Das ist kein Kli­ma­schutz

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Erste Seite - VON SA­RAH SCHIERACK schsa@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Es ist ei­ne Art mo­der­ner Ablass­han­del: Mi­ne­ral­öl­kon­zer­ne kön­nen künf­tig ei­nen Bei­trag zum Kli­ma­schutz leis­ten, in­dem sie ih­ren Kraft­stoff mit Pflan­zen­ölen, zum Bei­spiel dem um­strit­te­nen Palm­öl, an­rei­chern. Das ist al­ler­dings Kli­ma­schutz, der nur auf dem Pa­pier gut aus­sieht. Denn wäh­rend Deutsch­land sei­nen Kli­ma­zie­len ein Stück nä­her rückt, wir­ken sich die Fol­gen am an­de­ren En­de der Welt um­so de­sas­trö­ser aus.

Fast zwei Mil­lio­nen Ton­nen CO 2 wur­den vor zwei Jah­ren in die Luft ge­bla­sen, als in In­do­ne­si­en die Re­gen­wäl­der ab­brann­ten – durch Feu­er, die haupt­säch­lich von Palm­ölplan­ta­gen-Be­sit­zern ge­legt wor­den wa­ren. Das ist mehr CO2 als in Deutsch­land in ei­nem Jahr aus­ge­sto­ßen wird.

Was aber kann der um­welt­be­wuss­te Ver­brau­cher tun? Lei­der nicht all­zu viel. Er kann zwar ent­schei­den, ob er Palm­öl­pro­duk­te kauft. Das ist aber nur ein Trop­fen auf den hei­ßen St­ein, ver­gli­chen mit den Men­gen, die in den Bio­Kraft­stoff flie­ßen. Was den Ver­brau­chern mehr hel­fen wür­de, wä­re ein Kli­ma­schutz, der nicht nur auf dem Pa­pier gut aus­sieht.

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