Die Ele­fan­ten ha­ben ei­ne Zu­kunft im Zoo

Frei­zeit Stadt un­ter­stützt mit zwei Mil­lio­nen Eu­ro den Bau ei­nes neu­en Ge­he­ges. Die Dick­häu­ter gel­ten als Pu­bli­kums­lieb­lin­ge. Es gibt im Stadt­rat aber auch po­li­ti­schen Ge­gen­wind

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg - VON MICHA­EL HÖRMANN

Der Stadt­rat zeigt ein Herz für die Ele­fan­ten im Zoo: Mit Mehr­heit stimm­ten die Stadt­rä­te für den Neu­bau ei­nes Ele­fan­ten­hau­ses. Die Stadt wird sich an dem sechs Mil­lio­nen­Eu­ro-Pro­jekt mit zwei Mil­lio­nen Eu­ro be­tei­li­gen. Es gab sie­ben Ge­gen­stim­men. Sie ka­men von der Aus­schuss­ge­mein­schaft Freie Wäh­ler, Link­s­par­tei, ÖDP und Po­lit­WG. Ot­to Hut­ter (Lin­ke) stimm­te nicht ab. Auch die Grü­nen-Stadt­rä­tin­nen Ve­re­na von Mu­ti­us und Ant­je Seu­bert lehn­ten das Vor­ha­ben ab. Ele­fan­ten könn­ten nicht art­ge­recht ge­hal­ten wer­den, war die Aus­sa­ge.

Wenn al­les pro­blem­los um­ge­setzt wird, kann das Ge­he­ge im Jahr 2019 be­zo­gen wer­den. Mit dem Bau des Ele­fan­ten­hau­ses wird dau­er­haft die Zu­kunft der Dick­häu­ter im Tier­park ge­si­chert. Oh­ne den Neu­bau wä­re über kurz oder lang das Aus für die Ele­fan­ten ge­kom­men. Die jet­zi­ge An­la­ge ent­spricht nicht mehr den ak­tu­el­len Min­dest­an­for­de­run­gen an die Hal­tung von Säu­ge­tie­ren. Für die Ele­fan­ten­kü­he Tar­ga, 61 Jah­re, und Bur­ma, 47, gilt ei­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung. Sie dür­fen ih­ren Le­bens­abend im Zoo ver­brin­gen. Neue Tie­re kön­nen aber un­ter den jet­zi­gen Be­din­gun­gen nicht ge­holt wer­den.

Bei der Fi­nan­zie­rung trägt die Stadt ein Drit­tel der Ge­samt­kos­ten. Der Zoo selbst bringt ei­nen Ei­gen­an­teil von 500 000 Eu­ro ein. Dar­über hin­aus wird ein Dar­le­hen von zwei Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­nom­men. 1,5 Mil­lio­nen sol­len aus Spen­den und mög­li­chen Zu­schüs­sen von Drit­ten be­reit­ge­stellt wer­den. Staat­li­che För­der­mit­tel wer­den eben­so we­nig flie­ßen wie Geld aus ei­nem eu­ro­päi­schen Topf. In­so­fern wur­de die ur­sprüng­li­che Pla­nung auch ab­ge­speckt. Von 8,3 Mil­lio­nen gin­gen die Kos­ten auf jetzt sechs Mil­lio­nen zu­rück. Zoo­di­rek­to­rin Bar­ba­ra Jantsch­ke sagt, dass Ele­fan­ten als Be­su­cher­lieb­lin­ge auch künf­tig da­für sor­gen, dass der Tier­park gu­te Be­su­cher­zah­len auf­wei­se. In die­sem Jahr sind be­reits mehr als 600000 Gäs­te ge­zählt wor­den. Es spricht al­les für ein Re­kord­er­geb­nis.

Un­ab­hän­gig vom Bau des Ele­fan­ten­hau­ses will die Stadt auch ein Ge­samt­um­welt­bil­dungs­kon­zept auf den Weg brin­gen. Ei­nen An­trag stell­te die SPD. Er geht über frü­he­re Ide­en der Grü­nen hin­aus, die sich für den Zoo ein ei­gen­stän­di­ges Um­welt­kon­zept ge­wünscht hat­ten.

Die Stadt hat zu­letzt jähr­lich ei­ne Mil­li­on Eu­ro an Be­triebs­kos­ten­zu­schüs­sen an den Zoo über­wie­sen. In­ves­ti­tio­nen mit städ­ti­schem Geld gab es nicht. „Der jet­zi­ge Bro­cken ist für den Zoo zu groß“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Kurt Gribl.

Fo­to: Sil­vio Wy­szen­grad

Bur­ma heißt die Ele­fan­ten­kuh im Augs­bur­ger Zoo. Sie wird wohl bald ein neu­es Ge­he­ge be­zie­hen.

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