Fern­seh Geld: DFL stärkt die Klei­nen

Fuß­ball Bun­des­li­ga Ver­band ho­no­riert Nach­wuchs­ar­beit. Da­von pro­fi­tiert auch der FCA

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport -

Frank­furt/Main

Mehr Kon­kur­renz für den FC Bay­ern, mehr Span­nung in der gan­zen Li­ga: Die Deut­sche Fuß­ball Li­ga will die sport­li­che Do­mi­nanz der gro­ßen Klubs in Zu­kunft er­schwe­ren und ein wei­te­res Aus­ein­an­der­drif­ten in­ner­halb der Bun­des­li­ga ver­hin­dern. Die DFL­Spit­ze stell­te ein neu­es Mo­dell zur Ver­tei­lung der 4,64 Mil­li­ar­den Eu­ro (ver­teilt auf vier Jah­re) aus Fern­seh­ein­nah­men vor.

Wie sieht das neue Mo­dell aus?

Ver­teilt wird die­ses Geld an­hand ei­ner 20-Jah­re-Ta­bel­le, die je­de End­plat­zie­rung der ver­gan­ge­nen 20 Sai­sons gleich ge­wich­tet. Da­durch wird bei­spiels­wei­se ein Klub wie der 1. FC Kai­sers­lau­tern, der aktuell in der 2. Li­ga ge­gen den Ab­stieg spielt, aus die­sem Topf deut­lich mehr Geld er­hal­ten als der ak­tu­el­le Bun­des­li­ga­Ta­bel­len­füh­rer RB Leip­zig, den es erst seit 2009 gibt. Eben­falls neu ist die Säu­le „Nach­wuchs­för­de­rung“, die nicht bloß die Aus­bil­dung, son­dern aus­drück­lich den Ein­satz jun­ger Ta­len­te un­ter 23 Jah­ren be­lohnt. Wie ein Ver­ein in den vor­an­ge­gan­ge­nen fünf Jah­ren sport­lich ab­ge­schnit­ten hat, bleibt nach wie vor der stärks­te Fak­tor und macht auch in Zu­kunft 70 Pro­zent bei der Ver­tei­lung der Fern­seh­gel­der aus. „Die­ser neue Schlüs­sel soll lang­fris­tig den Wett­be­werb stär­ken. Die Ta­bel­le soll nicht ze­men­tiert, son­dern der Wett­be­werb in­ten­si­viert wer­den“, sag­te DFL-Chef Chris­ti­an Sei­fert.

Wie viel Geld wird ver­teilt?

Der Dach­ver­band der 36 deut­schen Pro­fi­klubs hat­te im Ju­ni den bis­lang wert­hal­tigs­ten TV-Ver­trag der Bun­des­li­ga-Ge­schich­te ab­ge­schlos­sen. Da­nach er­hal­ten die Ver­ei­ne der 1. und 2. Li­ga von der Sai­son 2017/18 an für die Lauf­zeit von vier Jah­ren ins­ge­samt 4,64 Mil­li­ar­den Eu­ro für den Ver­kauf ih­rer na­tio­na­len Me­di­en­rech­te. Pro Sai­son wird erst­mals über ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro (1,16) an die Klubs aus­ge­schüt­tet.

Wer sind Ge­win­ner, wer Ver­lie­rer?

Ge­win­ner sind die Ver­ei­ne der 2. Li­ga. Oder Klubs wie Frei­burg oder Mainz, die sich seit Jah­ren trotz schwie­ri­ger Aus­gangs­po­si­tio­nen in der Bun­des­li­ga eta­blie­ren. Die Ver­lie­rer sind auf den ers­ten Blick Klubs wie Bay­ern oder Dort­mund, die noch mehr Geld für sich for­der­ten. Sie be­kom­men zwar jetzt wie al­le Ver­ei­ne mehr Geld, weil der neue TV-Ver­trag üp­pig ist. Aber nicht in dem Ma­ße, wie sie er­hofft hat­ten.

Was sagt der FCA zur Ver­tei­lung?

Ge­schäfts­füh­rer Fi­nan­zen, Micha­el Ströll, der in Frank­furt war, zieht ein po­si­ti­ves Fa­zit: „Wir ha­ben im Vor­feld in­tern in ei­nem kon­struk­ti­ven Dia­log mit der DFL un­se­re Sicht­wei­se und un­se­re Stand­punk­te deut­lich ge­macht und se­hen uns durch die Ent­schei­dung da­rin be­stä­tigt, dass dies der rich­ti­ge Weg war und ist.“Wei­ter er­klärt er: „Wir sind mit dem vom DFL-Prä­si­di­um ab­ge­stimm­ten Ver­tei­ler­schlüs­sel zu­frie­den, weil aus­schließ­lich sport­li­che und ob­jek­ti­vier­ba­re Kri­te­ri­en zum Tra­gen kom­men. Dass zu­künf­tig auch der Ein­satz von Nach­wuchs­spie­lern in die­sem Sys­tem be­lohnt wird, er­ach­ten wir als ziel­füh­rend und be­stä­tigt un­se­ren ein­ge­schla­ge­nen Weg der Nach­wuchs­för­de­rung.“

Fo­to: dpa

Über den Ver­kauf der TV Rech­te flie­ßen Mil­li­ar­den­sum­men auf die Kon­ten der Pro­fi Ver­ei­ne.

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