Ge­mein­de­rä­te wol­len kei­nen „Ge­fäng­nis­zaun“

Be­schlüs­se In Bon­stet­ten muss ei­ne 1,80 Me­ter ho­he Ein­frie­dung ent­fernt wer­den

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Holzwinkel, Roth- Und Zusamtal -

Die jüngs­te Sit­zung des Ge­mein­de­rats Bon­stet­ten war ge­prägt von der an­ge­kün­dig­ten Er­hö­hung der Ab­was­ser­ge­büh­ren und der mög­li­chen fi­nan­zi­el­len Be­tei­li­gung der An­lie­ger nach dem Gins­ter­weg-Was­ser­rohr­bruch.

Der Be­su­cher­an­drang in der Sit­zung hat­te aber auch an­de­re Grün­de. Hin­ter dem An­trag auf Ge­neh­mi­gung ei­ner Ein­frie­dung ver­barg sich der Me­tall­git­ter­zaun ei­nes Wohn­hau­ses, der mit sei­ner Hö­he von 1,80 Me­ter fast dop­pelt so hoch aus­fiel als in den bau­li­chen Vor­ga­ben vor­ge­se­hen. Hier ist ei­ne Hö­he von ei­nem Me­ter er­laubt.

Der Be­sit­zer, der mit dem Bau­werk of­fen­sicht­lich schon Tat­sa­chen schuf und an­we­send war, hat­te dies mit Si­cher­heits­grün­den ge­recht­fer­tigt. Au­ßer­dem wür­den auf das Grund­stück na­he dem Bolz­platz öf­ter Bäl­le flie­gen. Auch wür­de es im­mer wie­der be­tre­ten, und die Müll­ton­ne sei ein­mal weg­ge­kom­men. „Die­sen Ge­fäng­nis­zaun“lehn­ten al­ler­dings wie Pe­tra Zin­nert-Fassl (Freie Wäh­ler) al­le Ge­mein­de­rä­te rund­weg ab, auch „wenn es mir um den Ei­gen­tü­mer leid­tut, aber er hät­te ja vor­her fra­gen kön­nen“.

Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Bernd Adam (CSU) be­ton­te, dass man sich nor­ma­ler­wei­se schon um je­des Ein­zel­in­ter­es­se küm­me­re. Aber: „Wir müs­sen ge­nau­so das An­lie­gen der All­ge­mein­heit be­rück­sich­ti­gen.“Ger­trud Wa­gner (Grü­ne) be­fürch­te­te bei ei­ner Dul­dung Nach­ah­mer- Frak­ti­ons­kol­le­ge Leo Kränz­le warn­te so­gar vor ei­ner „gated com­mu­ni­ty“, al­so ver­sperr­ter Wohn­kom­ple­xe. „Die Men­schen sol­len sich nicht ab­schot­ten, son­dern un­ter­hal­ten.“● Heu­berg Reich­lich Ge­sprächs­be­darf gab es beim Wohn­haus­pro­jekt in ei­nem Ab­schnitt des Bau­ge­biets „Heu­berg“, in dem Sat­tel­dä­cher vor­ge­se­hen sind. Das Vor­ha­ben ei­ner Flach­ab­de­ckung und da­mit „Frei­stel­lung“von den ge­meind­li­chen Be­din­gun­gen stieß et­wa bei Zin­nert-Fassl auf größ­te Be­den­ken, weil so et­was in der Nach­bar­schaft mas­si­ve Aus­wir­kun­gen ha­be. Das woll­te Ge­org Kaim (CSU) so gar nicht se­hen. Kol­le­ge Her­mann Wen­gen­mair riet je­doch da­von ab, zu­mal „es sonst mit den Frei­stel­lun­gen im­mer so wei­ter­geht“. Zin­ner­tFassl riet da­zu, sich in die La­ge ei­nes frü­he­ren Bau­herrn zu ver­set­zen, der sich an die Richt­li­ni­en ge­hal­ten ha­be und jetzt mit an­se­hen müs­se, wie Neu­bau­ten da­von ab­wi­chen. Doch auch Leo Kränz­les Ein­wand, nicht im­mer wie­der al­les auf­zu­ge­ben, wo­von man ein­mal über­zeugt war, fruch­te­te nichts. Mit ei­nem Mehr­heits­be­schluss quer durch al­le Frak­tio­nen wur­de die Sa­che ge­neh­migt. ● Rad­strei­fen Wel­ches Kon­flikt­po­ten­zi­al in ei­nem an sich harm­lo­sen Rad­strei­fen-Pro­jekt ste­cken kann, zeig­te die kur­ze, aber hef­ti­ge De­bat­te zu spä­ter St­un­de. Wie be­rich­tet, soll zwi­schen Bon­stet­ten und der Pe­ter­hof­kreu­zung ein rund vier Kief­fek­te. lo­me­ter lan­ger As­phalt­weg für al­le Pe­dal­rit­ter ent­ste­hen.

Kos­ten­auf­wand der mit den be­trof­fe­nen Kom­mu­nen He­rets­ried und Gerst­ho­fen ge­plan­ten Maß­nah­me: rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro, die al­ler­dings mit Zu­schüs­sen von Frei­staat und Land­kreis bis zu 80 Pro­zent na­he­zu ge­deckt sind. Bei der von Bür­ger­meis­ter An­ton Gleich an­ge­kün­dig­ten Ver­ein­ba­rung mit den an­de­ren Ge­mein­den, bei der Bon­stet­ten qua­si als „Bau­herr“fun­giert, woll­te Leo Kränz­le je­doch auf die Brem­se tre­ten: „Ich fin­de es aben­teu­er­lich, dass wir hier ein Pa­pier be­schlie­ßen sol­len, das wir nicht ken­nen.“Gleich wuss­te je­doch ei­ne Mehr­heit von zehn Stim­men hin­ter sich.

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