Ok­to­ber­fest­be­su­cher be­grapscht Frau im Zug

Amts­ge­richt Be­trun­ke­ne Heim­fahrt mit Fol­gen: 59-Jäh­ri­ger muss 2400 Eu­ro Stra­fe zah­len

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Nördlicher Landkreis - VON MICHA­EL SIE­GEL

Gerst­ho­fen/Meit­in­gen Es bleibt da­bei: Weil er auf dem Rück­weg vom Ok­to­ber­fest ei­ne Mi­t­rei­sen­de im Zug an den Brüs­ten ge­packt und be­lei­digt hat, muss ein 59-Jäh­ri­ger ei­ne Geld­stra­fe von 2400 Eu­ro be­zah­len. Sei­nen Ein­spruch da­ge­gen hat der An­ge­klag­te jetzt bei der Haupt­ver­hand­lung vor dem Augs­bur­ger Amts­ge­richt zu­rück­ge­zo­gen.

Was denn sei­ner­zeit pas­siert sei, woll­te Rich­ter Ste­fan Len­zen­hu­ber von dem Mann aus Nörd­lin­gen wis­sen. Der ant­wor­te­te, dass er sich kaum er­in­nern kön­ne. Er ha­be da­mals auf der Wiesn vier oder fünf Mass Bier ge­trun­ken. Dann spre­che ja nichts ge­gen die Darstel­lung der Ge­schä­dig­ten und Ne­ben­klä­ge­rin bei der Po­li­zei, so der Rich­ter.

Und er mach­te dem An­ge­klag­ten klar, dass der Straf­be­fehl sich für die zur Dis­kus­si­on ste­hen­den De­lik­te am un­ters­ten Rand be­we­ge. Er se­he kaum ei­nen Grund, die Hö­he der Stra­fe nach un­ten zu kor­ri­gie­ren, so der Rich­ter und riet zur Rück­nah­me des Ein­spruchs. Da­mit wür­den zu­min­dest der Ge­schä­dig­ten pein­li­che An­ga­ben bei der Be­weis­auf­nah­me vor Ge­richt er­spart wer­den.

Nach kur­zer Be­ra­tung mit sei­nem Rechts­an­walt Hei­ko Lo­der stimm­te der An­ge­klag­te zu und nahm den Ein­spruch zu­rück. Er nutz­te die Ge­le­gen­heit, sich bei der Frau zu ent­schul­di­gen: „Das war ei­ne blö­de Ak­ti­on von mir, es tut mir leid.“

Pas­siert war laut Staats­an­wäl­tin Bir­git Milzarek Fol­gen­des: Am Abend des 29. Sep­tem­ber 2016 be­fand sich der An­ge­klag­te in ei­nem Re­gio­nalex­press aus Mün­chen auf der Heim­fahrt Rich­tung Do­nau­wörth.

Auf Hö­he Meit­in­gen ha­be der im Gang ste­hen­de 59-Jäh­ri­ge das Gleich­ge­wicht ver­lo­ren – mög­li­cher­wei­se auf­grund sei­ner Al­ko­ho­li-

sie­rung nach dem Ok­to­ber­fest­be­such. Er sei auf den Rü­cken der in ei­ner Bank sit­zen­den Ge­schä­dig­ten ge­fal­len, die auf dem Heim­weg von der Ar­beit war. Da­bei soll er sie von hin­ten um­fasst und fest an bei­den

Brüs­ten ge­packt ha­ben. Selbst als sich die Frau wehr­te, ha­be er zu­nächst nicht los­ge­las­sen. Be­glei­tend zu den Grif­fen be­leg­te der An­ge­klag­te die Frau mit al­ler­lei Be­lei­di­gun­gen. Die Ge­schä­dig­te er­litt zwei

Blut­er­güs­se von den Grif­fen des Man­nes. Die Frau hat­te den Vor­fall bei der Po­li­zei an­ge­zeigt. Dar­auf­hin er­hielt der An­ge­klag­te ei­nen Straf­be­fehl in Hö­he von 2400 Eu­ro we­gen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung

und Be­lei­di­gung. Durch die Rück­nah­me des Ein­spruchs ist der Straf­be­fehl rechts­kräf­tig. Über wei­te­re Fol­gen der An­ge­le­gen­heit (Scha­dens­er­satz) muss zi­vil­ge­richt­lich be­fun­den wer­den.

Fo­to: Ul­rich Wa­gner

Ein 59 Jäh­ri­ger, der auf dem Ok­to­ber­fest vier oder fünf Mass Bier ge­trun­ken hat und auf dem Rück­weg ei­ne Frau pack­te und be­lei­dig­te, muss da­für ei­ne Geld­stra­fe von 2400 Eu­ro be­zah­len.

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