Das Mehr­heits­wahl­recht brems­te die Par­tei aus

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik -

Mehr­heits­wahl­recht: Nach der ers­ten Run­de am 11. Ju­ni tre­ten die bei­den im Wahl­kreis füh­ren­den Po­li­ti­ker zu ei­ner Stich­wahl (18. Ju­ni) an. Der Sie­ger zieht in die Na­tio­nal­ver­samm­lung ein. Ein Wahl­ver­fah­ren, das den FN zu­letzt im Jahr 2012 aus­ge­bremst hat: Denn trotz der 13,6 Pro­zent im ers­ten Wahl­gang stellt der FN nur zwei der 577 Ab­ge­ord­ne­ten. Der am­tie­ren­de Staats­chef François Hol­lan­de hat­te nach sei­nem Amts­an­tritt 2012 ver­spro­chen, die­ses Ver­fah­ren mit Ele­men­ten des Ver­hält­nis­wahl­rechts auf­zu­wei­chen – doch auch in die­sem Punkt steht er heu­te mit lee­ren Hän­den da. Es än­der­te sich nichts.

Die Fran­zo­sen nei­gen da­zu, ei­nen neu ge­wähl­ten Prä­si­den­ten bei Par­la­ments­wah­len mit ei­ner Mehr­heit aus­zu­stat­ten, da­mit er sei­ne Ide­en um­set­zen kann. Doch dass dies „En mar­che!“aus dem Stand ge­lingt, ist kaum wahr­schein­lich. Gut mög­lich al­so, dass Ma­cron mit ei­nem Mi­nis­ter­prä­si­den­ten aus ei­ner an­de­ren Par­tei kon­fron­tiert wä­re. Ei­ne Kon­stel­la­ti­on, die den Spiel­raum für die von ihm an­ge­kün­dig­te re­vo­lu­tio­när neue Po­li­tik be­schnei­den wür­de. Wei­te­re fünf ver­schenk­te Jah­re aber könn­te sich Ma­cron nicht leis­ten – und Frankreich schon gar nicht.

Doch ge­nau auf die­ses Sze­na­rio dürf­te Ma­ri­ne Le Pen set­zen. In fünf Jah­ren, so hofft sie, schlägt end­lich ih­re St­un­de.

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