Wie kom­men Vi­ren in AKW Com­pu­ter?

SPD und Grü­ne wol­len Ant­wor­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON ULI BACHMEIER

Mün­chen Der schrift­li­che Be­richt des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums über die im Früh­jahr ent­deck­te Schad­soft­ware im Kern­kraft­werk Gund­rem­min­gen be­ant­wor­tet nach An­sicht von SPD und Grü­nen ent­schei­den­de Fra­gen nicht. Im Um­welt­aus­schuss des Land­tags wol­len die Ab­ge­ord­ne­ten Flo­ri­an von Brunn und Her­bert Wo­er­lein (bei­de SPD) so­wie Ro­si St­ein­ber­ger (Grü­ne) heu­te wis­sen, wie die Com­pu­ter-Wür­mer den Rech­ner der Brenn­ele­men­te-La­de­ma­schi­ne in Block B in­fi­zie­ren und sich über USB-Sticks in­ner­halb des Kraft­werks ver­brei­ten konn­ten.

Ob­wohl Kraft­werks­be­trei­ber wie Mi­nis­te­ri­um be­reits ver­si­cher­ten, dass die Schad­soft­ware kei­ne Aus­wir­kun­gen auf den si­che­ren Be­trieb des Kraft­werks ge­habt ha­be, nennt der SPD-Um­welt­po­li­ti­ker von Brunn die Vor­fäl­le „haar­sträu­bend“. Es stel­le sich „die Fra­ge nach Or­ga­ni­sa­ti­on und Pra­xis der IT-Si­cher­heit in ei­nem lau­fen­den AKW, al­so ei­ner un­zwei­fel­haft kri­ti­schen deut­schen In­fra­struk­tur“. Dass es sich, wie aus der Stel­lung­nah­me des Mi­nis­te­ri­ums her­vor­geht, wahr­schein­lich nicht um ein „ge­ziel­tes Ein­brin­gen der ge­fun­de­nen Schad­soft­ware“han­delt, be­ru­higt von Brunn nicht. Er fragt: „In die­sem Fall geht es um ei­ne zu­fäl­li­ge In­fek­ti­on, aber was ist bei ei­nem ge­ziel­ten An­griff, der pro­fes­sio­nell aus­ge­führt wird?“Au­ßer­dem weist er dar­auf hin, dass es sich um ei­ne al­te Schad­soft­ware han­delt, die von ei­nem Vi­ren­scan­ner oder ei­ner Fi­re­wall ei­gent­lich so­fort ent­deckt be­zie­hungs­wei­se ge­stoppt wer­den soll­te.

Der Be­richt des Mi­nis­te­ri­ums, der den Ab­ge­ord­ne­ten und auch un­se­rer Zei­tung vor­liegt, wird heu­te im Aus­schuss nicht­öf­fent­lich dis­ku­tiert. Nach Aus­sa­ge des Vor­sit­zen­den des Um­welt­aus­schus­ses, Chris­ti­an Ma­gerl (Grü­ne), soll­te dies kein Grund für neu­en Arg­wohn sein. „Es geht nicht um Ge­heim­hal­tung. Es könn­ten aber Nach­fra­gen kom­men, die heik­le Si­cher­heits­fra­gen be­tref­fen, die nicht in öf­fent­li­cher Sit­zung be­spro­chen wer­den soll­ten“, sag­te Ma­gerl un­se­rer Zei­tung.

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