Un­ter­neh­men für klei­ne Bat­te­rie­spei­cher ver­wen­de man ei­ne Tech­no­lo­gie, die für den Markt für Re­gel­ener­gie zu­ge­las­sen wur­de, sagt Schrö­der.

We­ni­ge Mi­nu­ten am Tag müss­ten die Bat­te­rie­be­sit­zer ihr Ge­rät be­reit­stel­len. Nicht viel – in der Sum­me aber aus­rei­chend: Die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber könn­ten die Spei­cher­ka­pa­zi­tät nut­zen, um zum Bei­spiel die Netz­fre­quenz zu sta­bi­li­sie­ren. Rund 2000 Kun­den will das Un­ter­neh­men für das Pro­jekt vor­erst ge­win­nen. Das soll sich für die Teil­neh­mer fi­nan­zi­ell ren­tie­ren: Wer teil­nimmt, muss zwar ei­ne Flat-Ra­te von 19,99 Eu­ro pro Mo­nat zah­len, er­hält zu­sätz­li­chen Strom dann aber für null Eu­ro. Kun­den, de­nen es su­spekt ist, Über­tra­gungs­netz­be­trei­bern Zu­gang auf ih­re Bat­te­rie zu ge­ben, zah­len 23 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de. „Wir sind vie­le – da muss es mög­lich sein, dass man als Ge­mein­schaft mehr er­rei­chen kann als als Ein­zel­ner“, be­schreibt Schrö­der die Idee. „Je­der Pho­to­vol­ta­ik-Be­sit­zer hat mal zu viel Strom, mal zu we­nig.“In ei­ner Ge­mein­schaft las­se sich das Pro­blem lö­sen: Strom kann dann un­ter­ein­an­der ge­tauscht wer­den, Spei­cher­ka­pa­zi­tät lässt sich ver­mark­ten. Rund 3000 Kun­den in Deutsch­land ha­ben die Er­fin­der aus Wild­polds­ried bis­her für ih­re „Com­mu­ni­ty“ge­won­nen.

Was aber kos­tet es, in die Spei­che­rung von Strom ein­zu­stei­gen? Die „Son­nen Gm­bH“, die frü­her „Son­nen­bat­te­rie“hieß, bie­tet ihr Ba­sis­ge­rät mit ei­ner Ka­pa­zi­tät von zwei Ki­lo­watt­stun­den in­klu­si­ve Ra­batt ab 3600 Eu­ro an. Für die Ge­rä­te gibt es ei­ne staat­li­che För­de­rung der KfW-Bank. Die KfW teil­te kürz­lich aber mit, dass die Mit­tel für 2016 aus­ge­schöpft sind. Ab 2017 sei­en wie­der An­trä­ge mög­lich. Bei „Son­nen“sieht man die För­de­rung in­zwi­schen kri­tisch: „Sie war wich­tig, Güns­ti­ge An­bie­ter im Call by Call Orts­ge­sprä­che Zeit An­bie­ter 0-7 Spar­call Ar­cor Spar­call 01097 Star79 01052 Ar­cor Te­le2 7-19 19-21 21-24 01052 Ar­cor Fern­ge­sprä­che In­land Zeit An­bie­ter 0-7 Spar­call Ar­cor 01011 Prio­tel Tel­li­na 01011 Fre­e­net Tel­li­na Tel­li­na 01011 01011 Prio­tel Ar­cor Fre­e­net Ar­cor Prio­tel 7-8 8-12 12-14 14-18 18-19 19-20 20-24 Vor­wahl 01028 01070 01028 01097 01079 01052 01070 01013 01052 01070

Vor­wahl 01028 01070 01011 01068 01041 01011 01019 01041 01041 01011 01011 01068 01070 01019 01070 01068

Fest­netz zum deut­schen Mo­bil­funk Zeit An­bie­ter Vor­wahl 0-24 Prio­tel 01068 01097 01097 Ct./Min. 0,10 0,59 0,87 0,88 1,84 0,84 0,87 0,94

0,71 0,73

Ct./Min. 0,10 0,49 0,63 0,65 1,39 1,45 0,79 1,39 1,39 1,45 0,61 0,65 0,59 0,64 0,59 0,65

Ct./Min. 2,59 3,88

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