Se­nio­rin stürzt zwei Me­ter durch den Haus­bo­den

Ret­tung Die 86-jäh­ri­ge Steppa­che­rin will sich aber nicht hel­fen las­sen. Am En­de müs­sen Feu­er­wehr und Po­li­zei schlich­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON FLO­RI­AN EISELE

Neu­säß-Steppach Zu ei­nem un­ge­wöhn­li­chen Ein­satz muss­ten am Sonn­tag­abend Ret­ter in Neu­säß aus­rü­cken: In ih­rem Wohn­haus im Stadt­teil Vo­gel­sang war ei­ne 86-Jäh­ri­ge durch den mor­schen Holz­bo­den in den Kel­ler ge­stürzt und muss­te ge­ret­tet wer­den. Das Pro­blem dar­an: Die Se­nio­rin woll­te si­cher erst nicht hel­fen las­sen – we­der vom per No­t­ruf­knopf alar­mier­ten Ret­tungs­dienst, noch von ei­nem Not­arzt. Statt­des­sen ver­schanz­te sie sich in ih­rem Haus im Fuchs­weg und wei­ger­te sich be­harr­lich, je­man­den her­ein­zu­las­sen. Am En­de wuss­ten sich die Me­di­zi­ner nicht an­ders zu hel­fen, als Feu­er­wehr und Po­li­zei zu ver­stän­di­gen.

Die Feu­er­wehr ver­schaff­te sich mit ei­ner Lei­ter schließ­lich Zu­gang zu dem Haus der äl­te­ren Da­me. Nach­dem sie auf die­sem Weg die Frau be­han­deln konn­ten, ga­ben die No­t­ärz­te Ent­war­nung: Bei dem Sturz hat­te sich die Se­nio­rin kei­ne äu­ßer­li­chen Ver­let­zun­gen zu­ge­zo­gen – und das, ob­wohl sie zwei Me­ter in die Tie­fe ge­fal­len war. Le­dig­lich ei­nen Schock stell­ten sie bei der Frau fest. Dass sie durch den Bo­den ih­res Wohn­hau­ses ge­bro­chen war, lag of­fen­bar an der Bau­sub­stanz: Das Holz war laut Aus­kunft der Feu­er­wehr an ei­ni­gen Stel­len schon ver­fault.

Den­noch muss­te die Frau nach An­sicht der Me­di­zi­ner zur Vor­sor­ge ins Augs­bur­ger Kli­ni­kum ge­bracht wer­den. Wie die Po­li­zei mit­teil­te, sträub­te sich die al­lein­ste­hen­de Se­nio­rin auch da­ge­gen so ve­he­ment, dass die Ord­nungs­hü­ter schlich­ten muss­ten. Wäh­rend die Pa­ti­en­tin mit dem Ret­tungs­dienst, dem Not­arzt und der Po­li­zei über die Not­wen­dig­keit ih­rer me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung dis­ku­tier­te, konn­te die Feu­er­wehr ab­rü­cken. Am En­de wil­lig­te die Frau aber ein, sich von dem Ret­tungs­dienst in das Kran­ken­haus brin­gen zu las­sen. Nach ei­ner am­bu­lan­ten Be­hand­lung konn­te sie das Kli­ni­kum wie­der ver­las­sen. Der Sach­scha­den be­wegt sich laut Po­li­zei im klei­ne­ren Be­reich.

Wenn die Feu­er­wehr sonst zu Ein­sät­zen ge­ru­fen wird, bei de­nen Se­nio­ren be­tei­ligt sind, war die Ur­sa­che zu­letzt meist ei­ne auf dem ein­ge­schal­te­ten Herd ver­ges­se­ne Nah­rung. Dass auch das weit­rei­chen­de Fol­gen ha­ben kann, zeig­te das Bei­spiel ei­ner eben­falls 86-Jäh­ri­gen, die An­fang Ju­ni in Neu­säß ei­ne Pfan­ne auf dem Herd ver­ges­sen hat­te. Die Feu­er­wehr kam aber recht­zei­tig und ver­hin­der­te Schlim­me­res.

Im Ja­nu­ar kam ein 91-Jäh­ri­ger bei ei­nem Brand in Bäu­men­heim (Kreis Do­nau-Ries) so­gar ums Le­ben. Das Feu­er war da­mals aus un­ge­klär­ter Ur­sa­che in der Woh­nung des Man­nes aus­ge­bro­chen. Als die Feu­er­wehr nur we­ni­ge Mi­nu­ten nach der Alar­mie­rung am Ein­satz­ort war, quoll schon Rauch aus der Woh­nung. Die Feu­er­wehr­leu­te schaff­ten den Mann ins Freie. Ein Arzt konn­te nur noch des­sen Tod fest­stel­len.

Fo­tos: Feu­er­wehr Steppach

Durch die­se Stel­le brach die Se­nio­rin in den Kel­ler ein.

Das Holz des Bo­dens war an vie­len Stel­len morsch und ver­fault.

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