Pein­lich!

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg - VON STE­FAN KROG skro@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Zwei Jah­re, nach­dem der Ober­bür­ger­meis­ter und das Re­gie­rungs­bünd­nis von den Bür­gern bei der Stadt­wer­ke-Fu­si­on ei­ne vor den Latz ge­knallt be­ka­men, be­schert das The­ma den Re­gie­ren­den – al­len vor­an OB Gribl – die fast noch grö­ße­re Pein­lich­keit. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat fest­ge­stellt, dass der Wunsch von 15 000 Bür­gern, über die ers­te Fu­si­ons­fra­ge ab­zu­stim­men, rechts­wid­rig ab­ge­bü­gelt wur­de. Gribl muss fast froh sein, dass die Initia­to­ren noch ein zwei­tes Be­geh­ren nach­scho­ben – an­sons­ten wür­de er als Schöp­fer ei­ner wohl schon voll­zo­ge­nen Fu­si­on da­ste­hen, die so von den Bür­gern nicht ge­wollt war.

Über­le­gens­wert ist der Vor­schlag der Grü­nen. Denn ob es wirk­lich sinn­voll ist, wenn ei­ne Kom­mu­ne selbst über die Recht­mä­ßig­keit ei­nes Bür­ger­be­geh­rens ent­schei­det, das sich im Re­gel­fall ge­gen de­ren po­li­ti­sche Zie­le wen­det, muss man hin­ter­fra­gen. Im Fall der Fu­si­on kam hin­zu, dass Gribl – pro­mo­vier­ter Ju­rist – sich selbst früh­zei­tig fest­leg­te. Es war nicht ernst­haft zu er­war­ten, dass die Stadt­ju­ris­ten zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis ka­men als ihr obers­ter Di­enst­herr.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.