Im Ne­bel

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Feuilleton -

Selt­sam, im Ne­bel zu wan­dern! Ein­sam ist je­der Busch und St­ein, Kein Baum sieht den an­de­ren, Je­der ist al­lein. Voll von Freun­den war mir die Welt, Als noch mein Le­ben licht war; Nun, da der Ne­bel fällt, Ist kei­ner mehr sicht­bar. Wahr­lich, kei­ner ist wei­se, Der nicht das Dun­kel kennt, Das un­ent­rinn­bar und lei­se Von al­lem ihn trennt. Selt­sam, im Ne­bel zu wan­dern! Le­ben ist Ein­sam­sein. Kein Mensch kennt den an­dern, Je­der ist al­lein.

aus: Hermann Hes­se, Sämt­li­che Wer­ke in 20 Bän­den. Her­aus­ge­ge­ben von Vol­ker Mi­chels. Band 10: Die Ge­dich­te. © Suhr­kamp Ver­lag Frankfurt am Main 2002.

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