Fast nur bit­te­re Ga­ben un­term St­auf­fers­berg

Ge­mein­de­rat Hö­he­re Ab­was­ser­ge­büh­ren und Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge für Gins­ter­weg-An­lie­ger trü­ben die Stim­mung in Bon­stet­ten. Bür­ger for­dern Trans­pa­renz

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Holzwinkel, Roth- Und Zusamtal - VON GÜN­TER STAUCH

Bon­stet­ten

Die hei­te­ren „Jing­le Bells“-Tö­ne aus dem Ne­ben­saal, in dem die Bon­stet­ter Mu­si­kan­ten üb­ten, moch­ten nicht so recht über­sprin­gen auf den Ge­mein­de­rat. Auf al­les an­de­re als ein Pia­nis­si­mo deu­te­te schon die Ta­ges­ord­nung mit kon­flikt­träch­ti­gen The­men hin wie Was­ser­rohr­bruch Gins­ter­weg und Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge durch die Bür­ger so­wie „An­pas­sung“der Ge­büh­ren beim Was­ser. Letz­te­res be­deu­tet in der Re­gel ei­ne Er­hö­hung.

So sol­len, wie Käm­me­rer Gün­ther Tau­ber von der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Wel­den ein­ge­hend er­läu­ter­te und das Gre­mi­um dann über­ein­stim­mend be­schloss, die Kos­ten für den Ku­bik­me­ter des wert­vol­len Nas­ses bis zum Jahr 2020 mit 1,70 Eu­ro zwar sta­bil blei­ben. Das sind we­ni­ger als zwei Eu­ro für 1000 Li­ter, was noch ei­ni­ger­ma­ßen über­schau­bar bleibt.

Al­ler­dings wur­de der Ab­was­ser­bei­trag – eben­falls mit Mehr­heit ab­ge­seg­net – um fast 60 Pro­zent auf nun­mehr 2,65 Eu­ro auf­ge­stockt. Ob die wäh­rend der De­bat­te auf­ge­leg­te Ta­bel­le mit den Da­ten be­nach­bar­ter für den Bür­ger tröst­lich wir­ken konn­ten, sei da­hin­ge­stellt. Sie zeig­te zum Bei­spiel die Ge­büh­ren in Adels­ried (3,05 Eu­ro), Emersacker (3,00 Eu­ro) und Altenmünster (3,15 Eu­ro) auf. Hoff­nung mach­te da eher die Ant­wort des Zah­len­ex­per­ten auf die Fra­ge von Ger­trud Wa­gner (Grü­ne) nach der Mög­lich­keit, ob bei ei­ner nächs­ten Vier-Jah­res-Kal­ku­la­ti­on auch mit ei­ner Sen­kung zu rech­nen sei: „Ja!“

Ein strik­tes Nein gab es da­ge­gen für das An­sin­nen der Grü­nen-Frak­ti­on lie­ger auch so­ge­nann­te „wie­der­keh­ren­de“Be­tei­li­gun­gen durch al­le Ein­woh­ner er­ho­ben wer­den. Leo Kränz­le, der für die­se neue Li­nie und ei­ne Ent­schei­dung durch den Bür­ger warb, kri­ti­sier­te die skep­ti­schen Ein­las­sun­gen von Ver­wal­tungs­fach­mann Ste­fan Schei­der (VG Wel­den). Die­ser hat­te vor ho­hem Ver­wal­tungs­auf­wand und recht­li­chen Ri­si­ken ge­warnt. Wohl ganz im Sin­ne des Bür­ger­meis­ters, der durch die Um­stel­lung ho­he Aus­ga­ben et­wa durch In­ge­nieur­bü­ros und – bei ei­ner recht­li­chen Prü­fung – „viel in den Sand ge­setz­te Gel­der“be­fürch­te­te. Dem ent­geg­ne­te ein ent­setz­ter Kränz­le: „Beim Wech­sel von der Drosch­ke zum Au­to hat es auch Über­gangs­pro­ble­me ge­ge­ben – da sind wir ja auch schon wei­ter.“

Nicht mit des­sen An­trag, aber ei­ner Neu­re­ge­lung für al­le Bür­ger konn­te sich Her­mann Wen­gen­mair (CSU) an­freun­den, der da­vor warn­te, das nur durch die par­tei­po­li­ti­sche Bril­le se­hen zu wol­len: „Die­se Sa­che ist viel zu wich­tig, das muss je­der für sich ent­schei­den.“

Doch Sitz­nach­bar und Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Bernd Adam mach­te deut­lich, dass „auch ein kurz­fris­tiGe­mein­de ger Sys­tem­wech­sel den be­trof­fe­nen An­lie­gern am Gins­ter­weg nichts hel­fen wür­de, weil der Rohr­bruch noch zur Gel­tungs­zeit der bis­he­ri­gen Aus­bau­bei­trags­sat­zung pas­sier­te“. Wie kom­plex sich die ver­wal­tungs­tech­ni­sche Er­mitt­lung der Bei­trags­zah­ler in die­sem Fall ver­hält, zeig­te die aus­gie­bi­ge Dis­kus­si­on zwi­schen Ver­wal­tung und Bür­ger­ver­tre­tern in An­we­sen­heit von ei­nem Dut­zend Be­su­chern, dar­un­ter An­woh­ner der be­trof­fe­nen Stre­cke. Der Rat­haus­chef, der zu­vor ih­re Rol­le als „Zu­hö­rer“be­grenzt se­hen woll­te, ließ den­noch be­sorg­te Be­woh­ner zu Wort kom­men. Da wur­den Trans­pa­renz und of­fen­ge­leg­te Kar­ten ge­for­dert. Mit In­ter­es­se hat­ten sie die Ein­schät­zung von Ste­fan Schei­der ver­nom­men, wo­nach man mit ei­nem Qua­drat­me­terBe­trag von knapp fünf Eu­ro rech­ne. Es gibt dort Grund­stü­cke bis zu 2000 Qua­drat­me­ter.

Al­ler­dings mach­ten Rats­mit­glie­der wie Pe­tra Zin­nert-Fassl (Freie Wäh­ler) deut­lich, dass die gan­ze Abrech­nung, mit der man sich laut Ver­wal­tung „theo­re­tisch“bis zu vier Jah­re Zeit las­sen kön­ne, hu­man und so­zi­al ge­stal­tet wer­den müs­se.

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