Hän­de weg vom Han­dy

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Erste Seite - VON SA­RAH SCHIERACK schsa@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Blick auf das Smart­pho­ne kann le­bens­ge­fähr­lich sein. Au­to­fah­rer, die bei ei­ner Ge­schwin­dig­keit von 100 St­un­den­ki­lo­me­tern nur ei­ne Se­kun­de un­auf­merk­sam sind, le­gen 27 Me­ter qua­si blind zu­rück – und fah­ren ähn­lich un­si­cher wie Men­schen, die 0,8 Pro­mil­le im Blut ha­ben. Wer al­so nur mal kurz schau­en, wi­schen oder tip­pen will, setzt da­bei nicht nur sein ei­ge­nes Le­ben, son­dern auch das an­de­rer Au­to­fah­rer, Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger aufs Spiel.

Vie­len Men­schen ist das al­ler­dings nicht be­wusst. Das Smart­pho­ne ist für sie so all­täg­lich, dass der Blick oft ganz au­to­ma­tisch auf den klei­nen Bild­schirm wan­dert. Da­zu kommt: Die Han­dy­nut­zung am Steu­er gilt in der Öf­fent­lich­keit noch im­mer als Ka­va­liers­de­likt. Das muss sich än­dern. Här­te­re Stra­fen und hö­he­re Buß­gel­der, wie sie Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt sie jetzt for­dert, sind längst über­fäl­lig.

Aber auch die Au­to- und Smart­pho­ne-Her­stel­ler sind ge­fragt: Sie müs­sen die Ver­net­zung von mo­bi­len Ge­rä­ten und Frei­sprech­an­la­gen ver­ein­fa­chen und Funk­tio­nen wie Sprach- oder Ges­ten­steue­rung ver­bes­sern, da­mit Smart­pho­nes und an­de­re Ge­rä­te mit so we­nig Ablen­kung wie mög­lich ge­nutzt wer­den kön­nen. Denn ei­nes ist auch klar: Ganz aus dem Au­to ver­ban­nen lässt sich das Han­dy nicht mehr.

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