Ein Eh­ren­bür­ger, des­sen Er­be in der Stadt wei­ter­lebt

Trau­er Der Kul­tur­för­de­rer Kurt F. Vier­metz ist mit 77 Jah­ren ge­stor­ben. Er un­ter­stütz­te Pro­jek­te und Denk­mä­ler mit Mil­lio­nen­sum­men. Im Wis­sen um ei­ne schwe­re Krank­heit re­gel­te er noch die Zu­kunft sei­ner Stif­tung

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg - VON JÖRG HEINZLE

Er ist am Frei­tag­abend nach ei­ner schwe­ren Krank­heit im Al­ter von 77 Jah­ren ge­stor­ben. Doch sein Na­me wird mit Augs­burg ver­bun­den blei­ben. Der Eh­ren­bür­ger Kurt F. Vier­metz, der in der Bank­bran­che ei­ne stei­le Kar­rie­re mach­te, hat sei­ne Hei­mat­stadt im­mer wie­der un­ter­stützt. So trägt der „Vier­metz­hof“des Ma­xi­mi­lian­mu­se­ums sei­nen Na­men. Im Jahr 1998 er­mög­lich­te der Mä­zen die Über­da­chung des Ho­fes. Dort ste­hen nun die rund 400 Jah­re al­ten Ori­gi­nal­fi­gu­ren der drei Augs­bur­ger Pracht­brun­nen.

Die Stadt trau­ert um den Mann, der sich sei­ner Hei­mat stets ver­bun­den fühl­te – ob­wohl er die meis­te Zeit sei­nes Le­bens nicht in Augs­burg ver­brach­te, weil es ihn in gro­ße Ban­ken­or­te wie Frank­furt, Pa­ris, Lon­don oder New York zog. Ober­bür­ger­meis­ter Kurt Gribl sag­te am Sonn­tag: „Wir ver­lie­ren mit ihm ei­nen Men­schen von ganz be­son­de­rem For­mat. Ei­nen her­aus­ra­gen­den För­de­rer von Kunst, Kul­tur und Wirt­schaft, wie auch ei­nen un­er­müd­li­chen Gön­ner und Mä­zen.“Un­ter an­de­rem hat­te sich Vier­metz zu­sam­men mit wei­te­ren För­de­rern der Sa­nie­rung des Scha­ez­ler-Pa­lais in der Ma­xi­mi­li­an­stra­ße ver­schrie­ben. Er be­tei­lig­te sich auch am Er­werb kost­ba­rer Sil­ber­schät­ze für das Ma­xi­mi­lian­mu­se­um und an der Sa­nie­rung des Mo­zart­hau­ses. Gribl be­ton­te, Vier­metz sei ein „Mann mit ei­nem gro­ßen Her­zen“ge­we­sen. Er ha­be die Eh­ren­bür­ger­wür­de „mehr als ver­dient“. Vier­metz blei­be, so Gribl, „für uns al­le ein Vor­bild.“

Der Eh­ren­bür­ger, der in Pfer­see auf­wuchs, hat früh­zei­tig da­für ge­sorgt, dass sein Ein­satz für die Stadt und die Re­gi­on nicht mit sei­nem Tod en­den wird. Im Jahr 2003 er­rich­te­te er mit sei­ner spä­ter ver­stor­be­nen ers­ten Ehe­frau die „Kurt und Fe­li­ci­tas Vier­metz Stif­tung“. Das Ziel der Stif­tung: die För­de­rung von Wis­sen­schaft, Kunst und Kul­tur in Augs­burg und Baye­risch-Schwa­ben so­wie die För­de­rung der deut­schame­ri­ka­ni­schen Be­zie­hun­gen. Über 700 Pro­jek­te wur­den seit­her mit ei­nem Vo­lu­men von über sechs Mil­lio­nen Eu­ro un­ter­stützt. Ei­nen Schwer­punkt bil­de­te die Uni­ver­si­tät Augs­burg, des­sen Hoch­schul­rats­vor­sit­zen­der Kurt F. Vier­metz von 2002 bis 2007 war. Er stif­te­te un­ter an­de­rem ei­nen hoch do­tier­ten Wis­sen­schafts­preis. Auch die Kunst­samm­lun­gen wa­ren ihm ein gro­ßes An­lie­gen.

Er för­der­te zu­dem die Sa­nie­rung der Augs­bur­ger Kir­chen Sankt Ul­rich und Afra, Sankt An­na und Sankt Mo­ritz. Das En­ga­ge­ment be­schränk­te sich aber nicht auf Augs­burg. In Schwa­ben un­ter­stütz­te sei­ne Stif­tung un­ter an­de­rem Bau­maß­nah­men in den Klös­tern Rog­gen­burg und Ober­schö­nen­feld so­wie Kul­tur­er­eig­nis­se wie das Fes­ti­val der Na­tio­nen in Bad Wö­ris­ho­fen. Auch das schwä­bi­sche Ju­gend­sin­fo­nie­or­ches­ter und die Dom­sing­kna­ben er­hiel­ten Zu­wen­dun­gen.

Im Wis­sen um sei­ne schwe­re Krank­heit wur­de die Stif­tung erst vor we­ni­gen Wo­chen im Ok­to­ber neu struk­tu­riert. Den Vor­sitz im Ku­ra­to­ri­um hat jetzt Alt-Ober­bür­ger­meis­ter Pe­ter Me­nach­er in­ne. Stell­ver­tre­ter ist Ma­xi­mi­li­an Vier­metz, der Sohn des Stif­ters. Eben­falls im Gre­mi­um sit­zen die Ehe­frau des Ver­stor­be­nen, Han­ne­lo­re Vier­metz-Sch­addach, der frü­he­re Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Theo Wai­gel, der frü­he­re Re­gie­rungs­prä­si­dent Lud­wig Schmid und Ha­rald Lab­bow.

In ei­ner Mit­tei­lung der Stif­tung heißt es: „Das Ku­ra­to­ri­um wird dank­bar und im Ge­den­ken an sei­ne groß­zü­gi­ge und vor­neh­me Per­sön­lich­keit die Stif­tung auch in schwie­ri­ge­ren Zei­ten in die Zu­kunft füh­ren.“Die Stadt will den Eh­ren­bür­ger, der im Jahr 2004 mit der Wür­de aus­ge­zeich­net wur­de, mit ei­nem Trau­er­akt eh­ren. Ein Ter­min da­für stand am Wo­che­n­en­de al­ler­dings noch nicht fest. Nach dem Tod von Kurt F. Vier­metz gibt es ge­gen­wär­tig vier le­ben­de Eh­ren­bür­ger der Stadt. Es sind: die Alt-Ober­bür­ger­meis­ter Hans Breu­er und Pe­ter Me­nach­er, der frü­he­re FCA-Prä­si­dent Wal­ter Seinsch und der Lan­des­rab­bi­ner Hen­ry G. Brandt.

»Nach­ruf

Ei­nen aus­führ­li­chen Rück­blick auf Le­ben, Kar­rie­re und Wir­ken von Kurt F. Vier­metz le­sen Sie im Wirt­schafts­teil auf

Sei­te 9.

Fo­to: Fred Schöll­horn

Zu sei­nem 75. Ge­burts­tag stif­te­te Kurt F. Vier­metz (links) dem Ma­xi­mi­lian­mu se­um ei­nen sil­ber­nen Har­le­kin. Der frü he­re Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Theo Wai­gel kam zur Über­ga­be.

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