Vo­gel­grip­pe: Ein to­ter Schwan ist der ers­te In­fek­ti­ons­fall

Das Tier wur­de bei Thier­haup­ten ent­deckt. Was das Lan­des­amt für Ge­sund­heit rät, wenn man to­te Vö­gel fin­det

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land - VON FLO­RI­AN EISELE

Land­kreis Augs­burg Bei ei­nem to­ten Schwan, der am Lechu­fer zwi­schen Ell­gau und Thier­haup­ten ent­deckt wur­de, ist die Vo­gel­grip­pe fest­ge­stellt wor­den. Dies gab das Ve­te­ri­när­amt am Land­rats­amt ges­tern be­kannt. Das Er­geb­nis über den po­si­ti­ven Be­fund liegt nach Aus­kunft der Be­hör­de seit Frei­tag­abend vor. Die Be­stä­ti­gung des Fried­rich-Löff­ler-In­sti­tuts steht der­zeit noch aus.

Am Sonn­tag hat­te das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Ge­sund­heit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit (LGL) ge­mel­det, dass das H5-Vi­rus bei ei­nem Wild­vo­gel im Land­kreis nach­ge­wie­sen wur­de. Auch in vie­len an­de­ren Land­krei­sen in Bay­ern wa­ren im Zu­ge des­sen wei­te­re Fäl­le be­stä­tigt wor­den.

Be­reits am Frei­tag hat­ten Ge­rüch­te über ei­nen Vo­gel­grip­pe-Be­fund am Lech die Run­de ge­macht, dem wi­der­sprach je­doch das Ve­te­ri­när­amt. Seit dem ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de gilt für Ge­flü­gel in ganz Bay­ern die Stall­pflicht. Da­mit soll ver­mie­den wer­den, dass mög­li­cher­wei­se in­fi­zier­te Wild­vö­gel in Kon­takt mit Haus­ge­flü­gel kom­men kön­nen. Au­ßer­dem wur­de die Kreis­ge­flü­gel­schau, die am kom­men­den Wo­che­n­en­de in Schwab­mühl­hau­sen hät­te statt­fin­den sol­len, ab­ge­sagt. Das Ve­te­ri­när­mat sprach da­bei noch von ei­ner vor­beu­gen­den Maß­nah­me. Das Land­rats­amt be­tont, dass laut dem Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung BfR bis­her noch kei­ne In­fek­ti­on des Men­schen mit dem Er­re­ger be­kannt ge­wor­den ist.

Ob es wei­te­re In­fek­ti­ons­fäl­le im Land­kreis gibt, ist der­zeit noch of­fen. Dass der an dem Vi­rus ver­en­de­te Schwan an­de­re Tie­re an­ge­steckt ha­ben könn­te, gilt laut Aus­kunft des Land­rats­am­tes als durch­aus mög­lich. Das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Ge­sund­heit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit rät Spa­zier­gän­gern, die ei­nen to­ten Vo­gel ent­de­cken, zur Vor­sicht. Aleksan­der Szu­mi­las vom LGL sagt: „Auf kei­nen Fall soll­te man ei­nen to­ten Vo­gel be­rüh­ren oder ihn mit dem Fuß an­sto­ßen. Dann wä­re das Schuh­werk ei­ne po­ten­ti­el­le An­ste­ckungs­quel­le für an­de­re Vö­gel.“Auch Hun­de soll­ten von ih­ren Herr­chen an die Lei­ne ge­nom­men wer­den, um ei­ne In­fek­ti­on zu ver­mei­den. Viel­mehr soll­ten sol­che Fun­de dem je­wei­li­gen Ve­te­ri­när­amt ge­mel­det wer­den. De­ren Ex­per­ten ber­gen das Tier und schi­cken es zum Ge­sund­heits­amt. Dort wird dann un­ter­sucht, ob ein In­fek­ti­ons­fall be­steht.

Laut Szu­mi­las wer­den auf zwei Ebe­nen Pro­ben durch­ge­führt: Er­leg­te Tie­re, die kei­ner­lei Sym­pto­me auf­wie­sen, wer­den eben­so un­ter­sucht wie tot auf­ge­fun­de­ne Tie­re wie der Schwan zwi­schen Thier­haup­ten und Ell­gau.

Laut dem LGL ist das Auf­tre­ten der Vo­gel­grip­pe in Deutsch­land je­der­zeit mög­lich. Vor al­lem Wild­vö­gel sind für die Vi­ren an­fäl­lig, doch auch Hüh­ner und Pu­ten sind für die In­fek­ti­on hoch­emp­fäng­lich. Bei die­sen Tie­ren kann die In­fek­ti­on ganz plötz­lich auf­tre­ten und ei­nen schwer­wie­gen­den Krank­heits­ver­lauf mit ho­her To­des­ra­te ver­ur­sa­chen. Das Krank­heits­bild va­ri­iert je Vi­rus und Wirt stark. Wild­le­ben­de Was­ser­vö­gel zei­gen häu­fig kei­ne Sym­pto­me.

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