Mehr Rech­te in der Leih­ar­beit

In Zukunft soll gel­ten: Glei­cher Lohn für glei­che Ar­beit

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Ber­lin

Rund ei­ne Mil­li­on Be­schäf­tig­te in der Leih­ar­beit sol­len künf­tig bes­se­re Rech­te er­hal­ten. Der Bun­des­rat bil­lig­te am Frei­tag ent­spre­chen­de Än­de­run­gen des Bun­des­ta­ges am Arbeit­neh­me­rüber­las­sungs­ge­setz. Mit der Neu­re­ge­lung müs­sen Leih­ar­bei­ter nach 18 Mo­na­ten fest in ei­nen Be­trieb über­nom­men wer­den, wenn sie wei­ter­hin dort ar­bei­ten sol­len. An­dern­falls muss der Ver­lei­her sie abzie­hen. Aus­nah­me: Die Ta­rif­part­ner ei­ni­gen sich im Ta­rif­ver­trag auf ei­ne län­ge­re Über­las­sung.

Au­ßer­dem gilt auch in der Leih­ar­beit künf­tig der Grund­satz: Glei­cher Lohn für glei­che Ar­beit. An­spruch auf den glei­chen Lohn wie die Mit­ar­bei­ter aus der Stamm­be­leg­schaft ha­ben Aus­ge­lie­he­ne, wenn sie neun Mo­na­te in ein und dem­sel­ben Ent­leih­be­trieb ge­ar­bei­tet ha­ben. Aus­nahms­wei­se kön­nen Be­trie­be die An­glei­chung stu­fen­wei­se vor­neh­men. Be­trof­fe­ne müs­sen je­doch spä­tes­tens nach 15 Mo­na­ten das glei­che Ar­beits­ent­gelt be­kom­men wie die Stamm­be­leg­schaft.

Der Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern als Streik­bre­cher wird mit dem Ge­setz ver­bo­ten. Um zu ver­hin­dern, dass Leih­ar­beit miss­bräuch­lich über Werk­ver­trä­ge ver­län­gert wird, muss ei­ne Ar­beit­neh­mer­über­las­sung künf­tig of­fen­ge­legt wer­den.

In­dem das Ge­setz klar de­fi­niert, wer Ar­beit­neh­mer ist, ent­steht mehr Rechts­si­cher­heit bei der Ab­gren­zung von ab­hän­gi­ger und selbst­stän­di­ger Tä­tig­keit. Dar­über hin­aus sol­len die Be­triebs­rä­te über den Ein­satz von Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­gen un­ter­rich­tet wer­den.

Fo­to: Se­bas­ti­an Goll­now, dpa

An­ge­stamm­te Arbeiter und Leih­ar­bei­ter über­neh­men in Fa­b­ri­ken oft ähn­li­che Auf­ga­ben.

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