Baus­back: Sala­fis­ten frü­her vor Ge­richt

Jus­tiz­mi­nis­ter will die Wer­bung für die­se Grup­pie­rung neu be­wer­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON STE­FA­NIE HE­CKEL

Im Kampf ge­gen ra­di­ka­len Sala­fis­mus for­dert Bay­erns Jus­tiz­mi­nis­ter Win­fried Baus­back (CSU), den eins­ti­gen Tat­be­stand der Sym­pa­thie­wer­bung wie­der­ein­zu­füh­ren. Das wür­de be­deu­ten, dass Wer­bung für ei­ne Grup­pie­rung be­straft wer­den kann, auch wenn die Grup­pie­rung selbst nicht ver­bo­ten ist.

Als „ab­so­lut wich­tig“be­zeich­ne­te dies auch In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU). Vor ei­nem Jahr ha­ben Jus­tiz-, In­nen-, So­zi­al- und Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ge­mein­sam das baye­ri­sche Netz­werk ge­gen Ra­di­ka­li­sie­rung auf den Weg ge­bracht. Ges­tern zo­gen die vier Mi­nis­ter in Mün­chen Bi­lanz. Gleich­zei­tig ging ei­ne neue In­ter­net­sei­te des Netz­werks on­li­ne.

Der Staat dür­fe den Ideo­lo­gen nicht die Mei­nungs­füh­rer­schaft im In­ter­net über­las­sen, sag­te So­zi­al­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU) und sprach sich gleich­zei­tig für Initia­ti­ven für Müt­ter ge­fähr­de­ter Ju­gend­li­cher aus: „Sie se­hen es als Ers­tes, wenn sich das Kind ver­än­dert.“Sie wür­den wahr­neh­men, wenn sich in den Sala­fis­mus ab­drif­ten­de Ju­gend­li­che iso­lie­ren und bei­spiels­wei­se stun­den­lang auf ra­di­kal­is­la­mis­ti­schen In­ter­net­sei­ten sur­fen. Über die neue In­ter­net­sei­te der Staats­re­gie­rung kön­ne man sich an­se­hen, wie Ra­di­ka­li­sie­rung ver­läuft, denn „wir dür­fen nicht zu­las­sen, dass Sala­fis­ten die bes­se­ren So­zi­al­ar­bei­ter sind“. Kul­tus­mi­nis­ter Lud­wig Spa­en­le (CSU) sah es eben­falls als not­wen­dig an, „kom­pe­tent auf die­se Fra­gen ein­zu­ge­hen“.

Der baye­ri­sche Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent Burk­hard Kör­ner be­rich­te­te un­ter­des­sen, dass wei­ter­hin jun­ge Men­schen aus Bay­ern in die Kriegs­ge­bie­te in Sy­ri­en und dem Irak aus­rei­sen, um sich dem Dschi­had an­zu­schlie­ßen. Dar­un­ter sei­en zu­letzt al­lein 14 Mäd­chen und Frau­en aus Bay­ern ge­we­sen, teil­wei­se wa­ren die jun­gen Kriegs­bräu­te erst 13 bis 14 Jah­re alt. Für sie ge­be es kaum Chan­cen auf Rück­kehr aus den Kriegs­ge­bie­ten.

Um Ju­gend­li­che zu schüt­zen, sei es wich­tig, ih­re Fra­gen ernst zu neh­men, sag­te Götz Nord­bruch vom Augs­bur­ger Prä­ven­ti­ons­ver­ein Ufuq. Sala­fis­ten näm­lich gä­ben auf kon­tro­ver­se Fra­gen ein­fa­che und kla­re Ant­wor­ten. Nord­bruch zog da­bei ei­nen Ver­gleich zur Pe­gidaund AfD-Be­we­gung, die mit ganz ähn­li­chen The­men po­la­ri­sie­re.

300 Ju­gend­li­che in Bay­ern sei­en ge­fähr­det und an­fäl­lig für Sala­fis­mus. Die­se Zahl nann­te Tho­mas Mü­cke vom Prä­ven­ti­ons-Netz­werk Vio­lence Preven­ti­on Net­work. Der Ver­ein be­treut für das Lan­des­kri­mi­nal­amt 60 ra­di­ka­li­sier­te Ju­gend­li­che. O

In­ter­net El­tern, Päd­ago­gen und Ju gend­li­che fin­den Ant­wor­ten, An­sprech part­ner und Hil­fe­stel­lung auf der In­ter­net sei­te ant­wor­ten auf sala­fis­mus.de.

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