Weih­bi­schof mit Prin­zi­pi­en

Max Zie­gel­bau­er ist tot

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON ALOIS KNOLLER

Mem­min­gen

Er zähl­te zu den äl­tes­ten Pries­tern der Diö­ze­se Augs­burg und ver­folg­te bis zu­letzt mit geis­ti­ger Wach­heit die Ent­wick­lun­gen in der Kir­che. Am Mon­tag­abend ist Weih­bi­schof Max Zie­gel­bau­er mit 93 Jah­ren in Mem­min­gen ge­stor­ben. Dort wur­de er am 6. Sep­tem­ber 1923 ge­bo­ren – und als Stadt­pfar­rer bau­te er ab 1956 die Mem­min­ger Pfar­rei Ma­riä Him­mel­fahrt auf. Die meis­te Zeit stand er im Di­enst der Bis­tums­lei­tung. Gleich nach sei­ner Pries­ter­wei­he 1950 war er Se­kre­tär von Bi­schof Jo­seph Freundor­fer, ab 1966 lei­te­te er das bi­schöf­li­che Seel­sor­ge­amt, 1968 wur­de er Dom­ka­pi­tu­lar in Augs­burg, am 2. Au­gust 1983 er­nann­te ihn Papst Jo­han­nes Paul II. zum Weih­bi­schof. Er nahm sich den Wahl­spruch „Fun­da­ta su­per pe­tram“(Auf Fels ge­grün­det).

In sei­nen Bü­chern trat Zie­gel­bau­er da­für ein, sich im rei­ßen­den Stru­del des Fort­schritts auf tra­di­tio­nel­le Wer­te zu be­sin­nen. Die christ­li­che Kir­che soll­te die Stadt auf dem Ber­ge blei­ben, die weit­hin aus­strahlt. „Ju­gend, willst du noch ka­tho­lisch sein?“, frag­te 1983 ei­ne Schrift Zie­gel­bau­ers. In zwei di­cken Bän­den war er 1971/73 „Der Kir­che auf der Spur“. Und 2002 be­kann­te er: „Die al­te Kir­che ist mir lie­ber“. In sei­nen spä­te­ren Le­bens­jah­ren ze­le­brier­te der ehe­ma­li­ge Bi­schofs­vi­kar für Kunst und Kul­tur die Mes­se im tra­di­tio­nel­len Ri­tus. Am Frei­tag fei­ert Bi­schof Kon­rad Zdar­sa für ihn das Re­qui­em in Mem­min­gen (10 Uhr).

Fo­to: Alex­an­dra Wehrl

Weih­bi­schof Max Zie­gel­bau­er leb­te zu letzt in Mem­min­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.